In Sachen Landwirtschaft ist der 27-jähige Sebastian Becker breit aufgestellt: Er hält Schweine, Rinder, Hühner, jagt und produziert Honig. Die Produkte gibt‘s jetzt im neuen Hofladen.

Ostbüren

, 18.02.2019, 16:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Anfang Februar ist der Hofladen von Sebastian Becker geöffnet. Der 27-Jährige hatte zunächst den landwirtschaftlichen Betrieb auf Hof Dahlhoff übernommen. Inzwischen hat er auch den Hofladen von Otto und Heinrich Dahlhoff neu konzipiert und wiedereröffnet. Er ist modern und ländlich zugleich eingerichtet, die Kühltruhe randvoll: Schwein, Rind, Hähnchenschenkel, sogar zerlegtes Reh. „Das habe ich da mal mit beigepackt“, sagt Becker trocken. Seit ein paar Monaten darf er auch jagen. Geschossen wurde das Wild bei einem Freund in Hessen.

„Ich finde es schön, die Menschen kennenzulernen, die meine Arbeit wertschätzen und die ich versorge.“
Sebastian Becker, Landwirt

Eier und Honig werden immer gut gekauft

In den Regalen stehen Säfte, Marmeladen und Honig. Auch der Honig stammt aus eigener Produktion. Nachdem ihm gezeigt wurde, wie man imkert, konnte sich Sebastian Becker nicht mehr von den Bienen trennen. „In der Landwirtschaft sollte man sich eigentlich spezialisieren“, sagt er. Doch der 27-Jährige ist - wie er selber lachend sagt - „ziemlich breit aufgestellt“. Manchmal störe ihn die viele Arbeit, die die Bienen machen. Wenn dann der Honig fertig ist, sei er aber froh, dass er ihn hat. Denn: „Honig geht immer gut, ein Selbstläufer, genau wie Eier“. Beides werde im Hofladen viel gekauft.

Hofladen und neuer Hühnerstall: Junger Landwirt investiert auf Hof Dahlhoff in Ostbüren

Landwirt Sebastian Becker bekommt im Hofladen an der Burgstraße in Ostbüren Unterstützung von seiner Freundin Ronja Wiechers. © Marcel Drawe

Fast alles aus eigener Herstellung

Nur wenige Produkte sind nicht aus eigener Herstellung. So zum Beispiel Käse aus dem Allgäu, oder zur Zeit noch Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte. Massenware gibt‘s im Hofladen aber nicht.

„In den ersten Wochen sind viele neugierige Fröndenberger einfach zum Gucken gekommen“, erzählt die Freundin des Landwirts Ronja Wichers. Die 18-Jährige und Beckers Mutter helfen im Hofladen. Jetzt hoffen alle, dass sich das neue Angebot schnell rumspricht und demnächst nicht mehr nur geschaut wird. Becker: „Ich finde es schön, die Menschen kennenzulernen, die meinen Arbeit wertschätzen und die ich versorge.“

Camper können Verpflegung im Hofladen kaufen

Kontakt und Öffnungszeiten

Landwirt Sebastian Becker, Burgstraße 5 Öffnungszeiten: Mittwoch 16 bis 18 Uhr Freitag 13 bis 18 Uhr Samstag 8 bis 13 Uhr (8 bis 11 Uhr frische Brötchen vom Hof Dahlhoff)

Dabei hofft der Landwirt auch auf einen guten Sommer. Während sie einen Großteil ihrer Arbeiten auf dem Hof abgegeben haben, betreiben Otto und Heinrich Dahlhoff immer noch die Campingplätze. Camper könnten in Zukunft ihr Grillfleisch direkt im Hofladen kaufen, schwebt es Sebastian Becker vor. Er denkt auch darüber nach, außen am Teich ein paar Tische und Stühle aufzustellen, Kaffee und Kuchen anzubieten. So würden Camper und Ausflugsgäste mehr Zeit auf dem Hof verbringen. Die hätten in der Vergangenheit nämlich häufig nach Produkten direkt vom Bauernhof gefragt. Becker und das Hof-Team mussten ihre Übernachtungsgäste immer zu Restaurants in die Stadt oder in den nächsten Supermarkt schicken, wenn sie essen wollten.

Die landwirtschaftliche Karriere begann 2008

Im Jahr 2008 hat Sebastian Becker begonnen, die ersten Nutztiere auf Land seines Großvaters in Ostbüren zu halten. Was ursprünglich als „Hobby“ gedacht war, wurde zum Beruf. Becker machte seine Ausbildung - wie es sich gehört, um möglichst viel zu lernen, in drei verschiedenen Betrieben. Insgesamt hält er nun 70 Rinder,100 Hühner in Freilandhaltung und Mobilstall sowie drei Mal im Jahr rund 500 Masthähnchen und zehn Bienenvölker.

Hofladen und neuer Hühnerstall: Junger Landwirt investiert auf Hof Dahlhoff in Ostbüren

Auf dem Hof Dahlhoff hält Sebastian Becker sogenannte Limousin Rinder. © Marcel Drawe

Sein Betrieb ist wie mehrere Betriebe in Fröndenberg ein sogenannter Neuland-Betrieb. Die Marke Neuland schreibt unter anderem die Haltung auf Stroh ohne Fixierung, Auslauf ins Freie beziehungsweise Weidehaltung, Tageslicht im Stall, regionale Futtermittel, Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel, Verzicht auf präventive Antibiotikabehandlung sowie Bestands- und Flächenobergrenzen vor.

Futtermittel kommen unter anderem aus eigener Produktion. Die Masthähnchen, für die der neue Stall gebaut wurde, werden auf dem Neuland-Hof Wilhelm Eckei als sogenannte Tagesküken angeliefert, kommen nach vier Wochen bei Becker unter, werden dort acht Wochen gemästet und dann ebenfalls in Fröndenberg, auf dem Hähnchenhof zur Nieden, geschlachtet.

Investitionen sind auch ein finanzielles Risiko

Im Stall auf Hof Dahlhoff möchte der junge Bauer zukünftig zusätzlich 80 Schweine unterbringen. Viel investiert habe er auch in neue Maschinen. Zum Jahreswechsel, wenn viele Rechnungen beglichen werden müssen, merke er die Belastung deutlich. Doch: „Jetzt erst mal Geld verdienen“, blickt Sebastian Becker optimistisch in die Zukunft.

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