Hoffnungsloser Fall: Fröndenberg steht Straßensanierung der Superlative bevor

dzSanierung der K23

Die Straße ist nicht mehr zu retten – so eindeutig fällt das Urteil des Kreises zur K23 in Fröndenberg aus. Die östlichen Stadtteile müssen sich deshalb auf ein Projekt der Superlative einstellen.

Fröndenberg

, 11.09.2019, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Mammutprojekt, für das auch der Kreis Unna als Eigentümer der Straße nicht mit Superlativen geizt: eines der größten, wenn nicht sogar kreisweit das größte Straßenbauprojekt 2020 – so bezeichnet Baudezernent Ludwig Holzbeck die anstehende Sanierung der K23. Nur der Bau der Südkamener Spange (K40n) könnte dem Projekt in Sachen Größenordnung noch den Rang ablaufen – wenn sie denn im nächsten Jahr kommt.

Hoffnungsloser Fall: Fröndenberg steht Straßensanierung der Superlative bevor

Zunächst heißt die K23 Kessebürener Weg, im weiteren Verlauf dann Bausenhagener Straße: Von der Kreuzung mit der Frömerner Straße bei Ostbüren bis zur Kreuzung mit der Landstraße bei Bentrop soll die Kreisstraße von Grund auf saniert werden. © Alexander Heine

Die Sanierung der K23 kommt ganz sicher. Und damit stehen dem Fröndenberger Osten verkehrstechnisch herausfordernde Zeiten bevor. Besagte Kreisstraße – das ist die Kessebürener Straße, die von Unna-Kessebüren aus in östliche Richtung bis nach Fröndenberg-Bentrop verläuft und ab der Kreuzung Ostbürener Straße Bausenhagener Straße heißt. Das Teilstück auf Fröndenberger Stadtgebiet soll von Grund auf saniert werden. Und wer die Strecke kennt, weiß, wie bitternötig das ist.

Hoffnungsloser Fall: Fröndenberg steht Straßensanierung der Superlative bevor

Überall entlang der K23 weisen Schilder wie dieses auf Gefahrenstellen hin: Schlaglöcher und brüchige Fahrbahnränder. © Alexander Heine

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Überall entlang der Strecke weisen Schilder auf Gefahrenstellen hin. Die Fahrbahndecke ist mal mehr, mal weniger mit Schlaglöchern übersät. Von befestigten Fahrbahnrändern kann mitunter keine Rede mehr sein. „Das ist ein hoffnungsloser Fall“, findet denn auch Holzbeck klare Worte für den Zustand der Straße. Da sei mit Flicken nichts zu machen, zumal die Schäden bis in die Tragschicht reichten.

„Das ist ein hoffnungsloser Fall.“
Ludwig Holzbeck, Bauzernent des Kreis Unna

Und so will der Kreis dem insgesamt 5,4 Kilometer langen Streckenabschnitt von der Frömerner Straße bei Ostbüren bis zur Landstraße bei Bentrop zu Leibe rücken. Die vier Zentimeter dicke Fahrbahndecke und die oberen 14 der insgesamt 30 Zentimeter dicken Tragschicht sollen erneuert werden. Würde man letzteres nicht tun und sich allein auf die Fahrbahndecke konzentrieren, „dann wären die oberen drei, vier Zentimeter schnell wieder weggefahren“, erläutert Holzbeck. Mit Baukosten in Höhe von 1,73 Millionen Euro rechnet der Kreis. 65 Prozent davon – also gut 1,12 Millionen Euro – sollen aus Landesmitteln kommen. Der entsprechende Förderantrag ist gestellt.

So lange der nicht vorliegt und so lange auch der Haushalt des Kreises nicht verabschiedet sind, gibt es noch keinerlei Details zur Zeitplanung; zumal das Projekt wegen der Höhe des Investitionsvolumens auch noch europaweit ausgeschrieben werden muss. In einer vorsichtigen Zeitschätzung geht Holzbeck davon aus, dass die Maßnahme Mitte nächsten Jahres beginnen und bestenfalls Ende 2020 abgeschlossen sein kann. „Wir können die Baufirmen nicht in ein enges Zeitkorsett pressen, weil dann die Baukosten steigen.“ Auch zur Frage, in welchen Abschnitten die Straßensanierung geplant ist, gibt es noch keine konkreten Überlegungen. Möglicherweise soll ein externes Ingenieurbüro Vorschläge erarbeiten. „Wir müssen ja auch gewährleisten, dass Feld- und Hofzufahrten frei bleiben“, sagt Holzbeck. Er geht deshalb davon aus, dass die Arbeiten von Kreuzung zu Kreuzung laufen, dann aber auch mit Vollsperrungen verbunden sind.

Hoffnungsloser Fall: Fröndenberg steht Straßensanierung der Superlative bevor

An Engstellen wie dieser ist die Fahrbahn mitunter nur vier Meter breit. Damit entgegenkommende Fahrzeuge sich ausweichen können, sollen Rasengittersteine neben der Fahrbahn eingelassen werden. © Alexander Heine

Übrigens: Auch an den teilweise nur vier Meter breiten Engstellen wird die Fahrbahn im Zuge der Sanierung nicht verbreitert. Dafür sei der Unterbau nicht da, sagt Holzbeck. An diesen Stellen sollen Rasengittersteine neben der Fahrbahn eingelassen werden, damit entgegenkommender Verkehr sich ausweichen kann. Die sind nicht zum ständigen Befahren, sondern wirklich nur zum Ausweichen gedacht und werden deshalb auch optisch abgesetzt.

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