Hochwasserschutz: Warum die Sickergräben in Fröndenberg-Frömern so arbeitsintensiv sind

dzÜberschwemmungen

Hochwasserschutz ist arbeitsintensiv: Bereits seit mehreren Wochen heben Mitarbeiter der Straßenmeisterei Sickergräben an einer Landesstraße in Frömern aus. Der Betriebsleiter erläutert, was dahintersteckt.

Frömern

, 27.08.2019, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um künftig Hochwasser im Ort zu vermeiden, ziehen Mitarbeiter der Straßenmeisterei seit Wochen tiefe Furchen auf beiden Seiten der Landesstraße 679 in Frömern. Die Arbeiten sind immer noch nicht abgeschlossen.

Die Arbeiten sind so aufwendig, weil die Rohrleitungen, die unmittelbar neben der Von-Steinen-Straße verlaufen, offenbar über viele Jahre zugewuchert waren. „Man muss sich genau bis auf die Höhe der Leitung vorgraben“, erläutert Thomas Bruns, Betriebsdienstleiter der Straßenmeisterei Unna.

Eine zu flache ebenso wie eine zu tiefe Auskofferung würde den Abfluss des Regenwassers stark vermindern. Nach Regenfällen rann das Wasser seit geraumer Zeit bereits über die Straße bis in die Ortsmitte. Vor allem bei den Starkregenereignissen Anfang Juni waren nicht nur in Ostbüren, sondern auch in Frömern Garagen und Keller vollgelaufen.

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Die Hinweise auf zugewachsene Sickergräben erhielt die Straßenmeisterei so auch von Anwohnern. In solchen akuten Fällen reagiert die Außenstelle des Landesbetriebes Straßen NRW möglichst umgehend.

Eine regelmäßige Kontrolle sämtlicher Abflüsse sei in dem großen Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei Unna allerdings nicht möglich, räumt Thomas Bruns ein.

Zur Sache

Kostenträchtige Aufgabe der Straßenmeisterei

  • Die Instandhaltung von Sickergräben an den Bundes- und Landesstraßen ist eine kostspielige Angelegenheit. Eine solche Maßnahme entlang der B1 und der B54 habe rund 2 Millionen Euro gekostet, so Thomas Bruns.
  • Die nächste aufwändige Maßnahme in Fröndenberg wird die nötige Verlegung von Rohrleitungen unterhalb der Bahnübergänge an der L 673 sein. Diese werden von der Deutschen Bahn saniert; in diesem Zuge soll auch die ungünstige Lage der Rohre verändert werden.
  • Die Entwässerung an privaten Grundstücksfahrten ist Aufgabe der Eigentümer. Dennoch ist die Straßenmeisterei nach Möglichkeit behilflich, etwa mit der Kamerabefahrung der Rohrleitungen.
  • Hinweise auf zugesetzte Sickergräben entlang der Landes- und Bundesstraßen nimmt die Straßenmeisterei Unna unter Tel. (0 23 83) 9 10 17 13 entgegen.

„Die Entsorgung ist das Problem“, gibt Bruns zu bedenken. Schließlich fallen etliche Tonnen Bodenaushub an. Gehe es nur um wenige Hundert Meter Straße, könne die Straßenmeisterei die Arbeiten selbst übernehmen.

Am kommenden Freitag werde in einer Sitzung der Straßenmeistereien der Regionalniederlassung Ruhr geprüft, welche größeren Maßnahmen ausgeschrieben werden müssen. Au Fröndenberger Stadtgebiet sind allerdings vorerst keine weiteren Arbeiten an Sickergräben geplant.

Kontrolle nach den ersten starken Regenfällen

Werden Fahrbahndecken saniert, wie zuletzt auf der L 673 in Langschede und Dellwig, prüfe die Straßenmeisterei ohnehin stets auch, ob die Entwässerung intakt ist.

Die Straßenmeisterei setzt dabei eine Kamera ein, mit der sich auch zugesetzte oder undichte Stellen in den Rohrleitungen und Abläufen orten lassen.

In Frömern „müsste das Wasser wieder laufen“, ist Thomas Bruns optimistisch. Dennoch muss in den nächsten Tagen eine Stelle im Graben, an der sich eine alte Mauer befindet, noch nachgearbeitet werden.

Und nach den ersten Starkregenfällen in nächster Zeit werde die Straßenmeisterei auch noch eine Nachkontrolle fahren.

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