Der Fröndenberger Markus Paul findet immer wieder neue Wege, Kinder für die Astronomie zu begeistern. © Marcel Drawe

Hobbyastronom erklärt, wie ein Spaziergang zur Meteoritensuche wird

Vor allem für Kinder kann es in der Corona-Zeit spannend sein, sich mit den Steinen am Wegesrand zu beschäftigen. Tipps für eine Meteoritensuche hat Hobbyastronom Markus Paul.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Meteorit und einem Asteroid? Was unterscheidet Gestein aus dem Weltall vom Gestein von der Erde – und wonach muss ich Ausschau halten, wenn ich extraterrestrisches Material finden möchte?

Die Wahrscheinlichkeit, einen Meteoriten zu finden, soviel nimmt der Hobbyastronom Markus Paul fairerweise vorweg, „ist tatsächlich sehr, sehr gering“. Aber die Suche nach einem Stein aus dem Weltall kann gerade jetzt in der Corona-Zeit eine spannende und lehrreiche Beschäftigung für Kinder sein – ganz coronakonform an der frischen Luft.

Über seine Meteoritensucher bei Renchen im Ortenaukreis hat der Fröndenberger Markus Paul ein kleines Buch verfasst. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Der Wahlfröndenberger selbst hatte sich im Jahr 2018 auf eine viermonatige Suche nach kosmischen Brocken gemacht, als es dem Europäischen Feuerkugelnetz mit Weitwinkelkameras gelang, einen Meteorit bei Renchen in Baden-Württemberg einzufangen. Der Radius, in dem sich Einzelteile befinden, könne bei dokumentierten Fällen gut bestimmt werden. Trotz vergeblicher Suche schrieb der Hobbyastronom ein kleines Buch über den Fall im Ortenaukreis. „Das war mein persönlicher Erfolg.“

Kinder wie der neunjährige Stefan können sich für Astronomie und kleine Schatzsuchen begeistern. © Privat © Privat

Auf eine ähnliche Entdeckungstour in Renchen begab sich jetzt ein Schüler von Markus Paul, der nebenberuflich hochbegabten Kindern Astronomie näherbringt. Und der neunjährige Stefan hatte dabei großen Spaß. Papa, Mama, der siebenjährige Bruder Gabriel und ihr Familienhund halfen bei der Suche. Zwar fanden sie auch keinen Meteorit, der Ausflug hatte sich dennoch gelohnt.

Diesen Stein, der dann am Ende doch keiner war, hatte der neunjährige Stefan bei seiner Meteoritensuche gefunden. © Privat © Privat

„Im Prinzip kann es ihnen jeder gleichtun“, sagt der Fröndenberger Marcus Paul. Besonders häufig werde Gestein aus dem All in der Wüste gefunden, es komme aber überall gleich viel runter. Meteoriten seien übrigens Asteroiden oder Teile davon, nur heißen sie auf der Erde anders. Weil viele ins Meer oder auf unbewohntes Land fallen, bleiben etliche dieser Eindringlinge, die aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen, völlig unbemerkt.

Wer einen Stein aus dem All finden möchte, sollte auf die dunkle Farbe achten. „Ein Meteorit glüht durch die Erdatmosphäre leicht an“, erklärt der Hobbyastronom. Deswegen haben Meteoriten auch keine löchrige Oberfläche, wie manch irdischer Stein. „Sie sehen eher aus wie ein Stück Knete mit Daumenabdrücken“, so der Fröndenberger.

Steine sind schwer und magnetisch

„Meteoriten sind außerdem sehr schwer, weil sie viel Eisen und Nickel enthalten“, erklärt Markus Paul. Das Eisen sorgt auch für eine weitere Eigenschaft: Echte Meteoriten sind magnetisch. Markus Paul hatte seinen Wanderstock für die Suche mit einem Magnet präpariert. Ein Magnet, mit Klebeband an einem Stock befestigt, reiche für Kinder aber auch. Und die Suche kann losgehen.

Meteoritensucher Markus Paul zeigt zwei echte Meteoriten. Erkennen kann man sie an der dunklen etwas eingeschmolzenen Oberfläche – und an körnchenförmig eingeschlossenem Eisen. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

„Hier in Fröndenberg sind viele Steine magnetisch“, sagt Markus Paul. Dabei handle es sich um Eisenschlacke. Genaueren Aufschluss bringt ein Blick in den Querschnitt des Steins. „Im Meteorit befinden sich kleine Eisen- und Silikatkügelchen, Chondren, die glitzern, wenn man ihn ans Licht hält.“ In irdischem Gestein trete Eisen in dieser Form nicht auf.

Wer stundenlang kleinste Bestandteile eines Meteoriten sucht, braucht – wenn man dem Fröndenberger so zuhört – neben Geduld auch Humor. Stefan und seine Familie hielten etwa Pflanzensamen für kleine außerirdische Steine, Markus Paul hatte sogar Hasenköttel in der Hand.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung