Historischer Unimog und erste Elektro-Miele: Fröndenberger sammelt kleines Museum an

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Der gelernte Landmaschinenmechaniker Peter Wetzel sammelt und restauriert große alte Fahrzeuge, hortet aber auch Historisches mitten aus dem Leben der Menschen vom Land.

Fröndenberg

, 04.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war auf dem Grundstück der Wetzels Platz für die Kinder vorgesehen. Eine Fläche, auf der sie irgendwann bauen sollten. Als sich abzeichnete, dass der Nachwuchs außerhalb der Ruhrstadt glücklich wird, begann Peter Wetzel vor rund drei Jahren, selbst zu bauen. Und zwar einen großen Schuppen, in dem er alte Landmaschinen, Werkzeug und historische Haushaltsgeräte unterbrachte. So ist inzwischen ein kleines Museum entstanden. Das kann sich sehen lassen – und soll auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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Stephanie Wetzel hat ein Fotobuch von nebenan aus dem Haus geholt. Nun sitzt sie am Tisch auf – welch ein Frevel – nicht historischen Stühlen, inmitten von Geräten, mit denen junge Menschen so gar nichts mehr anfangen können. Von alten Motorsägen über Dia-Projektoren bis hin zur ersten elektrisch betriebenen Miele-Waschmaschine reicht der Fundus, den ihr Mann Peter über die Jahre zusammengetragen hat.

Peter Wetzel besitzt mehrere historische Landmaschinen. Stephanie Wetzel hat die Restaurierung jedes Fahrzeugs begleitet und mit einem Fotobuch dokumentiert.

Peter Wetzel besitzt mehrere historische Landmaschinen. Stephanie Wetzel hat die Restaurierung jedes Fahrzeugs begleitet und mit einem Fotobuch dokumentiert. © Marcel Drawe

Am liebsten aber mag der gelernte Landmaschinenmechaniker selbstverständlich Landmaschinen. Wie viel Arbeit er etwa in seine großen historischen Fahrzeuge steckt, zeigen die Vorher-Nachher-Bilder vom Unimog, Typ „Froschauge“, dessen Restaurierung Stephanie – so wie auch die der anderen Fahrzeuge – über Jahre in Wort und Bild dokumentiert hat.

Fünf Jahre und 1000 Arbeitsstunden

Als sie den verrosteten Unimog, das erste Modell mit geschlossenem Fahrerhaus sah, dachte Stephanie Wetzel, ihr Mann wäre verrückt geworden. Und tatsächlich brachte das historische Fahrzeug auch Peter Wetzel an seine Grenzen. Nach „fünf Jahren Arbeit und 1000 Arbeitsstunden“, kann sich das Ergebnis nun aber sehen lassen, freut sich der Sammler.

Unimog und Lanz Bulldog stehen im kleinen Museum nahe des Wohnhauses der Wetzels am Mühlenberg. Der Rest der Sammlung ist an einem anderen Ort untergebracht.

Unimog und Lanz Bulldog stehen im kleinen Museum nahe des Wohnhauses der Wetzels am Mühlenberg. Der Rest der Sammlung ist an einem anderen Ort untergebracht. © Marcel Drawe

So wie er mit den ganz großen Stücken umgeht, handhabt es der Fröndenberger auch mit den kleineren Exponaten in seinem Sammler-Schuppen. „Mir ist es wichtig, dass die Geräte auch funktionieren“, sagt Peter Wetzel. So wie etwa der alte mechanische Plattenspieler, der ganz ohne Strom läuft, die Platten sogar wechselt und noch in seinem Elternhaus stand. Eine alte Rechnung zeigt: Das Gerät ist aus den 50er-Jahren.

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Historische Schätzchen aus dem Leben der Menschen vom Land

Noch älter dürften die ersten elektrisch betriebenen Miele-Waschmaschinen sein, von denen Peter Wetzel ebenfalls ein Exemplar besitzt. Dass auch die „Laterna magica“, ein Projektionsgerät, das vom 17. bis ins 20. Jahrhundert hinein verbreitet war, noch funktioniert, zeigt der Sammler auch gerne mal wenn es dunkel ist auf einer Leinwand. Zur Projektion wurden Bilder auf Glas in das Gerät geschoben. Aus einem kleinen Büchlein, das es dazu gab, haben sich die Menschen dann etwas über die Bilder vorgelesen. Quasi Fernsehen Anfang des 20. Jahrhunderts.

Buttermaschine und Mühle

Vom Leben vor über 100 Jahren zeugen auch Geräte wie eine Buttermaschine, oder eine kleine Mühle. Beides hatten die Menschen vom Land zuhause – heute kaufen wir diese Produkte im Supermarkt.

Zur Sammlung von Peter Wetzel, die er auf dem Mühlenberg untergebracht hat, gehört auch eine kleine Mühle.

Zur Sammlung von Peter Wetzel, die er auf dem Mühlenberg untergebracht hat, gehört auch eine kleine Mühle. © Marcel Drawe

Wer das kleine Museum am Mühlenberg betritt, ist zunächst ein wenig erschlagen von der Masse an historischen Schätzchen, die einem bis unters Dach gestopft begegnen. Auf den zweiten Blick wird ein System erkennbar. Peter Wetzel hat seine Sammlung in Themenbereiche wie etwa Werkzeug, Unterhaltungselektronik oder Küchengeräte sortiert.

Diese alte Plattenspieler läuft ohne Strom und stammt aus dem Elternhaus von Peter Wetzel.

Diese alte Plattenspieler läuft ohne Strom und stammt aus dem Elternhaus von Peter Wetzel. © Marcel Drawe

Zu finden ist im Prinzip, was dem Sammler Zeit seines Lebens begegnet ist. An dem Ort, wo er aufgewachsen ist, aber auch später bei seinen Kunden. Vielleicht hat er die Sammelleidenschaft von seinem Vater: „Als die Technik in der Landwirtschaft Einzug hielt, haben die Bauern viele Sachen verbrannt“, erklärt Peter Wetzel. Denn Gegenstände aus Holz sind – anfällig für Witterung und Holzwurm – schwer in Schuss zu halten. Doch sein Vater hatte versucht, einiges zu retten.

Den alten Badeofen, links neben dem Herd, kennt Peter Wetzel noch aus seiner Kindheit.

Den alten Badeofen, links neben dem Herd, kennt Peter Wetzel noch aus seiner Kindheit. © Marcel Drawe

Peter Wetzel möchte mit seinem kleinen Museum die Erinnerung an vergangene Zeiten aufrecht erhalten. Seine Landmaschinen hatte er in der Ruhrstadt bereits zu mehreren Anlässen öffentlich gezeigt. Nun überlegt der Fröndenberger, wie er auch seine private Sammlung für interessierte Mitbürger zugänglich machen kann.

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