Briefkasten im Himmelmannpark meist leer: Die schwierige Suche nach Anregungen der Bürger

dzIGA 2027

Bürger wollen beteiligt werden. Je größer das Projekt, desto lauter ist auch der Ruf nach Mitspracherecht. Das Beispiel IGA 2027 zeigt, dass Fröndenbergs Bemühen kaum honoriert wird.

Fröndenberg

, 11.09.2019, 10:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die internationale Gartenausstellung IGA 2027 soll Fröndenberg noch mehr Schwung bringen. Die Ruhrstadt will den Himmelmannpark umgestalten und (Tages-)Touristen viel bieten.

Doch natürlich soll die IGA 2027, um die sich Fröndenberg bewirbt, vor allem den Einwohnern nutzen. Die Verwaltung möchte gerne die Chance nutzen, die Stadt weiterzuentwickeln – und dabei die Bürger einbeziehen.

Wünsche der Bürger gefragt

In einer beispielhaften Aktion gibt es daher schon früh eine Form der Bürgerbeteiligung. Die Fröndenberger sind aufgerufen, Fragebögen auszufüllen und ihre Wünsche zu äußern. Das geht im Internet, aber auch auf klassischem Wege per Post. Sogar im Himmelmannpark selbst wurde eine Postbox aufgestellt, die aber leider auch schon zum Ziel von Vandalismus wurde. Allerdings blieb sie zu oft leer.

Briefkasten im Himmelmannpark meist leer: Die schwierige Suche nach Anregungen der Bürger

Der Fröndenberger Trichter oder Himmelmann-Trichter steht an einem der Eingangstore in den Park. 1996 ist er zum Baudenkmal erklärt worden und wurde unter anderem von dem international bekannten Maler und Bildhauer Professor Markus Lüpertz saniert. Auch der Name des renommierten Künstlers ließe sich im Rahmen der IGA 2027 über die Grenzen Fröndenbergs hinaus besser vermarkten. © Marcus Land

Ernüchternde Ausbeute

Kommt diese Bürgerbeteiligung für die Fröndenberger zu früh? Dieser Eindruck könnte entstehen, denn auch nach mehr als der Hälfte des schon verlängerten Befragungszeitraums ist die Ausbeute ernüchternd, wie Madita Busch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt berichtete.

Gerade einmal sieben Rückläufe habe es gegeben – alle Formulare wurden handschriftlich ausgefüllt. Immerhin: Die Anregungen seien alle sinnvoll, berichtete Busch. „Da ist kein Quatsch dabei, wir können damit arbeiten.“ Welche Vorschläge genau eingegangen sind, will die Stadt noch nicht verraten.

Bürgerbeteiligung

Teilnahme über viele Kanäle möglich

  • Im Himmelmannpark steht eine Postbox mit Fragebögen. Der Kasten wird regelmäßig geleert.
  • Die Fragebögen können aber auch in die Briefkästen am Rathaus I und am Rathaus II eingeworfen werden.
  • Auf der Homepage der Stadt ist der Flyer als PDF-Datei hinterlegt. Dort gibt es auch ein interaktives Dokument, das direkt am PC ausgefüllt werden kann.
  • Kontakt aufnehmen können Interessierte auch per E-Mail an himmelmannpark@froendenberg.de sowie unter Tel. (02373) 976-327 oder -282.

Allerdings ist das Echo aus der Bevölkerung vor allem eines: ernüchternd! Die Fröndenberger suggerieren damit, ihnen sei das Projekt egal. Klar: Bis 2027 ist es noch ein weiter Weg und die Ruhrstadt weiß noch gar nicht, ob sie unter dem Leitmotiv „Wie wollen wir leben?“ Teil der IGA wird. Aber die Planungen brauchen Vorlauf und die Verwaltung zeigt ihrerseits die erforderliche Weitsicht.

Briefkasten im Himmelmannpark meist leer: Die schwierige Suche nach Anregungen der Bürger

Die Flutmulde der Ruhr liegt nah am Himmelmannpark. © Honung

Informationen im Netz

Auf der Homepage der Stadt Fröndenberg gibt es umfangreiche Informationen. Die muss man aber gar nicht in Gänze kennen, um selbst Vorschläge zu machen. Es geht vor allem um das Sammeln von Ideen – zunächst unabhängig davon, ob und wie sich das ganze dann tatsächlich umsetzen lässt.

Noch bis Ende September können die Bürgerinnen und Bürger diese besondere Chance beim Schopfe packen. Eine Stadt lebt von guten Ideen – und längst nicht alle müssen aus der Verwaltung oder aus den Reihen der Politik kommen.

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