Briefkasten im Himmelmannpark kriegt Post für die Internationale Gartenausstellung 2027

dzIGA 2027

Post für die Internationale Gartenausstellung 2027: Ab sofort können die Besucher des Himmelmannparks ihre Ideen aufschreiben und in einen Briefkasten einwerfen. Ein dringlicher Wunsch ist aber ausgeschlossen.

Fröndenberg

, 24.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürgerbeteiligung an der Internationalen Gartenausstellung 2027 hat begonnen: Die Stadt hat am Dienstag im Himmelmannpark eine Box mit Infoflyern bestückt und daneben einen Briefkasten postiert.

Briefkasten und Flyer befinden sich hinter dem Eintritt am Trichter

Angebracht sind Box und Kasten hinter dem Parkzugang am Trichter. Gefragt wird nach Wünschen, Ideen und Anregungen für das zukünftige Aussehen des Parkgeländes.

Rund 1000 Flyer hat die Stadt zunächst drucken lassen. Madita Busch vom Team Bauen und Planen im Rathaus wird den Briefkasten täglich leeren und bei Bedarf Flyer nachlegen.

Briefkasten im Himmelmannpark kriegt Post für die Internationale Gartenausstellung 2027

Die Postbox und der mit Infoflyern gefüllte Kasten befinden sich seit Dienstag hinter dem Parkeingang am Fröndenberger Trichter. Die Stadtverwaltung will möglichst auch noch einen Kugelschreiber anbringen, damit das sofortige Ausfüllen des Flyers erleichtert wird. © Marcus Land

Denn bis zum 30. September hofft die Stadt auf reichlich Resonanz von den Parkbesuchen. Die können daran mitarbeiten, mit welchen Attraktionen sich Fröndenberg um eine Teilnahme an der IGA 2027 bewerben wird.

Die Besucher des Himmelmannparks sollen gezielt angesprochen werden; ganz bewusst werden die Infoflyer, die zugleich Antwortkarte sind, daher an keinem anderen Standort im Stadtgebiet ausgelegt.

Während sich also in den nächsten Wochen die Postbox nach und nach mit den Antwortkarten füllen soll, zeigt sich schon jetzt, dass es widerstreitende Interessen gibt.

»Bei der Gartenschau sollte man doch auch CO2-freundlich sein.«
Eckhard Overbeck, ADFC Fröndenberg

So wiederholt der ADFC Fröndenberg seinen großen Wunsch: Der Radverkehr auf dem Ruhrtalradweg möge künftig durch den Himmelmannpark geleitet werden.

Eckhard Overbeck und Klaus Hüning reagieren damit auf die kürzlich noch im Hauptausschuss geführte Diskussion zur konsequenteren Ahndung von Verkehrsverstößen: Denn das Radfahren ist derzeit im Himmelmannpark verboten.

Briefkasten im Himmelmannpark kriegt Post für die Internationale Gartenausstellung 2027

Das Radfahrverbot im Himmelmannpark führt zu einem Konflikt. Ob der sich bis zur Internationalen Gartenausstellung 2027 auflösen lässt, ist fraglich. © Marcel Drawe

Bauamtsleiter Martin Kramme betonte zu diesem Thema auf Nachfrage nochmals: Er sehe keine Chance, dass die Straßenverkehrsbehörde den Radverkehr im Himmelmannpark zulässt.

Mit der IGA 2027 erwarte man eine noch höhere Frequenz von Spaziergängern im Park. Begegneten sich diese und Radwanderer mit dicken Reisetaschen auf dem Gepäckträger, seien Konflikte programmiert. „Die Beschwerden nehmen jetzt schon zu.“

»Die Beschwerden nehmen jetzt schon zu.«
Martin Kramme, Bauamtsleiter

Die Fröndenberger Fahrradlobbyisten sehen in dem Ausschluss der Radfahrer aus dem Park eher einen Konflikt mit den Zielen der IGA 2027. „Bei der Gartenschau sollte man doch auch CO2-freundlich sein“, findet Eckhard Overbeck – so sie denn überhaupt nach Fröndenberg komme.

Neben diesem pointierten Hinweis auf den Klimaschutz appellieren die ADFCler auf gegenseitige Rücksichtnahme von Fußgängern und Radfahrern. „Es gibt auch Randalierer bei den Radfahrern“, räumt Overbeck ein, aber beispielsweise in Werl, Werne oder Hamm sei das Radfahren in Parks erlaubt, in Neheim weise man die dortigen gemischt genutzten Wege mit dem Schild „Fairness-Zone“ aus.

Briefkasten im Himmelmannpark kriegt Post für die Internationale Gartenausstellung 2027

Wie die Flutmulde der Ruhr am Himmelmannpark künftig in eine attraktivere Gestaltung des Parks eingebunden werden könnte – auch hierzu können sich die Parkbesucher äußern. © Hornung

„Es ist überall möglich – nur in Fröndenberg nicht“, ärgert sich Klaus Hüning über den Debattenverlauf im Hauptausschuss, wo sich die Fraktionen tendenziell eher gegen Radverkehr im Himmelmannpark aussprachen.

Während die Kritik des ADFC einen Einzelpunkt betrifft, hat es bei ähnlichen freiwilligen Engagements der Stadt, wie es die Beteiligung an einer Gartenschau nun einmal ist, auch immer generelle Ablehnung gegeben, weil Pflichtaufgaben vernachlässigt würden.

Briefkasten im Himmelmannpark kriegt Post für die Internationale Gartenausstellung 2027

Mit diesem Flyer fragt die Stadt bis Ende September Ideen und Anregungen der Parkbesucher für die Internationale Gartenschau 2027 an, an der sich Fröndenberg beteiligen möchte. © Land, Marcus

Dem tritt Heinz-Günter Freck entgegen. „Wir arbeiten an beiden Themen gleichzeitig“, sagt der Beigeordnete. So sei der Etatposten für den Straßenbau deutlich aufgestockt worden, die Schulen und Feuerwehrhäuser würden saniert.

Vom attraktiveren Himmelmannpark profitieren auch die Einwohner

Viel wichtiger, so Freck, sei aber die Einsicht, dass von einem attraktiveren Himmelmannpark nicht nur Touristen, sondern „auch unsere Bürger profitieren“.

Was die Fröndenberger, zumindest die Parkbesucher unter ihnen, von der Internationalen Gartenschau 2027 halten, wird vermutlich die Menge und Qualität der eingereichten Ideen und Vorschläge beweisen.

Zur Sache

Eigenanteil der Stadt könnte rund 460.000 Euro betragen

  • Für die Umsetzung des Projektes Zukunftswerkstatt Himmelmannpark Fröndenberg/Ruhr hat die Verwaltung im Vorfeld folgende Maßnahmen mit einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro vorgeschlagen:
  • Errichtung eines Kunstpfades (35.000 Euro), Wegweiser „Ketten aus Fröndenberg/Ruhr“ (2000 Euro), Errichtung einer Fotowand (10.000 Euro), Errichtung einer Giebelwand am Ulmke-Forum (10.000 Euro), Anlegen einer „Kettenblumenwiese“ (20.000 Euro), Errichtung einer Liegewiese (300.000 Euro), Errichtung eines Wassersteges (200.000 Euro), Herstellen eines begehbaren Wasserabschnittes (700.000 Euro), Illuminierung der points of intrest im Himmelmannpark (5000 Euro), Planungskosten (256.000 Euro).
  • Eine Refinanzierung der investiven Kosten über entsprechende Fördermittel (zum Beispiel Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – EFRE – , Städtebauförderung) ist seitens des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Aussicht gestellt worden.
  • Die IGA 2027-Maßnahmen sollen vor allem über die Städtebauförderung gefördert werden. Für die Stadt Fröndenberg liegt die Förderquote für Städtebauförderungsprojekte derzeit bei 70 Prozent.
  • Ein Landschaftsarchitekt müsste die Planungen übernehmen. Daher sind Planungskosten in Höhe von 20 Prozent der Baukosten (256.000 Euro) einzuplanen.
  • Ihren Eigenanteil in Höhe von rund 460.000 Euro stellt die Stadt „unter Vorbehalt einer Förderung und unter Berücksichtigung der finanziellen Gesamtsituation in den kommunalen Haushaltsjahren bis 2028“.
  • Durch die Neustrukturierung des Himmelmannparks verlagert und intensiviert sich der jetzige Pflegerhythmus. Die Verwaltung schätzt jährliche Folgekosten von rund 17.500 Euro unter anderem für die Pflege der Liegewiese und die Reinigung eines begehbaren Abschnitts der Flutmulde.

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