Heroin-Abhängiger aus Fröndenberger JVK: „Ich war neun Stunden lang fixiert“

dzVor Gericht

Beleidigung, versuchte Körperverletzung und Nötigung: Ein langjähriger Drogensüchtiger hat seinen Aggressionen im JVK freien Lauf gelassen. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten.

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 10.07.2019 / Lesedauer: 2 min

Jahrelanger Konsum von Heroin und Kokain hinterließ seine Spuren bei einem 40-Jährigen: Er bekam eine drogenbedingte Psychose. Das brachte ihm während seiner Haftzeit einen Aufenthalt im JVK in Fröndenberg ein, wo er sich wegen Beleidigung, versuchter Körperverletzung und versuchter Nötigung strafbar machte. Für seine Taten musste sich der Mann nun im Amtsgericht Unna verantworten.

„So ist es“, bestätigte der Verteidiger kurz die Richtigkeit der Vorwürfe gegen seinen Mandanten. Der hatte am 6. Oktober vergangenen Jahres, das Personal des JVK als „Schweine“ und „Arschlöcher“ bezeichnet. Er werde sie draußen alle kriegen. Dann versuchte er erfolglos, einer Angestellten, die ihm Elektroden für ein EKG hatte anlegen wollen, mit einem Kopfstoß daran zu hindern.

Angeklagter begründet versuchte Kopfnuss mit stundenlanger Fixierung

Er sei neun Stunden lang fixiert und seine Flasche für Urin voll gewesen, begründete der Angeklagte diese „Kurzschlussreaktion“; wie es sein Anwalt nannte. Warum er denn fixiert worden war, wollte der Richter wissen. Aufgrund der Psychose habe er Medikamente bekommen, durch die er gekrampft habe. Er habe niemanden verletzen wollen. Aber: „Es war so erniedrigend, da zu liegen, und nicht auf Toilette zu können.“ Er habe sich bereits eingenässt gehabt.

Am nächsten Tag sei er aus dem JVK entlassen worden und zurück ins Gefängnis gekommen.

Sechs Monate lang verschärfte Sicherheitsmaßnahmen wegen des Vorfalls

Wegen des Vorfalls habe er sechs Monate lang verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wie Einzelfreistunde, ertragen müssen. „Es war insgesamt eine Ausnahmesituation“, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Aber auch, wenn er neun Stunden lang fixiert gewesen sei, hätte er das Krankenhauspersonal nicht angreifen dürfen. Der Vorsitzende verurteilte den Angeklagten schließlich zu 320 Euro Geldstrafe. Für den 40-Jährigen, dem nach Abzug der Haftkosten 280 Euro bleiben, eine spürbare Strafe.

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