5000 Euro gewinnen: Wer macht sich um die Heimat verdient?

dzHeimatpreis

Heimat boomt: Landauf, landab werden Heimatpreise vergeben. Auch in Fröndenberg. Nicht ganz günstig für den Steuerzahler – manch einer aber darf sich über eine Finanzspritze freuen.

Fröndenberg

, 05.09.2019, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heimat. Für die einen eine Modeerscheinung, eine belächelte Schöpfung von Innen- und Heimatminister Horst Seehofer (CSU). Für die anderen ein Gefühl. Eine Emotion. Eine Liebe. Auf jeden Fall aber ist Heimat ein Ort; zum Beispiel Fröndenberg.

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Engagement für eben diese Heimat kann sich buchstäblich bezahlt machen. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Heimatpreis soll noch in diesem Jahr das erste Mal in der Ruhrstadt ausgelobt werden. Jedenfalls, wenn die Bezirksregierung Arnsberg rechtzeitig grünes Licht gibt.

„Nur eine Politik, die wertschätzt, was Menschen jeden Tag in unserem Land [...] leisten, wird dazu beitragen, dass Heimat bewahrt und gleichzeitig für die Zukunft gestaltet werden kann.“
Ina Scharrenbach (CDU)

150 Millionen Euro für den Heimat-Boom

Die sitzt mit im Boot, weil der Heimatpreis keine Fröndenberger Erfindung ist. Landauf, landab werden Heimatpreise ausgeschrieben, die das Land Nordrhein-Westfalen je nach Größe der Kommune mit 5000, 10.000 oder 15.000 Euro bezuschusst; mehr als 140 Städte, Kreis und Gemeinden machen mit. Hinzu kommen die Initiativen „Heimat-Scheck“ und „Heimat-Zeugnis“ – insgesamt lässt sich das nordrhein-westfälische Heimatministerium unter der Leitung der Kamenerin Ina Scharrenbach (CDU) den Heimat-Boom bis 2022 insgesamt 150 Millionen Euro kosten.

Hintergrund

Das ist der Heimatpreis

  • Der Fröndenberger Heimatpreis ist mit 5000 Euro dotiert – aufgeteilt auf drei Preise zu 2500 Euro, 1500 Euro beziehungsweise 1000 Euro.
  • Preiswürdig sind ausschließlich nicht-kommerzielle Projekte beziehungsweise Initiativen, die Identität und Heimatbewusstsein in Fröndenberg fördern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in besonderer Weise stärken, Heimat erlebbbar machen oder Kultur und Kreativität in besonderer Weise bereichern.
  • Die Projekte beziehungsweise Initiativen müssen allgemein zugänglich, zukunftsorientiert und nachhaltig sein und im Stadtgebiet umgesetzt werden.
  • Sobald die Genehmigung der Bezirksregierung vorliegt, kann jeder über die Internetseite der Stadt Vorschläge einreichen – Initiatoren können sich auch selbst bewerben.
  • Entscheiden wird am Ende ein Jury, der neben dem Bürgermeister jeweils ein Vertreter jeder Ratsfraktion angehört.

„Wir fördern, was Menschen verbindet“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Ministeriums, in der die Ministerin zitiert wird mit den Worten: „Nur eine Politik, die wertschätzt, was Menschen jeden Tag in unserem Land im Großen und vielmehr im Kleinen leisten, wird dazu beitragen, dass Heimat bewahrt und gleichzeitig für die Zukunft gestaltet werden kann.“

Kommerzielle Projekte sind ausgeschlossen

Es dürfte vor allem ehrenamtliches Engagement sein, das für eine Würdigung mit dem Heimatpreis in Frage kommt. „Kommerzielle Projekte, Maßnahmen beziehungsweise Initiativen können nicht berücksichtigt werden“, heißt es vonseiten der Stadt denn auch zu den Preiskriterien. Projekte, die Identität und Heimatbewusstsein fördern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Kultur und Kreativität in der Stadt in besonderer Weise bereichern oder Heimat erlebbar machen kommen für den Preis in Frage. Die Projekte müssen „allgemein zugänglich, zukunftsorientiert und nachhaltig sein“, heißt es weiter.

Noch können keine Vorschläge für den Heimatpreis 2019 eingereicht werden – dafür braucht es erst besagte Zustimmung von der Bezirksregierung. Liegt die vor, soll ein entsprechender Antrag auf der Internetseite der Stadt Fröndenberg veröffentlicht werden.

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