Hausverbot bei der Post – Kunde wird auf Bürgersteig bedient

dzDeutsche Post

Ein Hausverbot für einen Kunden der Postfiliale in Fröndenberg führt zu einer ungewöhnlichen Dienstleistung: Die Geschäfte sollen vorerst vor der Tür auf dem Gehweg abgewickelt werden.

Fröndenberg

, 04.12.2019, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Postfiliale Schulte-Hammer an der Winschotener Straße hat kürzlich gegenüber einem Kunden ein Hausverbot ausgesprochen. Solange der Mann das Geschäftslokal nicht betreten darf, sollen seine Postgeschäfte auf dem Gehweg abgewickelt werden.

Weswegen überhaupt das Hausverbot ausgesprochen worden ist und ob es rechtlich gültig ist, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen der beiden Seiten.

Hausverbot kam, nachdem Kunde um Tesafilm und Schere bat

Der Kunde behauptet gegenüber unserer Redaktion, er habe in der Filiale um Tesafilm und Schere gebeten, um eine Postsendung vorzubereiten. Dies sei ihm verwehrt worden, worauf es zu einem Disput kam.

Er habe ganz sachlich seine Verwunderung darüber ausgedrückt und niemanden beschimpft, am Ende sei ihm aber gesagt worden, er solle das Geschäftslokal verlassen. „Man hat mir ein Hausverbot ausgesprochen“, berichtet der Mann*, der in Köln wohnt und in Fröndenberg regelmäßig seine Eltern besucht.

»Er muss uns an der Tür rufen und wir kommen dann nach draußen.«
Hans-Georg Hammer, Inhaber Postfiliale

Hans-Georg Hammer, Inhaber der Postfiliale, stellt den Sachverhalt dagegen vollkommen anders dar. Seine Mitarbeiterinnen seien von dem Mann beschimpft worden. „Er hat die Damen auf unterster Ebene angepöbelt“, so Hammer.

Es habe bereits mehrere ähnliche Vorfälle mit dem Mann gegeben, weswegen das Hausverbot auch gerechtfertigt sei. Ihm sei allerdings auch klar, dass man auch als privatisierte Postfiliale „eine halböffentliche Einrichtung“ sei, so Hammer.

„Hinterlegte Post müssen wir ihm aushändigen.“

Dies werde auch trotz Hausverbots gewährleistet. „Er muss uns an der Tür rufen und wir kommen dann nach draußen“, so Hans-Georg Hammer. Der betroffene Kunde will diese Lösung nicht einsehen: „Soll ich dann jedes Mal durch den Laden brüllen?“ Es könne nicht sein, dass eine Postfiliale „willkürlich“ Hausverbote ausspreche und nicht nachprüfbar sei, ob sie rechtens sind.

Info

Versandschluss für Briefe und Pakete

  • Fröndenberg, Winschotener Straße 14: Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 13 Uhr; Versandschlusszeiten: Brief Mo-Fr, 17.25 Uhr, Samstag 12:35 Uhr; Paket Mo-Fr 15.05 Uhr, Samstag 12:35 Uhr; Express national: Mo-Fr 17:25 Uhr, Samstag 12:35 Uhr; Express international: Mo-Fr 16.30 Uhr.
  • Langschede, Hauptstraße 35: Öffnungszeiten: Mo-Fr 14.30 bis 17.30 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr; Versandschlusszeiten: Brief: Mo-Fr 16.25 Uhr, Samstag 11.45 Uhr; Paket: Mo-Fr 15.45 Uhr, Samstag 11.45 Uhr; Express national: Mo-Fr 16.25 Uhr, Samstag 11.45 Uhr; Express international: Mo-Fr 16 Uhr.
  • Hohenheide, Hohenheide 89: Öffnungszeiten: Mo-Fr 6.30 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr; Samstag 6.30 bis 12 Uhr; Versandschlusszeiten: Brief: Mo-Do 15.20 Uhr, Freitag 15.25 Uhr, Samstag 11.10 Uhr; Paket: Mo-Sa 8.30 Uhr; Express national: Mo-Do 15.20 Uhr, Freitag 15.25 Uhr, Samstag 11.10 Uhr; Express international: Mo-Fr 16.30 Uhr.
  • DHL-Paketshop, In der Twiete 3: Öffnungszeiten: Di-Fr 6.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr; Samstag 6 bis 12.30 Uhr; Versandschlusszeiten: Paket: Samstag 12.30 Uhr.
  • DHL-Paketshop. Overbergstraße 9: Öffnungszeiten täglich außer sonntags ab 6.15 Uhr; Versandschlusszeiten: Montag 16.30 Uhr; Dienstag bis Freitag 18 Uhr; Samstag 13 Uhr.
  • Packstation, Bahnhofstraße 15: Zugangszeit 24 Stunden; Paket versenden, Paketabholung, Paket an Filiale/Packstation schicken lassen.

Die Deutsche Post selbst ist bei dieser Auseinandersetzung mehr oder minder außen vor, wie Pressesprecher Rainer Ernzer erklärt. „Das Hausrecht obliegt dem Einzelhändler“, so Ernzer. Die Post betreibe mittlerweile keine einzige Filiale mehr in eigener Regie. Entweder kooperiert man mit örtlichen Geschäften oder mit der Postbank, einem eigenständigen Unternehmen.

Es komme immer mal wieder vor, dass Hausverbote ausgesprochen werden. „Wir können dann vermittelnd wirken“, bietet Ernzer an. Das gelinge auch in den meisten Fällen. Häufig ziehe man den Filialbetreuer zu einem klärenden Gespräch hinzu. Manchmal seien die Fronten zwischen den Parteien allerdings derart verhärtet, dass nichts mehr zu machen sei.

Postfilialist erwartet Entschuldigung, ansonsten bleibt‘s beim Hausverbot

Die Situation sei sicherlich „etwas unglücklich“, so Ernzer, weil es um die Zustellung von Post gehe. Alternativ könne immerhin immer eine andere Filiale aufgesucht werden. Gehe es um Päckchen, könne dem Zusteller auch ein Nachbar oder eine andere Stelle als Ablageort genannt werden. Bei Einschreiben, die persönlich entgegengenommen werden müssen, könne man eine Zweitzustellung veranlassen.

»Wir können dann vermittelnd wirken.«
Rainer Ernzer, Pressesprecher Deutsche Post

Von diesen Alternativvorschlägen hält der ausgeschlossene Kunde der Fröndenberger Postfiliale nicht viel. Er will sich nun bei der Bundesnetzagentur beschweren.

Hans-Georg Schulte-Hammer bleibt bei seinem Angebot, die Postgeschäfte vor dem Laden abzuwickeln: „Oder er entschuldigt sich.“

* Name der Redaktion bekannt

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