Haus „mit Lärm“ gekauft - Anwohner an B 233 scheitert mit Bitte um Schallschutz

dzVerkehrslärm

Verkehrslärm an der B 233 dürfte nicht nur diesem Anwohner auf die Nerven gehen: Nachdem der Hauseigentümer mit einem Antrag auf Schallschutz scheiterte, will er nun ein Durchfahrverbot für Lkw erreichen.

Fröndenberg

, 01.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Um Krankheit zu verhindern, bitte ich Sie um wohlwollende Prüfung.“ - Mit diesem Appell an die Stadt Fröndenberg schließt ein Bürgerantrag, mit dem die Reduzierung des Verkehrslärms auf der B 233 erreicht werden soll.

Der Hauseigentümer, dessen Namen die Stadtverwaltung in dem Schreiben an das Rathaus geschwärzt hat, wendet sich mit seinem Anliegen bereits an die zweite öffentliche Stelle.

»Der Lkw-Verkehr ist am schlimmsten.«
Anlieger der B 233

Bereits vor geraumer Zeit habe er die Situation an der Unnaer Straße dem Landesbetrieb Straßenbau NRW geschildert: Die Bundesstraße führe unmittelbar an seinem Haus vorbei und stelle eine erhebliche Lärmquelle dar. Daneben werde die Luftqualität wegen der Abgase stark belastet.

Schallschutz von Straßen NRW nicht genehmigt

Von der Landesbehörde erhoffte sich der Anlieger passiven Schallschutz an seinem Haus. Tatsächlich bezuschusst NRW Maßnahmen wie schalldichte Fenster, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Laut Antragsteller stellte sich Straßen NRW aber auf den Standpunkt, dass dieser sein Haus 2015 in dem Wissen um die Lärmbelastung an der Hauptverkehrsstraße, die zumal ein Autobahnzubringer ist, wissen musste. Zuschüsse erhielt er von dem Landesbetrieb nicht.

Auch durch den neuen Blitzer an der Unnaer Straße/B 233 in Langschede erhofften sich Anwohner eine Lärmreduzierung.

Auch durch den neuen Blitzer an der Unnaer Straße/B 233 in Langschede erhofften sich Anwohner eine Lärmreduzierung. © Archiv/Hennes

Nach diesem Misserfolg, so schildert es der Anwohner, habe er in einem weiteren Anlauf Straßen NRW gebeten, durch geeignete Maßnahmen, die Belastung zumindest durch „schwere Lkw“ zu reduzieren: mit Hilfe eines Durchfahrtverbots, durch Umleitungen, Tempo-30-Regelungen oder „weitere sinnvolle Maßnahmen“.

Für solche Verkehrsanforderungen, ließ man ihn wissen, sei indes die Stadt Fröndenberg zuständig, jedenfalls müsse die Kommune, wenn nötig, selbst die Anträge bei dem Landesbetrieb stellen.

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Mitte April ging nun ein entsprechender Antrag des Bürgers bei der Stadtverwaltung ein: Darin wiederholt der B 233-Anrainer seine Bitte, den Lärm auf der Bundesstraße zu minimieren.

„Der Lkw-Verkehr ist am schlimmsten“, schreibt der Antragsteller. Er regt zudem an, lärmschluckenden Fahrbahnbelag auf der B 233 aufzubringen, sollten andere Maßnahmen nicht möglich sein.

Rat verweist Antrag an den Verkehrsausschuss

Dem Rat blieb nun in seiner Sitzung im Juni nichts anderes übrig, als den Antrag gemäß seiner Geschäftsordnung ohne Aussprache zunächst in den zuständigen Bau- und Verkehrsausschuss zu verweisen.

Dieser tagt wegen der anstehenden Kommunalwahl womöglich aber erst wieder im November oder Dezember. Dass es dem Anwohner offenbar dringend mit einer Lösung gegen den Lärm ist, zeigt eine weitere Bitte, die er am Ende formuliert: „Bitte teilen Sie mir mit, dass Sie den Antrag erhalten haben und bearbeiten - und auch Ihre Entscheidung.“

Zur Sache

Lärmsanierung ist freiwillige Leistung

  • Eine Lärmsanierung an bestehenden Bundesfernstraßen wird nach Angaben von Straßen NRW „als freiwillige Leistung auf der Grundlage haushaltsrechtlicher Regelungen durchgeführt“.
  • Eine der Grundvoraussetzungen ist, dass der „Beurteilungspegel“ einen der maßgeblichen Immissionswerte der Lärmsanierung überschreitet.
  • Für Kern-, Dorf- und Mischgebiete liegen die maßgeblichen Werte an Bundesfernstraßen tagsüber bei 69 dB(A) und nachts bei 59 dB(A). An Landesstraßen gelten die Werte von 67 dB(A) am Tag und 57 dB(A) in der Nacht.
  • Anhand der Ergebnisse einer lärmtechnischen Berechnung wird die Lärmsituation eingeschätzt. Die wesentlichen Kriterien zur Bewertung sind dabei u.a. die Stärke der Lärmbelastung, die Anzahl der Betroffenen und die Art des Gebietes.
  • Passive Lärmschutzmaßnahmen sind zum Beispiel der Einbau von Schallschutzfenstern oder Lüftern. Aufwendungen für den passiven Lärmschutz können bis zu 75 Prozent erstattet werden.
  • Jeder kann einen formlosen Antrag auf Überprüfung der Lärmsituation im Bereich seines Wohnhauses an die Straßenbauverwaltung richten.

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