Halbseitiges Parken: Anwohner nahm genau Maß – doch die Stadt kontert mit Richtlinie

dzParkplätze

Das Abstellen von Fahrzeugen ist in engen Seitenstraßen von Wohngebieten oft verboten oder Maßarbeit. Auf eine naheliegende Idee eines Anwohners antwortet die Stadt mit einer Verwaltungsrichtlinie.

Fröndenberg

, 16.01.2020, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Parkplätze in Wohngebieten sind rar, das Parken auf der Straße behindert indes den Verkehrsfluss. Es gibt viele Gründe, warum sich Anwohner halbseitiges Parken auf Gehwegen wünschen. Der probate Hinweis eines Ardeyers lässt sich laut Fröndenberger Stadtverwaltung nicht umsetzen.

Politik und Verwaltung hatten vor einigen Monaten die Nordstraße unter die Lupe genommen. Dort darf auf der Straße geparkt werden, weil sie dafür die erforderliche Breite aufweist.

Halbseitiges Parken an der Nordstraße nach Ortstermin vom Tisch

Anwohner befürchteten jedoch, dass ihre Fahrzeuge durch zu dicht vorbeifahrende Autos beschädigt werden und regten das halbseitige Parken auf dem Bürgersteig an.

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Halbseitiges Parken: Anwohner nahm genau Maß – doch die Stadt kontert mit Richtlinie

Bei einem Ortstermin in der Nordstraße haben Politiker sowie Verwaltungsmitarbeiter Möglichkeiten fürs Parken auf dem Gehweg ausgelotet. © Udo Hennes

Nach einem Ortstermin des Bau- und Verkehrsausschusses konnte die Stadt für dieses Ansinnen allerdings kein grünes Licht geben. Der Grund: Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises verlange eine Restbreite auf dem Gehweg von 2,50 Meter. Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer sollen den Bürgersteig natürlich noch problemlos trotzt parkender Fahrzeuge nutzen können.

»Wenn ich mir die Bürgersteige in Fröndenberg ansehe, gibt es nur wenige, die diese Breite auch ohne Auto aufweisen.«
Helmut Schiemann, Anwohner in Ardey

„Ist das wirklich so?“, fragt sich Helmut Schiemann mit Blick auf die von Kreis Unna geforderte Restbreite. „Wenn ich mir die Bürgersteige in Fröndenberg ansehe, gibt es nur wenige, die diese Breite auch ohne Auto aufweisen“, sagt er. „Die Restbreite von 2,50 Meter ist eigentlich illusorisch. Es gibt sehr viele Beispiele, bei denen der Restbürgersteig wesentlich schmaler ist. In der ,Bredde‘ in Ardey sind Parkstreifen bei einer Restbreite von vielleicht 1 Meter aufgemalt“, so Schiemann.

In vielen Kommunen werde das Falschparken auf Gehwegen toleriert, wenn neben den Fahrzeugen eine ausreichende Restgehwegbreite freigelassen wird. Als Richtwert werde häufig von 1,20 Meter Breite ausgegangen.

Christoph Börger, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, nimmt dem Ardeyer diese Hoffnung allerdings. Zwar sei die Stadtverwaltung nicht zuständig, ihm sei aber bekannt, dass man sich beim Kreis auf RAST berufe.

Richtlinie fordert „lichten Raum“ von 2,50 Meter auf Gehweg

So lautet die Abkürzung einer Verwaltungsrichtlinie, die vollständig Richtlinien zur Anlage von Stadtstraßen heißt. In diesen Empfehlungen für die Verwaltung heißt es, dass der „lichte Raum“ auf dem Gehweg eine Mindestbreite von 2,50 Metern betragen soll.

Weil es diese Regelung aber nicht seit Urzeiten gebe, sei es durchaus möglich, dass heute noch Parkstreifen auf Bürgersteigen eingezeichnet sind, obwohl die Restbreite für Fußgänger viel weniger als 2,50 Meter beträgt wie zum Beispiel in der Straße Bredde in Ardey.

Die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis Unna ziehe aber RAST bei der Beurteilung sämtlicher neuer Maßnahmen heran.

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