Nach weißem Pulver: Hakenkreuz-Schmierereien am Treffpunkt Windmühle in Fröndenberg

dzStaatsschutz ermittelt

„Derartige Anfeindungen nehmen wir nicht einfach so hin,“ ist Landrat Michael Makiolla empört. Nachdem die Jugendeinrichtung des Kreises bereits am Montag Opfer eines vorgetäuschten Anschlags wurde, ist das Gebäude nun beschmiert worden.

Fröndenberg

, 13.03.2020, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang der Woche war es ein vorgetäuschter Anschlag mit weißem Pulver, am Donnerstag, 12. März, tauchten dann Schmierereien an der Jugendeinrichtung des Kreises Unna auf dem Mühlenberg auf.

Der Treffpunkt Windmühle in Fröndenberg wurde innerhalb kürzester Zeit nun zweimal das Ziel von bislang unbekannten Straftätern. Landrat Michael Makiolla ist empört und unterstreicht: „Derartige Anfeindungen nehmen wir nicht einfach so hin.“

Im Treffpunkt Windmühle war am Montag, 9. März, ein Brief mit weißem Pulver eingegangen. „Dieser Brief löste nicht nur einen großen Einsatz von Polizei und Feuerwehr aus, sondern war vor allem eines: Eine furchteinflößende Situation für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort“, erklärt Landrat Michael Makiolla nun in einer Pressemitteilung des Kreises Unna.

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Bis sich das Pulver schlussendlich als harmlos herausstellte, hätten sie „bange Stunden durchleben“ müssen, so der Kreis. Der Einsatz am Montag zog sich vom Mittag bis in den frühen Abend. Weil Spezialkräfte der Feuerwehr Dortmund das Pulver nicht mit eindeutigem Ergebnis untersuchen konnten, mussten Experten aus Essen hinzugezogen werden.

Großflächige Schmierereien

Nun wurden großflächige Schmierereien an der Außenwand der Einrichtung festgestellt, die ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche sowie Menschen jeden Alters des gesamten Mühlenbergs ist. Zuletzt wurde der Anbau an den Treffpunkt Windmühle als sogenanntes Integrationszentrum eingerichtet.

Stundenlang mussten Mitarbeiter des Treffpunkt Windmühle in Fröndenenberg während eines ABC-Einsatzes am Montag im Gebäude aushalten.

Stundenlang mussten Mitarbeiter des Treffpunkt Windmühle in Fröndenenberg während eines ABC-Einsatzes am Montag im Gebäude aushalten. © Neumann

Selbstverständlich habe der Kreis Unna auch diese Straftat sofort angezeigt. Wie die Polizei mitteilt, wurde der Staatsschutz eingeschaltet, weil sich unter den Schmierereien auch ein Hakenkreuz befand.

Kein Platz für Anfeindungen in Fröndenberg

„Ich stelle mich ausdrücklich hinter meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Stadtteileinrichtung für Kinder, Jugendliche und Familien auf dem Mühlenberg hervorragende Arbeit leisten. Einen Anschlag auf unsere Einrichtung vorzutäuschen und Schmierereien anzubringen, das geht nicht als schlechter Scherz durch“, sagt Michael Makiolla.

Die Kriminalpolizei ermittle jetzt nach den Tätern. Eines möchte der Landrat noch verdeutlichen: „Im Kreis Unna und auf dem Fröndenberger Mühlenberg ist kein Platz für derartige Anfeindungen.“

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