Grünschnitt-Pauschale bringt viele Bürger auf die Palme: GWA verteidigt Preispolitik

dzGWA

Warum kostet Kompost etwas? Und warum können andere Kommunen das leisten, was im Kreis Unna offenbar nicht möglich ist? Um die Grünschnitt-Pauschale der GWA hat wird heftig diskutiert.

Fröndenberg

, 20.02.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem der Fröndenberger Martin Bäcker bereits auf der Palme ist, brachte unsere Berichterstattung über die GWA-Gebühren zur Grünschnittentsorgung auch einige Leser dort hin. Sie äußerten ihren Unmut im Telefonat mit der Redaktion oder im Internet auf Facebook.

Martin Bäcker, der einen Garten in beachtlicher Größe pflegt, hatte beklagt, dass er 25 Euro Pauschale für seine Tandem-Anhängerladung Grünschnitt bezahlt. Ein Preis, der für 400 Kilogramm gilt – selbst wenn nur die Hälfte des Gewichts auf dem Anhänger geladen ist. Für den regelmäßigen Gast am Wertstoffhof geht die Anlieferung ins Geld.

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Bäcker würde sich eine Abrechnung nach Gewicht wünschen – bei der er nur für das zahlt, was er tatsächlich abgibt. Die Lkw-Waage der kreiseigenen Abfallgesellschaft in Ostbüren ist allerdings erst ab 400 Kilogramm amtlich geeicht. Anschaffung und Betrieb einer weiteren genaueren Waage würden mehr kosten. Und das müsste auf die Kunden umgelegt werden.

Martin Bäcker hatte über die GWA-Preise geklagt.

Martin Bäcker hatte über die GWA-Preise geklagt. © Borys Sarad

Kein Verständnis dafür hat Leser Kai Bergmann: Er kommentiert auf Facebook: „Es gibt Städte im Ruhrgebiet, da kann man seinen Grünschnitt kostenlos abgeben.“ Auch beim Sperrmüll sei die Preisgestaltung im Kreis Unna nicht gerade bürgerfreundlich, ergänzt Bergmann. Andreas Hellmich, GWA-Sprecher und Leiter der Abfallberatung, verteidigt die Preispolitik des Unternehmens.

Denn: Ob Grünschnitt oder Gefahrengut – für die Entsorgung oder Weiterverwertung des Mülls würden Technik und Personal benötigt. Und beides koste Geld. Zum Teil wird das von den Kommunen über die Restmüllgebühr finanziert. An deren Höhe bemessen sich die zusätzlichen Kosten für den Kunden.

Bürger bemängeln, dass sie doppelt zahlen

„Der größte Witz an der Sache ist doch, dass man seinen Grünschnitt zu den Wertstoffhöfen bringt, dafür bezahlen muss – und dieser Grünschnitt wird dann kompostiert und als Düngererde wieder an den Bürger verkauft“, sagt Wolf Julian Bergauer. Man zahle also doppelt. „Das ist eine bodenlose Frechheit!“

„Der größte Witz an der Sache ist doch, dass man seinen Grünschnitt zu den Wertstoffhöfen bringt, dafür bezahlen muss – und dieser Grünschnitt wird dann kompostiert und als Düngererde wieder an den Bürger verkauft.“
Wolf Julian Bergauer
Entsorgungskosten für alle anderen Stoffe? Damit hat Bergauer keine Probleme. Aber dass er für den Grünschnitt so quasi doppelt bezahle, kann der Facebook-Kommentator nicht verstehen. Leserin Silke Krüger fügt hinzu, dass auch andere Wertstoffe vermarktet werden.

An der Ausgabe von Kompost, so Hellmich, mache die GWA keinen Gewinn. Die Preise, 13 Euro pro Tonne, sollten dafür sensibilisieren, das Kompost kein Abfall sondern ein Produkt ist, das seinen Wert hat.

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Dennoch befürchten einige Bürger, dass die Preise der GWA für achtlos in der Natur entsorgten Grünschnitt und Sperrmüll verantwortlich sind. Die „Kehrseite der Medaille“, wie sie sagt, kennt Nicole Bielermeier: „In Billmerich hinter dem Friedhof liegen fünf Müllsäcke voll mit Grünschnitt im Graben.“

Rechnung mit genauer Gewichtsangabe

Norbert Störmann hat in der Zeitung von den Grünschnitt-Gebüren gelesen und ärgert sich noch über einen ganz anderen Aspekt: Er hat zu seiner letzten Sperrmüll-Abfuhr eine Rechnung erhalten – und darin ist genau angegeben, was sein Sperrmüll auf die Waage gebracht hat: 0,25 Tonnen, sprich 250 Kilogramm – ein Betrag, den die Waage eigentlich gar nicht genau messen kann.

Messen könne sie ein solches Gewicht schon. Mit einer Abweichung von 20, 30 oder 40 Kilo, sagt Hellmich. So könnte man schon unterscheiden, ob nun jemand, 400 Kilo oder nur die Hälfte anliefere, vor einiger Zeit sei die Gebühr auch noch nach Gewicht berechnet worden. Doch das sei der GWA inzwischen schlichtweg rechtlich nicht mehr erlaubt.

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