Blumen, Tiere, Landschaften, Architektur, Licht und Schatten - Hans-Günther Mark fotografiert alles. Und er macht noch viel mehr: Er begeistert andere fürs Fotografieren - im Arbeitskreis künstlerische Fotografie.

von Martin Krehl

Fröndenberg

, 10.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war zu spät: „Ich hatte mich schon viel zu sehr eingemischt“, schmunzelt Hans-Günther Mark heute noch, wenn er an diesen Abend im Mai 2005 denkt. Da hatte Jochen Lukas ihn gefragt, ob er nicht die Organisationsleitung des Fröndenberger Arbeitskreises künstlerische Fotografie (AKF) übernehmen könne. Seitdem ist Mark die gute Seele des AKF.

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Eigentlich hatte Mark nur nach Kontakten gesucht – als Seemann und späterer Berufssoldat hatte er an seinem Wohnort in Menden kaum private Kontakte. „Da kann ich heute noch durch die Innenstadt gehen ohe jemanden grüßen zu müssen“. Sein Sohn, mit dem Mark die Leidenschaft fürs Fotografieren teilt, hatte ihn auf den Arbeitskreis in Fröndenberg hingewiesen. Das wäre doch was für ihn, da könne er mit seinem Hoby doch gut Bekanntschaften knüpfen.

Strukturieren liegt Hans-Günther Mark im Blut

Das ist ihm auch gelungen, denn für den AKF musste Mark allerlei Gespräche führen, verhandeln, fragen, organiseren. Letzteres liegt ihm übrigens quasi im Blut. Strukturen aufbauen, pflegen, ordnen – das ist genau das, was dem gelernten Schlosser und einstigen Kesselkonstrukteur am meisten Spaß macht. Sein Vater verhinderte den Besuch einer höheren Schule, also ließ Mark in seinem späteren Berufsleben keine noch so abwegige Chance aus sich weiterzubilden, Kompetenzen zu gewinnen und leitende Funktionen auszuüben.

Hans-Günther Mark vermittelt den Spaß am Fotografieren

Der Arbeitskreis künstlerischer Fotografie trifft sich jeden ersten und dritten Freitag eines Monats im Gemeindehaus St. Konrad in Langschede. © Martin Krehl

Erstmal riss er als 17-Jähriger nach absolvierter Lehre Zuhause in Wanne-Eickel aus. Jeder andere wäre in Hamburg unter die Räder gekommen, Hans-Günther Mark hatte das nötige Quentchen Glück und eine schnelle Auffassungsgabe. Er fand sofort Arbeit („Der Chef gab mir sein Butterbrot und schickte mich sofort auf die Baustelle“), baute Hallen im Hafen, wohnte in Seemannsheimen und heuerte natürlich auch an.

Auf große Fahrt bis Kanada und Südamerika ging es, bis sein Vater ihn mit der Polizei nach Hause holen wollte. Weil er ein feste Arbeit nachweisen konnte, durfte er aber in der Hansestadt bleiben. Mark wurde Stammgast im legendären „StarClub“, erlebte all‘ die Rock’n Roll-Stars der 1960er-Jahre aus nächster Nähe und konnte zuhause in Wanne-Eickel mächtig damit angeben. Auch bei seiner künftigen Frau.

Frisch verheiratet wurde er von der Bundeswehr eingezogen
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WER IST FÜR SIE EINE GUTE SEELE?

  • Im Rampenlicht stehen oder besonders gelobt werden, das will sie nicht - aber sie ist in jedem Verein, jedem Klub und jedem Kränzchen unverzichtbar. Die „gute Seele“ vom Ganzen hält sich eher im Hintergrund, steht aber uneigennützig sofort parat, wenn sie gebraucht wird.
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Die Bundeswehr zog den werdenden Vater und frisch Verheirateten dann wider Erwarten doch zum Dienst ein, der lange Schlacks musste sich in Hemer in enge Panzer klemmen. Am Ende des Wehrdienstes nahm er die Chance wahr, zum Fahrlehrer und zum Betriebswirt ausgebildet zu werden. Dafür verpflichtete er sich auf zwölf Jahre. Als Zahlstellenfeldwebel bewies er seine ordnenden Talente. Die Rente erlebte Hans-Günther Mark dann aber in der freien Wirtschaft als angestellter EDV-Systemberater – alle Kompetenzen dafür hatte er bei der Bundeswehr gelernt.

Schon als Kind für Fotografie interessiert

Als Junge hatte sich Mark schon für die Fotografie interessiert. Mit seiner ersten Agfa Box knipste er die extra nassgemachten Blümchen in Omas Garten. Der Drogerie in Wanne-Eickel nahm er den Apparat erst ab, als er die letzte Rate auf den Tisch legen konnte.

Mark ging bei seinen Kameras mit der Zeit, musste aber auch immer aufs Geld achten. Seine Fotos von der Seefahrerei sind allerdings alle weg, weil ihm in Hamburg die ganze Ausrüstung vom Schiff gestohlen wurde.

„Es kann dann sein, dass sich keiner dafür findet bei den wenigen Mitstreitern. Dann wird der Arbeitskreis einschlafen.“
HANS-GÜNTHER MARK WIRD WOHL IM NÄCHSTEN JAHR ALS ORGANISATOR AUFHÖREN

Mit seinem Sohn fotografierte er später wieder intensiver; wenn der sich was Neues leistete, nahm der Papa das ältere Modell. Blumen, Tiere, Landschaften, Architektur, Licht und Schatten – Mark hat sich an der ganzen Bandbreite der künstlerischen Fotografie versucht.

Mehr als ein Dutzend Amateur-Fotografen werden von ihm betreut

Der Maler und Fotograf Jochen Lukas aus Ardey erkannte in Marks seinen würdigen Nachfolger. Jeden ersten und dritten Freitag im Monat trifft sich der Club heute noch ab 18 Uhr im Gemeindehaus St. Konrad in Langschede. Es waren selten mehr als ein Dutzend Amateur-Fotografen, die Mark da umsichtig und nachsichtig bei der Stange hielt.

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Sein angegriffener Gesundheitszustand wird es nötig machen, das Amt als Organisator der Klubabende im nächsten Jahr weiterzureichen. „Es kann dann sein, dass sich keiner dafür findet bei den wenigen Mitstreitern, dann wird der Arbeitskreis einschlafen“. Was sehr schade wäre, denn die Klubmitglieder beraten sich untereinander sehr kollegial und freundschaftlich – „das finden Sie so nirgends mehr“.

Wer seine Bilder mal vorstellen und kritisch-konstruktiv begutachten lassen will, kann sich an Hans-Günther Mark wenden: Telefon 02373/15219.
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