Grundsteuern und Gewerbesteuern wachsen - Kämmerer sorgen aber Kurzarbeit und Entlassungen

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Grundsteuern und Gewerbesteuern sprudelten 2019 ordentlich in die Stadtkasse. Die Zuwächse lagen in Fröndenberg sogar leicht über dem Landesschnitt. Den Kämmerer sorgt nun aber eine andere Einnahmequelle.

Fröndenberg

, 21.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Steuereinnahmen aus den lokalen Quellen sind ein wichtiges Standbein für den städtischen Haushalt. 2019 durfte Fröndenberg bei den Einkünften aus Grund- und Gewerbesteuern nicht meckern - sie lagen sogar über den landesweiten Zuwächsen.

Aufgerundet 10,9 Millionen Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr aus den beiden sogenannten Realsteuern vereinnahmt. Das war ein Zuwachs von rund 100.000 Euro und damit genau ein Prozent mehr als 2018.

Heinz-Günter Freck

Heinz-Günter Freck © Alexander Heine

„Wir werden mit Einbrüchen bei den Gemeindeanteilen an der Einkommensteuer rechnen müssen.“
Kämmerer Heinz-Günter Freck

Durchschnittlich stiegen die Einnahmen aus den beiden kommunalen Steuerarten in Nordrhein-Westfalen nur um 0,7 Prozent an, errechnete das Statistikamt. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass das Niveau der Gewerbesteuer in Fröndenberg mit zwischen 5,5 und 6 Millionen Euro traditionell relativ niedrig ist.

2019 waren es immerhin 6,16 Millionen Euro nach 6,07 Millionen im Jahr davor.

Gewerbesteuer traditionell niedrig

Die Stadt ist kein großer Industriestandort, weil wegen großer Wasserschutzzonen geeignete Flächen fehlen. Entsprechend wenig große Steuerzahler gibt es.

Als anschaulicher Vergleich mag die Stadt Werdohl dienen, die knapp unter 20.000 Einwohner und eine kleinere Fläche hat: Bei der Kommune im Märkischen Kreis schlägt die Gewerbesteuer mit mehr als 11 Millionen Euro zu Buche.

Immerhin kann Fröndenberg bei beiden Steuerquellen einen Hebel ansetzen und die Steuerschraube in finanziell klammen Zeiten anziehen. Das hat Fröndenberg bei der Grundsteuer B auch vor wenigen Jahren getan: Mit rund 4,59 Millionen Euro sind die Einnahmen nochmals leicht im Vergleich zu 2018 (4,58 Millionen Euro) gestiegen.

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Während sich die Höhe der Grundsteuer nur über den individuellen städtischen Hebesatz verändern lässt, ist das Aufkommen aus der Gewerbesteuer sehr konjunkturabhängig.

Pessimismus wegen Kurzarbeitergeld und Entlassungen

Beigeordneter Heinz-Günter Freck hatte für die Jahre 2020 bis 2023 den Ansatz bei der Gewerbesteuer moderat auf jährlich sechs Millionen Euro erhöht.

Mittlerweile sieht Freck „pessimistischer in die Zukunft“ - natürlich durch die sich anbahnende Wirtschaftskrise infolge des Coronavirus bedingt. Allerdings kann der Kämmerer überhaupt nicht absehen, ob die Gewinne der örtlichen Unternehmen in diesem Jahr schmaler werden.

Seine Sorge gilt vielmehr den Anteilen, die der Bund den Gemeinden von der Einkommensteuer abgibt: Mit zuletzt fast 11 Millionen Euro war dieser Posten im Fröndenberger Etat ebenso hoch wie die beiden Realsteuern zusammen.

Weil aber unzählige Unternehmen bereits Kurzarbeit angemeldet haben und auch Entlassungen zu befürchten sind, „werden wir mit Einbrüchen rechnen müssen“, vermutet Heinz-Günter Freck.

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