Gründung der Tafel Fröndenberg vertagt: Akteure wollen Konfrontation mit Unna vermeiden

dzNeue Tafel in Fröndenberg

„Unserer Ansicht nach ist eine durchgehende Versorgung der Bedürftigen nicht gewährleistet“, erklärte Kurt Potthoff. „Deshalb möchten wir in Fröndenberg eine eigene Tafel gründen.“

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 29.07.2020, 19:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da es für eine Neugründung noch einige Fragen zu klären gab, wurde zur Infoveranstaltung ins Alleecafé eingeladen. „Das Problem ist, dass die Bedürftigkeit bleibt, unsere Ausgabe aber weiterhin geschlossen ist“, sagte Potthoff am Mittwoch. Das Vorhaben aber ist vertagt worden.

„In Gesprächen mit der Tafel Unna sind wir nicht weitergekommen, so dass ich als AWo-Vorsitzender die Initiative ergriff, um die Versorgung notdürftig sicherzustellen“, so der Fröndenberger.

„Wir müssen uns bei Fröndenberger Bürgern für 6000 Euro Spenden bedanken, die nun zum Lebensmitteleinkauf verwendet werden“, ergänzte Jürgen Wiechert.

Nicht der verlässliche Partner

Der Bedarf ist also da. „Wir denken, dass wir mit der Tafel Unna nicht den verlässlichen Partner an unserer Seite haben, den wir uns wünschen“, meinte Kurt Potthoff. „Deshalb drängen wir auf Eigenständigkeit.“ Doch da stellte sich der Vorstand der Tafel Unna quer.

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AWo-Vorsitzender Kurt Potthoff (M.) hatte Wolfgang Weilerswist (r.) und Volker Nüßmann vom Landesverband der Tafeln in NRW eingeladen, um Antworten zu bekommen.

AWo-Vorsitzender Kurt Potthoff (M.) hatte Wolfgang Weilerswist (r.) und Volker Nüßmann vom Landesverband der Tafeln in NRW eingeladen, um Antworten zu bekommen. © Peter Benedickt

Wolfgang Weilerswist, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in NRW, stellte klar, dass es ein „Alleinvertretungsrecht für eine Kreisstadt“ eigentlich nicht gibt. „Ich sehe nicht, dass eine Zentrale für ein komplettes Gebiet zuständig sein soll.“

Einfach eine Gründung vornehmen, wäre eine Möglichkeit. „Der Landesverband stimmt zu, die Unnaer sagen nein. Dann geht es zum Bundesverband in Berlin, von dessen Schiedsspruch hängt es endgültig ab“, so Weilerswist. Der Zeitfaktor spiele keine große Rolle: „Wir sind Ehrenamtliche, da geht so etwas schnell.“

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Er denke, dass es keine Schwierigkeiten gibt, aber: „Es wäre besser, sich gütlich zu einigen.“ Deshalb sollte das Gespräch mit den Verantwortlichen in Unna gesucht werden. Er selbst biete sich als Moderator an.

Noch einmal das Gespräch suchen

„Dieser Weg scheint der vernünftigste“, stimmte Martin Schoppmann zu. „Denn der Konfrontationskurs sollte höchsten Plan D sein.“ Er hoffe, dass bei einigen Leuten „die Lampen angehen“, wenn von höherer Position die Sache im Sinne der Fröndenberger positiv bewertet wird.

Kurt Potthoff hatte zu der Info-Veranstaltung unter anderem Vertreter aller Fröndenberger Parteien sowie der Kirchengemeinden eingeladen.

Wolfgang Weilerswist will versuchen, schnellstmöglich einen Termin zu finden, um sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Birgit Mescher, Martin Schoppmann und Wolfgang Voesch stellen dabei die Fröndenberger Delegation.

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