Großes Bangen um ausgewilderte Eichhörnchen in Fröndenberg

dzEichhörnchen in Not

Helga Meissner ist Tierheilpraktikerin und kümmert sich um verwaiste Eichhörnchen. Nach den Stürmen in den letzten Wochen fürchtet sie um das Wohl ihrer ausgewilderten Tiere.

Fröndenberg

, 26.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine harte Zeit für die jungen Eichhörnchen, die Helga Meissner im Herbst 2019 in die freie Wildbahn entlassen hat. Dauerregen und ein Sturm nach dem anderen machen nicht nur den Wäldern zu schaffen, sondern auch ihren kleinen Bewohnern. Die Tierheilpraktikerin fürchtet um das Wohl der Tiere, die sie im vergangenen Jahr mühevoll versorgt, aufgepäppelt und anschließend wieder ausgewildert hat.

„Ich kann nicht sagen, wie es ihnen geht. Ich sehe sie im Moment so gut wie nie“, sagt sie. Um zu überprüfen, ob es den Tieren gut gehe, müsste sie sich an den Futterstellen im Wald auf die Lauer legen. Bei der derzeitigen Wetterlage schlichtweg unmöglich. „Das ist zu gefährlich.“

Stürme machen Spaziergänge im Wald zu gefährlich

Zwei Patienten haben in den vergangenen Wochen den Weg zu ihr gefunden. Ein gutes Zeichen? „Nicht wirklich“, sagt Meissner. „Die meisten verletzten oder verwaisten Tiere werden im Moment nicht gefunden. Wer geht denn bei diesem Wetter in den Wald?“

Die Fröndenberger Tierheilpraktikerin Helga Meissner kümmert sich um verletzte und verwaiste Eichhörnchen und wildert diese später wieder aus.

Die Fröndenberger Tierheilpraktikerin Helga Meissner kümmert sich um verletzte und verwaiste Eichhörnchen und wildert diese später wieder aus. © Udo Hennes

Durch die Stürme werde den Menschen abgeraten, in den Wäldern spazieren zu gehen. Zu gefährlich, das kann Meissner verstehen. Die Sorge um ihre Tiere bleibt.

Wenn derzeit Eichhörnchen gefunden würden, dann von den Gartenhörnchen. Den Tieren, die in den Gärten oder an Häusern ihre Nester gebaut und gebrütet haben. „Da haben die Jungen eine Chance, dass sie im Notfall gefunden werden.“

Schlechte Karten für Tiere im Wald

Bei den Tieren im Wald sehe das schon ganz anders aus. Vielleicht würde man später ein paar Kobel finden, schätzt Meissner. Für die herausgefallenen Tiere kommt dann aber jede Hilfe zu spät.

Denn trotz der kühlen Temperaturen gäbe es bereits die ersten Würfe des Jahres. Meissner kann nur hoffen, dass es den Tieren gut geht. „Wenn da ein Jungtier Hilfe braucht, wird es derzeit nicht gefunden.“

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Ein Problem, dass bei hohem Schnee im Winter ebenso bestehen würde. Und jetzt eben durch die Stürme. „Das ist für die Leute viel zu gefährlich im Wald.“ Zudem wären viele Wege im Wald durch die Baumarbeiten blockiert. Nicht einmal Meissner kann derzeit alle Futter- und Schlafstellen ihrer ausgewilderten Schützlinge erreichen. „Ich kann sie nicht anfahren und zu Fuß kann ich nicht alle ablaufen. Das ist unmöglich.“

Fichten bieten weder Nahrung noch Schutz

Immerhin: Die Futterhäuschen und auch die aufgehängten Schlafhäuser haben die Stürme gut überstanden. „Da hatte ich Glück.“ Meissner sucht stabile Fichten aus. In Zeiten des Fichtensterbens keine leichte Herausforderung. Mit Schrauben bringt sie die Häuser fest in den Kronen an und geht dabei auf Nummer sicher, sichert die Schlafhäuser auch gleich mit Seilen am Stamm.

Verschraubt und mit Seilen gesichert: Die Schlafhäuser der Eichhörnchen haben die Stürme unbeschadet überstanden.

Verschraubt und mit Seilen gesichert: Die Schlafhäuser der Eichhörnchen haben die Stürme unbeschadet überstanden. © Hornung

„Von den ausgesuchten Bäumen ist keiner umgestürzt.“ Nur ein Futterhäuschen habe sie an einen neuen Platz bringen müssen. Die toten Fichten bieten den Stürmen wenig Widerstand, da sie keine Nadeln mehr tragen. „Aber sie bieten auch den Eichhörnchen keinen Schutz mehr“, sagt Meissner. Dadurch hätten Greifvögel leichtes Spiel.

Andere Bäume kommen für die Eichhörnchen allerdings nur schwerlich in Frage. „Laubbäume bieten ab Herbst gar keinen Schutz mehr. Das wird immer schwieriger, einen guten Platz zu finden. Die Fichten sind alle kaputt.“ Gelegentlich würde sie noch ein paar Eiben finden. „Das ist schlecht. Dadurch fehlt den Eichhörnchen auch eine wichtige Nahrungsquelle.“

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