Der Glasfaserausbau schreitet voran - doch die nächste Nachfragebündelung wird knifflig

dzBreitband-Internet

Der Breitbandausbau auf den Dörfern schreitet voran: Während Muenet bislang keine Probleme hatte, Glasfaser unter die Erde zu bekommen, müssen nun womöglich einige Hürden genommen werden.

Fröndenberg

, 19.03.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Bausenhagen wird an allen Ecken und Enden gebuddelt: Muenet schließt das Dorf ans schnelle Internet an, dafür müssen zunächst etliche Kilometer Glasfasern unter die Erde gebracht werden. Die nächsten Stadtteile klopfen bereits bei dem Versorger an - doch die nächste Nachfragebündelung wird knifflig.

Patrick Nettels

Patrick Nettels © Alexander Heine

„Eine Nachfragebündelung über die Sozialen Medien wird spannend.“
Patrick Nettels, Geschäftsführer Muenet

Im Januar hat Muenet in Bausenhagen damit begonnen, am Straßenrand oder auf den Gehwegen die Gräben für die Glasfaserkabel zu ziehen. Der Tiefbau steht nun kurz vor dem Abschluss, in gut vier Wochen soll das letzte Loch verfüllt sein.

Das sei sehr schnell gegangen, freut sich Patrick Nettels, neben Laslo Müther Gründer des Telekommunikationsunternehmens aus Rosendahl im Kreis Coesfeld.

Bausenhagen

Im Anschluss an die Verlegung der Glasfaserleitungen steht die Montage bei den Kunden an. Die Hausanschlüsse werden vor allem mit Schweißarbeiten angebracht; noch einmal rund sechs Wochen kalkuliert Patrick Nettels für den finalen Arbeitsgang ein. „Das heißt aber noch nicht, dass die Haushalte danach online gehen können“, so Nettels. Dafür muss erst die Haupttrasse fertiggestellt sein.

Ostbüren

An eine gemeinsame Haupttrasse werden sämtliche Zuleitungen aus Bausenhagen und Ostbüren angeschlossen. Muenet hat auch mit der Trasse bereits begonnen; entlang der Bausenhagener Straße (K23) zwischen den beiden Ortsteilen sind schon etliche ausgehobene Kopflöcher zu sehen, aus denen die Leitungen lugen.

Für Ostbüren selbst hat sich die Planung rund vier Wochen verzögert, weil sich die Verlegung entlang der sehr schmalen K23, größtenteils ohne Bankette ausgestattet, als aufwändiger als gedacht herausstellte.

An vielen Stellen in Bausenhagen wird derzeit gebuddelt; in rund vier Wochen sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein.

An vielen Stellen in Bausenhagen wird derzeit gebuddelt; in rund vier Wochen sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein. © Marcus Land

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Die eigentlichen Glasfasern, oder auch Lichtleiter genannt, werden von einer Isolationsschicht aus Polyethylen ummantelt, die sie vor Feuchtigkeit und Zugkraft schützt.

Die eigentlichen Glasfasern, oder auch Lichtleiter genannt, werden von einer Isolationsschicht aus Polyethylen ummantelt, die sie vor Feuchtigkeit und Zugkraft schützt. © Marcus Land

Zur SacheGlasfaserausbau steht unter Coronvirus-Vorbehalt

  • Muenet rechnet damit, dass die Ortsteile, in denen bereits Aufträge für den Glasfaserausbau erteilt worden sind, Ende 2020/Anfang 2021 über schnelles Internet verfügen werden. Rund 1900 Haushalte dürften dann mit Breitband versorgt sein.
  • Derzeit stehen solche Prognosen allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich der Coronavirus nicht weiter ausbreitet und keine Mitarbeiter infiziert werden.
  • Außerdem, so Patrick Nettels, sei es möglich, dass viele der eingesetzten ausländischen Straßenarbeiter aus osteuropäischen Staaten spätestens zu Ostern die Heimreise antreten wollen, weil die Grenzen schließen.
  • Eine weitere Unsicherheit betrifft die Lieferungen aus China: Aus dem stark von dem Coronavirus betroffenen Land erhält Muenet wichtige Elektronikbauteile und Komponenten für Anschlussmuffen, ohne die der Ausbau nicht fertiggestellt werden kann.

Frömern

Die Planung für diesen Stadtteil ist abgeschlossen. Planung bedeutet vor allem: Es wird die Trassenführung bestimmt und es werden erforderliche Genehmigungen bei Stadt- und Kreisverwaltung sowie beim Landesbetrieb Straßen NRW eingeholt.

Start des Tiefbaus in Frömern soll in zwei bis drei Wochen sein; ein gutes halbes Jahr werden die Arbeiten dort dauern.

Auch Frömern kann an die Haupttrasse, die Ostbüren und Bausenhagen versorgt, angebunden werden.

Hohenheide

Nach viel Engagement von Mitbürgern war auch auf der Hohenheide die für die Wirtschaftlichkeit des Glasfaserausbaus erforderliche Quote der sich beteiligenden Haushalte erreicht worden.

Auch für die Heide tüfteln Patrick Nettels und Laslo Müther derzeit noch die ideale Trassenführung durch den Ort aus und erledigen alle Formalitäten bei den Behörden. Auch noch in diesem Jahr, wohl zeitgleich mit Ostbüren, wird es auf der Hohenheide unter die Erde gehen.

Stentrop

Für Stentrop plant Muenet ebenfalls bereits die Trasse. Noch nicht ganz so weit sind Neimen und Frohnhausen: Hier gibt es immerhin erste Anfragen. Mittelfristig rechnet Patrick Nettels damit, auch für diese beiden Ortsteile Angebote machen zu können.

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Die Tiefbauarbeiten für das Glasfaser sind in Bausenhagen sehr schnell vorangegangen. Viele Gräben sind bereits wieder zugeschüttet. Die Sorge der Firma Muenet ist derzeit, dass durch die Auswirkungen des Coronavirus Materiallieferungen aus China ausbleiben oder Arbeiter aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Tschechien womöglich in ihre Heimatländer zurückreisen wollen.

Die Tiefbauarbeiten für das Glasfaser sind in Bausenhagen sehr schnell vorangegangen. Viele Gräben sind bereits wieder zugeschüttet. Die Sorge der Firma Muenet ist derzeit, dass durch die Auswirkungen des Coronavirus Materiallieferungen aus China ausbleiben oder Arbeiter aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Tschechien womöglich in ihre Heimatländer zurückreisen wollen. © Marcus Land

Muenet hat den Glasfaserausbau in Bausenhagen begonnen; es folgen noch die Ortsteile Frömern, Ostbüren und die Hohenheide. Die Versorgung mit Breitband ist in den Dörfern damit auf einem relativ guten Niveau.

Muenet hat den Glasfaserausbau in Bausenhagen begonnen; es folgen noch die Ortsteile Frömern, Ostbüren und die Hohenheide. Die Versorgung mit Breitband ist in den Dörfern damit auf einem relativ guten Niveau. © Marcus Land

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Warmen

Rund 250 Haushalte könnten auch in Warmen künftig an das Breitband angeschlossen werden. Doch die für kommende Woche geplante Versammlung zur Nachfragebündelung im Ort musste man absagen - verboten wegen der Ansteckungsgefahr durch den Coronavirus.

Vermutlich wird man den Bedarf nun über einen Aufruf in den Sozialen Medien abfragen. Eine ähnliche Problematik gibt es in Bentrop, wo gut 50 Haushalte versorgt werden könnten.

Nachfragebündelung ausschließlich im Internet: „Das wird spannend“, sagt Internetunternehmer Patrick Nettels.

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