Glasfaser-Ärger in Frömern: „Die Volksseele kocht“ – Firma Muenet kontert

dzSchnelles Internet

Auf schnelles Internet wollen die wenigsten Haushalte verzichten. In Frömern fühlen sich Glasfaserkunden verschaukelt, weil sie seit Monaten auf Anschlüsse warteten. Jetzt kontert die Firma Muenet – und überrascht.

Fröndenberg

, 09.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Fröndenberger Ortsteil Frömern wollen fast 500 Haushalte Breitband-Internet von dem Unternehmen Muenet beziehen. Jetzt beklagen sich Kunden über langsame Fortschritte und drohen sogar mit Kündigung. Muenet sieht das anders.

»Es dauert endlos, große Bilddateien hochzuladen.«
Vectoring-Nutzer in Frömern

„Die Volksseele kocht“, sagt ein Frömerner, der auf seinen Glasfaser-Hausanschluss wartet und namentlich nicht genannt werden möchte. Wie er fühlten sich besonders im Unterdorf des Ortsteils viele Kunden verschaukelt.

Bei einer Informationsveranstaltung Ende 2019 sei von Muenet ein Anschluss schon ab dem Frühsommer in Aussicht gestellt worden. Nun müsse man mitansehen, dass in anderen Dörfern, trotz späterer Nachfragebündelung, der Ausbau schon teilweise schneller abgeschlossen sei als in Frömern.

Im Home Office auf schnelles Internet angewiesen

Gerade jetzt in Corona-Zeiten sei er im Home Office auf schnelles Internet angewiesen, sagt der enttäuschte Kunde. „Es dauert endlos, große Bilddateien hochzuladen.“ Wer noch nicht an das Glasfasernetz angeschlossen ist, behilft sich bis dahin noch mit der Vectoring-Methode, die aber nicht so leistungsfähig ist.

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Man habe zwar nur eine mündliche Aussage von Muenet, nichts Schriftliches, aber man überlege bereits, sich nach anderen Anbietern zu erkundigen, heißt es weiter. Er spreche vor allem für den Bereich Bonekamp, In der Twiete, Lindenhofstraße und Bielenbusch.

»Die Informationslage ist aber eher dürftig und das verunsichert die Menschen.«
Peter Quade, Multiplikator

Peter Quade ist einer der Multiplikatoren in Frömern, die dafür gesorgt haben, dass die Haushalte über das Glasfaserprojekt informiert wurden und sich schließlich als Befürworter eines Ausbaus und letztlich als Kunden meldeten.

Quade sagt, dass im Dezember tatsächlich von Muenet verlautet worden sei, „dass bis zur Mitte diesen Jahres durch seien könnte, wenn alles glatt läuft“. Dass viele weitere Gebiete teils auch parallel angeschlossen werden und dass Corona vieles verzögerte, habe man bemerkt.

Unmut wegen mangelnder Kommunikation

Gewünscht habe man sich daher, dass Muenet über Verzögerungen informiert hätte, „dann hätten alle planen können und es wäre weniger Unmut entstanden“, sagt Peter Quade.

Info

Kunden in Neimen müssen sich melden

  • Für den Ortsteil Frohnhausen war die Nachfragebündelung bereits erfolgreich abgeschlossen worden. In der 43./44. Kalenderwoche sollen dort die Tiefbauer anrücken.
  • Für rund 20 Haushalte im angrenzenden Teil des benachbarten Stadtteils Neimen besteht die Möglichkeit, im selben Zuge ebenfalls Glasfaser zu erhalten. Diese Kunden müssen sich in der 42. Kalenderwoche vertraglich binden.

Zudem sei Hauseigentümern in der Regel auch unklar, wann genau die Glasfaserleitungen in die Leerrohre eingeblasen werden und der Hausanschluss konkret bevorsteht. Insofern wünsche man sich eine bessere Kommunikation durch das Unternehmen.

Bautrupps leisten gute Arbeit

Andererseits habe er von vielen Menschen im Dorf gehört, und sehe es auch selbst so, dass die Tiefbautrupps wirklich gute Arbeit leisteten. Peter Quade: „Nüchtern betrachtet gibt es meiner Meinung nach am Fortschritt des Ausbaus gar nicht so viel zu meckern. Die Informationslage ist aber eher dürftig und das verunsichert die Menschen.“

„Aus meiner Sicht sind wir im Fahrplan“, sagt Patrick Nettels, Geschäftsführer von Muenet. Er mache auch grundsätzlich keine konkreten Terminzusagen. Tatsächlich habe aber der Abzug von Baukolonnen, die wegen der Corona-Pandemie in ihre Heimatländer reisten, zu Verzögerungen geführt.

»Aus meiner Sicht sind wir im Fahrplan.«
Patrick Nettels, Geschäftsführer Muenet

Noch vor Weihnachten sollen alle am Netz sein

Bei fast 350 der knapp 500 Kunden sei mittlerweile der Tiefbau abgeschlossen, mehr als 200 Kunden seien aktuell auch schon am Netz. Es sei unmöglich gewesen, sämtliche Haushalte „in einem Rutsch“ anzuschließen“, so Nettels.

Nach Rücksprache mit dem Tiefbauer am Freitagnachmittag hatte Nettels dann sogar eine positive Nachricht für die noch unversorgten Glasfaserkunden: Der Tiefbau soll Ende November komplett erledigt sein.

Man hoffe, dass noch vor Weihnachten sämtliche Haushalte am Netz sind.

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