Gewerbegebiete aus der Luft betrachtet: Schürenfeld wird so groß wie 15 Fußballplätze

dzNaturschutz und Wirtschaft

Gewerbe und Industrie schmiegen sich in Fröndenberg direkt an die Landschaft an. Fotos aus der Luft zeigen, wie nah sich Natur und Produktion sind. Wie fügt sich da das geplante Gewerbegebiet Schürenfeld ein?

Fröndenberg

, 01.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem geplanten Gewerbegebiet Schürenfeld wird vermutlich zum letzten Mal eine große landwirtschaftliche Fläche in Fröndenberg für Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe umgewandelt. Die Größenordnung lässt aufhorchen.

Dass in Strickherdicke Natur für gewerbliche Nutzung weichen muss, kann man so nicht sagen: Ein Großteil der benötigten Grundstücke entlang der B 233 ist längst kultiviert und wird seit Generationen für landwirtschaftliche Produktion genutzt.

Gewerbegebiet Schürenfeld

Wo einst sehr wahrscheinlich Wald oder Steppe war, folgten Felder und Äcker - und im vorläufig letzten Schritt sollen sich hier in Zukunft vor allem ortsansässige Handwerker und Dienstleister ansiedeln. Vielleicht auch die Feuerwehr für den Ostteil der Stadt.

→ Das Gewerbegebiet Schürenfeld wird eine Größe von rund 110.000 Quadratmetern haben. Umgerechnet in das für Natur und Landwirtschaft bevorzugte Flächenmaß sind das 11 Hektar oder gut 15 Fußballplätze.

→ Ein Vergleich mit den bestehenden Gewerbe- und Naturschutzgebieten in Fröndenberg macht deutlich, welchen Anteil an der Bodenfläche in Fröndenberg das Gewerbegebiet Schürenfeld haben wird.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Luftbilder: Gewerbeflächen und Naturschutzgebiete

Luftbilder zeigen, wie sich Industrie und Gewerbe oft dicht an Natur und Landschaft Fröndenbergs anschmiegen.
01.06.2020
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Kiebitzwiese und Biotop Ruhraue, Ententeich und die Ruhr: Dicht schmiegt sich das Gewerbegebiet Westick/Landstraße über rund 1600 Meter Länge an die Natur.© Hans Blossey
Das Gewerbegebiet Westick/Landstraße ist das größte Industrieviertel in Fröndenberg, hier ist der Bereich an der Werner-von-Siemens-Straße zu sehen.© Hans Blossey
Im Hintergrund des Justizvollzugskrankenhauses NRW auf dem Hirschberg ist die Ruhr mit dem Naturschutzgebiet Obergraben westlich Wickede zu erkennen.© Hans Blossey
Der Landwirtschaftsbetrieb Hähnchenhof zur Nieden mit dem Waldstück "Im Rottland" in Ardey.© Hans Blossey
Langschede nimmt in der heutigen Stadt Fröndenberg/Ruhr eine Sonderrolle ein: Bedingt durch die Lage am Fluss und den wichtigen Ruhrübergang an der Verbindungsstraße von Unna nach Menden/Iserlohn etablierte sich hier schon im 18. Jahrhundert ein Getreidemarkt...© Hans Blossey
... aus der Getreidemühle entwickelte sich in Langschede ab 1891 zunächst unter Ausnutzung der Wasserkraft eine Metallindustrie. Noch heute legt die dichtere Besiedelung der westlichen Stadtteile Zeugnis von der weitaus stärkeren Industrialisierung als in den östlichen Ortsteilen ab.© Hans Blossey
Dellwig wird südlich der Hauptstraße vom Gewerbegebiet Ohlweg geprägt. In Dellwig-Nord gibt es zugleich fast 100 Hektar Landschaftsschutzgebiet.© Hans Blossey
Inmitten grüner Landschaft wie hier in der Nähe der Ruhrauen in Dellwig wirken Gewerbeflächen aus der Luft betrachtet besonders dominant.© Hans Blossey
Das Gewerbegebiet "Altes Thyssengelände" in Langschede mit dem ehemaligen Mannesmann-Werk Mannesmann prägt den Ortsteil bis heute - von dem ehemaligen Mühlenviertel an dieser Stelle mit Fachwerkbauten gibt es kaum noch Zeugnisse.© Hans Blossey

Naturschutzgebiete

In Fröndenberg gibt es fünf Naturschutzgebiete. Diese Flächen genießen den höchsten Schutz nach dem heutigen Bundesnaturschutzgesetz. Sie dienen vor allem der Erhaltung der Biodiversität.

→ Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete in Fröndenberg beträgt rund 167,17 Hektar. Das Strickherdicker Bachtal, dem Schürenfeld am nächsten, ist allein 22,83 Hektar und damit doppelt so groß, also wie rund 30 Fußballplätze.

→ Das größte Naturschutzgebiet ist die Kiebitzwiese mit 46,65 Hektar, gefolgt vom Ostholzbachtal mit 43,09 Hektar, dem Obergraben westlich Wickede mit 44,72 Hektar und der Wulmke mit 9,88 Hektar.

→ Die ersten Naturschutzgebiete in Deutschland waren übrigens das Neandertal (August 1921), die Lüneburger Heide (Dezember 1921) und das Siebengebirge (Juni 1922) - der Stellenwert solcher Flächen lässt sich hieran ablesen.

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Landschaftsschutzgebiete

Nicht so stark geschützt wie die Naturschutz- sind die Landschaftsschutzgebiete, die die Regenerationsfähigkeit der Naturgüter erhalten und eine besondere Bedeutung für die Erholung haben.

→ In Fröndenberg gibt es sieben Landschaftsschutzgebiete (LSG) mit einer Gesamtgröße von rund 2534 Hektar; das sind 25,34 Quadratkilometer und damit nahezu die Hälfte der Fläche Fröndenbergs von 56,23 qkm.

Die größten darunter sind das LSG Fröndenberg-Ost in Stentrop mit 802,63 Hektar und Fröndenberg-Nord südlich des Golfplatzes Gut Neuenhof mit 621,68 Hektar.

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Waldflächen

Die Waldfläche, die in Teilen auch zu Naturschutz- oder zu Landschaftsschutzgebieten gehören kann, ist in der Stadt allein 616 Hektar groß.

→ Diese bewaldete Gesamtfläche von umgerechnet 6,16 Quadratkilometern macht nur elf Prozent des Stadtgebietes aus.

→ In der Forstbetriebsgemeinschaft Unna/Hamm sind auch 50 private Waldbesitzer aus Fröndenberg mit 415 Hektar Wald sowie die Stadt Fröndenberg mit 30 Hektar Kommunalwald freiwillig organisiert.

Gewerbeflächen

Sämtliche Gebäude-, Frei- und Betriebsflächen in Fröndenberg umfassen eine Größe von 797 Hektar; die landwirtschaftliche Fläche dagegen 3619 Hektar.

→ In Fröndenberg gibt es fünf Gewerbegebiete: Ohlweg, Altes Thyssengelände, Ardeyer Straße/Atlantik, In den Telgen sowie Westick/Landstraße. Zudem gibt es den Gewerbepark Dellwig.

→ Sehr exakte Angaben gibt es zum Gewerbepark Dellwig: Die gesamte Grundstücksfläche in der Liethe umfasst 70.482 Quadratmeter oder 7,048 Hektar.

→ Das flächenmäßig größte Gewerbegebiet Westick/Landstraße hat eine West-Ost-Ausdehnung von rund 1600 Metern und Nord-Süd von rund 700 Metern; überschlagen wären das 112 Hektar bei einer gleichmäßigen Form - also die zehnfache Größe des Gewerbegebietes Schürenfeld.

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