In der Markt-Apotheke von Dr. Anke Lochmann in Fröndenberg wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer mit Kochsalzlösung gemischt. © Marcus Land
Im Video: Impfstoff-Herstellung

Geschwenkt und nicht geschüttelt: Die Biontech-Mischer aus Fröndenberg

Eine Spritze mit Impfstoff ist in Sekunden in den Oberarm gepiekst – wie viel Aufwand hinter jeder Dosis Biontech steckt, wissen Apothekerinnen aus Fröndenberg. Auf jeden Schwenk kommt es an.

Wer glaubt, Ärzte und Krankenschwestern könnten Impfspritzen gegen das Coronavirus ohne weiteres aus den kleinen Ampullen mit den verschiedenen Vakzinen aufziehen, irrt: Biontech/Pfizer bedarf einer aufwändigen Prozedur, bevor es in den menschlichen Körper gelangen darf.

„Biontech wird hochkonzentriert geliefert“, erklärt Dr. Anke Lochmann. Die Apotheke der Fröndenbergerin gehört zu jenen Arzneihäusern in Westfalen-Lippe, die den Wirkstoff für die Impfzentren aufbereiten.

Vier-Augen-Prinzip bei Impfstoff-Herstellung

Die Kassenärztliche Vereinigung und der Apothekerverband in diesem Landesteil hätten sich vor dem Aufbau der Impfzentren auf diese Arbeitsteilung geeinigt. Als am 22. Juli der Impfbus auf dem Fröndenberger Wochenmarkt hielt, machte sich das Hand-in-Hand-Arbeiten der Gesundheitsberufe erneut bezahlt.

In dem VKU-Bus wäre das Anmischen des Impfstoffs theoretisch vielleicht möglich gewesen, angesichts des Platzbedarfs und der benötigten Konzentration aber wohl eine eher aufreibende Angelegenheit gewesen.

Kittel, Überschuhen, Haarnetz und Gesichtsmaske

„Mobile Impfteams und Hausärzte können das auch“, betont Anke Lochmann. Doch für die großen Mengen im Impfzentrum Unna oder in den Impfbussen übernehmen die Pharmazeuten diesen Part.

Weil im Impfbus vor Ort geimpft wurde, mischten die Mitarbeiterinnen von Anke Lochmann den Impfstoff 150 Meter entfernt in der Markt-Apotheke. Dazu mussten sich die pharmazeutisch-technischen Assistentinnen Isabel Glombik und Lydia Gebhart zunächst mit Kittel, Überschuhen, Haarnetz und Gesichtsmaske bekleiden.

Lydia Gebhart (l.) und Isabel Glombik mischen den Impfstoff nach exakten Vorgaben des Impfstoffherstellers an.
Lydia Gebhart (l.) und Isabel Glombik mischen den Impfstoff nach exakten Vorgaben des Impfstoffherstellers an. © Marcus Land © Marcus Land

„Es gilt das Vier-Augen-Prinzip“, deutet Anke Lochmann auf penibel zu beachtende Arbeitsschritte hin. Denn die Biontech-Essenz ist so zu vermischen, bis die richtige Konzentration des enthaltenen Wirkstoffs erreicht ist. Für das Mischverhältnis gilt es, eine exakte Anleitung des Pharmaunternehmens zu befolgen.

Kochsalzlösung ist genau abgemessen

Der Impfstoff muss mit steriler Kochsalzlösung verdünnt werden, indem 1,8 Milliliter einer 0,9-prozentigen Natriumchlorid-Lösung unter Druckausgleich eingespritzt werden. Zum Mischen darf der Impfstoff dann nicht geschüttelt werden, vorsichtiges Schwenken oder Rollen ist zu bevorzugen.

„Eine Apothekerin muss immer das Herstellungsprotokoll unterzeichnen“, weist Lochmann auch darauf hin, dass nachverfolgt werden kann, wo, wann und von wem ein Impfstoff rekonstituiert, also hergestellt worden ist.

Diesen Part übernimmt, wenn Anke Lochmann abwesend ist, Apothekerin Patricia Prünte, die den Impfstoff letztlich auch für die Impfbus-Aktion freigab.

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Redaktion Fröndenberg
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