Unterstand zugemauert: Geschäftsführer der Fröndenberger Stadtbäckerei aufgebracht

dzNeue Stadtbücherei

Für die neue Stadtbücherei wurde der Unterstand an der Stadtbäckerei am Markt zugemauert. Das ärgert nun den Geschäftsführer Wolfgang Mersmann, der Umsatzeinbußen befürchtet.

Fröndenberg

, 15.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Landesförderung für die neue Stadtbücherei fließt zwar erst im kommenden Jahr, mit dem Bauvorbereitungen macht die Verwaltung allerdings schon jetzt Nägel mit Köpfen. So wurde unter dem Vordach des ehemaligen Aldis am Marktplatz, in den die Bücherei einziehen soll, eine Fläche zugemauert. Im eingemauerten Bereich soll zukünftig eine Bücherrückgabe-Maschine stehen.

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Die einen dürfte das freuen, zeugt die kurzfristige Baumaßnahme doch vom Fortschritt in Sachen Stadtbücherei. Doch Wolfgang Mersmann, Geschäftsführer der Fröndenberger Stadtbäckerei links des ehemaligen Aldis, traf die Nachricht von der Mauer wie ein Schlag. Seit sechs Jahren durfte er den überdachten Bereich, den er nicht offiziell angemietet hatte, nutzen. Egal ob Sommer oder Winter: In der geschützten Nische war immer etwas los. Vor allem Raucher zählten zu den Stammkunden, die sich Kaffee und Brötchen und eben ihre Zigarette bei Wind und Wetter im Freien schmecken ließen.

50 Euro Umsatzeinbußen schätzt Mersmann pro Tag

Zuletzt hatte Mersmann sogar einen Heizstrahler besorgt. Die Kundschaft aus dem Eck beschere ihm täglich 50 Euro Umsatz. Bei 300 Arbeitstagen 15.000 Euro, rechnet er zusammen. Wenn dieser Umsatz im kommenden Jahr tatsächlich wegbleibt, müsse er Personal entlassen.

Unterstand zugemauert: Geschäftsführer der Fröndenberger Stadtbäckerei aufgebracht

Dennis Heide und Wolfgang Mersmann (Mitte) haben die beiden Filialen der Bäckerei Gersdorf im Jahr 2013 übernommen. © Roman Grzelak

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Angelegenheit einfach: Sie kann über das Grundstück verfügen, braucht den Platz für die neue Maschine, um den Büchereikunden auf begrenztem Raum ein modernes Angebot vorhalten zu können. Das teilte Fachbereichsleiter Ole Strathoff, auf die Angelegenheit angesprochen, im Stadtrat mit.

Bäcker schimpft über „Verschwendung von Steuergeldern“

Die Bücherei, die Rückgabemaschine insbesondere, sei „eine Verschwendung von Steuergeldern“, ärgert sich der aufgebrachte Bäckerei-Geschäftsführer. Zu diesem Ärger führen noch weitere Dinge: Zum einen fragt Mersmann sich, warum die Mauer jetzt schon hochgezogen wurde. Öffne die Bücherei doch erst im Herbst 2020. Zum anderen sei er von Stadt und Immobilienverwaltung erst kurzfristig informiert worden – vor zwei bis drei Wochen. Zunächst sei zudem angekündigt worden, dass erst nach dem Christkindelmarkt gebaut wird.

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Ebenfalls ärgerlich: Weil die Mülltonnen des Betriebs nun hinter dem Markgrafen stehen müssten, hat der Geschäftsführer sie vollständig abbestellt. Den Müll nimmt Mersmann nun mit zur Filiale in Westick, wo er einen Container hat.

Auch von der Schließung des Marktplatzes hält er nichts. Politik und Verwaltung kämen Verkäufern nicht gerade entgegen.

Laut Verwaltungsmitarbeiter Ole Strafhoff würden drei Monate alte Gesprächsprotokolle davon zeugen, dass der Betrieb schon eher über die Pläne der Stadt informiert worden sei.

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