Bauamt entblößt SPD-Antrag als Schnellschuss: Gesamtschule Fröndenberg bis 2027 Baustelle

dzBauzeit unverändert

Nicht zumutbar sei die bis 2027 veranschlagte Bauzeit an der Gesamtschule Fröndenberg, moniert die SPD. Ihrer Forderung, schneller zum Ende zu kommen, zeigt die Verwaltung nun die rote Karte.

16.09.2019, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Modernisierung der Gesamtschule Fröndenberg will die SPD notfalls mit weiteren externen Baufirmen beschleunigen – den Zeitrahmen bis 2027 hält sie für Lehrer und Schüler nicht zumutbar. Das Bauamt sieht dagegen für eine Verkürzung der Bauzeit bis Ende 2024 keine Chance.

Die SPD-Fraktion spürte nach der letzten Sitzung des Schulausschuss vor den Sommerferien eine gefühlte Mehrheit der Politik für ihre Forderung, den Umbau der Jahrgangsbereiche sowie der Unterrichtsumgebung wie zum Beispiel Bücherei, Zentrum und Ganztag mit Teestube deutlich schneller zu realisieren.

»An der Bauzeitenplanug wird festgehalten, weil sie auf der Grundlage eines weitestgehend störungsfreien Schulablaufs entwickelt wurde.«
Bauamt in seiner Ausschussvorlage

„Nicht hinnehmbar“ sei eine Gesamtbauzeit bis 2027, dieser Sicht hätten sich „die anderen im Schulausschuss vertretenen Parteien erkennbar angeschlossen“. Auch Schulleiter Klaus de Vries hatte Vorschläge für eine kürzere Bauzeit vorgelegt.

Umso überraschender kommt nun die Komplettabsage der Verwaltung für dieses Ansinnen. Die stellt in ihrer Vorlage an den Schulausschuss unmissverständlich klar, dass es an der von Stadtarchitektin Sabine Bensmann-Wagner ausgearbeiteten Planung, der allseits gelobt worden war, nicht rütteln will.

Bauamt entblößt SPD-Antrag als Schnellschuss: Gesamtschule Fröndenberg bis 2027 Baustelle

Den Sanierungs- und Zeitplan für die Gesamtschule Fröndenberg hatte Stadtarchitketin Sabine Bensmann-Wagner ausgearbeitet und war hierfür, besonders von der SPD-Fraktion in den höchsten Tönen gelobt worden. Rechts im Bild Fachbereichsleiter Schule Ole Strathoff. © Marcel Drawe

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Das Bauamt stellt den SPD-Antrag als recht undurchdachten Schnellschuss dar: „An der Bauzeitenplanung wird festgehalten, weil sie auf der Grundlage einer realistischen Einschätzung in Bezug auf die geforderte Umsetzungsqualität der einzelnen Baumaßnahmen sowie eines weitestgehend störungsfreien Schulablaufs entwickelt wurde“, schreiben die Planer im Rathaus.

Zur Sache

Leuchtturmprojekte eventuell vorziehen

  • Der Schulleitung hat die Bauverwaltung „eine mögliche Flexibilität in der Umsetzung einzelner Maßnahmen der Phase „0“ nach 2021“ angedeutet.
  • Es könnten eventuell Baumaßnahmen vorgezogen werden, die eine sogenannte „Leuchtturmwirkung“ hinsichtlich der Außendarstellung der Schule repräsentieren.
  • Das wäre zum Beispiel ab Sommer 2022 die Erstellung der Bibliothek und im Folgejahr die Neugestaltung des Zentrums.
  • Die Verwaltung betont jedoch: „Bei dieser optionalen jährlichen Flexibilität in der Umsetzung unterschiedlicher Baumaßnahmen handelt es sich um die Verlagerung und keinesfalls um eine Komprimierung der Einzelmaßnahmen der Phase 0.“

Die bisherigen Bauarbeiten 2017 und 2018 seien nur deswegen reibungslos verlaufen und hätten den Unterricht nicht gestört, weil begrenzt auf sechs Monate pro Jahr umgebaut worden sei.

Baue man das ganze Jahr über, damit die Bauzeit überhaupt verkürzt werden könne, werde der Unterricht entsprechend stark beeinträchtigt. Außerdem könne mancher Schritt nicht vor dem anderen getan werden, weil „es sinnvolle und zeitlich vorgegebene Wechselwirkungen in der Abwicklung einzelner Bauarbeiten und Baustellen gibt“.

Bauamt entblößt SPD-Antrag als Schnellschuss: Gesamtschule Fröndenberg bis 2027 Baustelle

Die ersten Jahrgangsbereiche an der Gesamtschule Fröndenberg sind bereits umgebaut worden. Bis sämtliche Trakte in dem Gebäude neu gestaltet sind und auch alle weiteren Bereiche wie Bibliothek, Zentrum und Ganztag in neuem Glanz erstrahlen, soll es laut Verwaltung nach wie vor bis zum Jahr 2027 dauern. © Carlo Czichowski

Mehrere zeitgleiche Baustellen in der Schule benötigten zudem derart viel Platz, dass Aufenthaltsorte für die Schüler in den Pausen, Freistunden und für die Mittagsfreizeit wegfielen, „die nicht kompensiert werden können“.

Weiteres Argument der Stadt: Würden die Arbeitszeiten der Baufirmen von vier auf zehn Monate ausgedehnt, könnten am Ende die Kosten höher liegen, als bei der Finanzplanung vorgesehen.

Die Vorlage der Verwaltung wird in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 24. September, 17 Uhr, Sitzungssaal des Stiftsgebäudes, behandelt.
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