Geplante A46: Gruppeninitiative verurteilt Pläne von Straßen.NRW zur Bürgerbeteiligung

dzProjekt „46sieben“

Für den geplanten Bau der A46/B7 über Menden plant Straßen.NRW eine Bürgerbeteiligung– Giga 46 kritisiert, dass eine Alternative nicht zur Debatte steht.

Menden

, 01.10.2018, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das von Straßen NRW vorgestellte Verfahren der Bürgerbeteiligung zur A46 wird seinem Namen und seinem Anspruch schon vor seinem Beginn nicht gerecht. Denn es schließt die vielen Menschen aus, die sich für eine alternative und zukunftsorientierte Verkehrsplanung ohne Autobahn in der Region einsetzen.“ So äußert sich die „Gruppeninitiative gegen die Autobahn 46“ zur angekündigten Bürgerbeteiligung von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb eröffnete am Mittwoch den Start eines transparenten Planungsdialoges.

Das Projekt, um das es geht, heißt „46sieben“. Es soll einen Lückenschluss zwischen Hemer und Arnsberg/Neheim bringen –in Form einer Trasse als Kombination aus vierspuriger Autobahn A46 und dreispuriger Bundesstraße B7. Straßen.NRW wolle die Bürger von Anfang an beteiligen, hieß es. Zur Vorbereitung der Bürgerbeteiligung will der Landesbetrieb im Herbst Vorgespräche mit verschiedenen Akteuren in der Region führen. Parallel sollen in den nächsten Monaten repräsentative Telefonumfragen und Workshops mit zufällig ausgewählten Bürgern stattfinden, um ein passendes Beteiligungsangebot zu entwickeln. Das Konzept zum Planungsdialog will Starßen.NRW Ende des Jahres auf einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung vorstellen.

Es könnte jeden treffen

Dass die vielen Menschen, die sich für eine alternative und zukunftsorientierte Verkehrsplanung ohne Autobahn in der Region einsetzen, ausgeschlossen werden, kritisieren nun die Sprecher der Gruppeninitiative „GigA46“, Lothar Kemmerzell und Stefan Neuhaus in einer schriftlichen Stellungnahme. Statt um ihre Interessen gehe es um einen neuen Trassenverlauf, nach dem nunmehr seit fast 50 Jahren gesucht werde.

„Wie groß die Not der A46-Planer ist, zeigt auch, dass sie die Fläche für eine mögliche Trasse nun weit öffnen. In Menden umfasst dabei der sogenannte Korridor für die Autobahn große Teile des Stadtgebietes. Wer sich also bisher sicher fühlte, mit der A46 in seiner unmittelbaren Nachbarschaft nichts zu tun zu haben, könnte schon bald böse erwachen“, heißt es.

Autobahn sei keine Entlastung

Weiter kritisieren sie, dass von Straßen.NRW suggeriert werde, dass die Autobahn eine Entlastung auf den Durchgangsstraßen in und zwischen Hemer, Menden und Wickede bringe. Das sei falsch, weil der interkommunale Verkehrsentwicklungsplan der Städte Hemer, Menden und Iserlohn festhalte, dass die Entlastungen durch eine A46 auf der Durchgangsstraße B7 über weite Strecken bei lediglich 20 Prozent lägen.

„Gleichzeitig sind Mehrbelastungen vor allem im Mendener Straßennetz in der Innenstadt und auf den zur A46 zuführenden Straßen festzustellen.“

Auch wirtschaftlich sei die Autobahn nicht notwendig, seien die Arbeitslosenzahlen doch auch ohne gesunken und viele regionale Unternehmer in ihrem Bereich Weltmarktführer.

Engpässe beseitigen

Straßen.NRW möchte mit dem Bau der Trasse die Erreichbarkeit der umliegenden Städte, Ortschaften und Ballungszentren verbessern und bestehende Engpässe beseitigen. „Wir möchten eine Linie finden, die den Verkehrsfluss verbessert und die Städte und Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlastet. Gleichzeitig sollen die Eingriffe in Natur und Landschaft in einem vertretbaren Rahmen bleiben“, sagte Christoph Kindel, Projektleiter „46sieben“.

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