Gemeinsam in Erinnerungen schwelgen: Gisela Berglar feiert ihren 95. Geburtstag

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Vier Kinder, sieben Enkel und fünf Urenkel gratulieren Gisela Berglar zu ihrem Ehrentag im „Hans-Jürgen-Janzen-Haus“. Berglar ist für ihre Tatkraft und ihre Hilfsbereitschaft bekannt.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 23.12.2018, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch bis vor ein paar Jahren war Gisela Berglar in Fröndenberg-Hohenheide bestens bekannt. Denn jeden Tag fuhr sie, bis in das hohe Alter von 87, mit dem Fahrrad vom Wohnhaus im Drosselweg bis in die Straße „In den Telgen“, um dort die Hühner, neben Nähen ihre Leidenschaft, zu versorgen. „Die bekamen immer eingeweichte Haferflocken und Körner“, weiß ihr ältester Sohn Günther.

Zudem bewirtschaftete sie, solange es die Gesundheit zuließ, einen kleinen Garten und erntete Kartoffeln, Erbsen, Möhren oder Bohnen.

Jetzt feierte sie in der Seniorenresidenz „Hans-Jürgen-Janzen-Haus“ in Frömern im Kreis ihrer Verwandten ihren 95. Geburtstag.

Gisela Berglar, geborene Büker, erblickte das Licht der Welt am 22. Dezember 1923 in Böckum, Kreis Lippstadt. Ihre Eltern Maria und Franz betrieben einen landwirtschaftlichen Betrieb und schauten stolz auf eine Kinderschar von fünf Mädchen.

„Ich musste viel mit der Bahn fahren und da saßen immer diese schneidigen Soldaten im Bahnhof.“
Gisela Berglar über
die erste Begegnung
mit ihrem späteren Ehemann

Gisela nähte geschickt die tollsten Dinge, wie sich ihre Söhne und die Tochter erinnern: sie machte das Staatsexamen in Handarbeit und Hauswirtschaft.

Gern erinnert sie sich an die ersten Begegnungen mit ihrem späteren Ehemann Paul: „Ich musste viel mit der Bahn fahren und da saßen immer diese schneidigen Soldaten im Bahnhof.“ 1946 wurde schließlich geheiratet und umgezogen, wieder auf einen Bauernhof, nach Schallern bei Bad Sassendorf. Die Hochzeitsreise führte damals ins Sauerland.

Gerne erinnert sich das Geburtstagskind an ihre Reisen ins Ausland. Zur Heirat ihrer Nichte ging es mit dem DKW, drei Zylinder, Zweitakter, via Bodensee und Wien nach Ungarn. Ihre Cousinen in Schottland wurden sogar mit dem Flugzeug besucht.

Hilfsbereites Ehepaar Berglar nimmt Flüchtlinge auf

Klaus, ihr dritter Sohn, gibt einen Einblick in die Hilfsbereitschaft seiner Eltern: „Da wurde geschaut, wo Platz war und dann füllte sich das Haus mit Flüchtlingen.“ Selbst von einem Scheunenbrand blieb die Familie nicht verschont.

Die Kinder Günther, Ulrich, Klaus und Annette standen aber in den ganzen Jahren immer im Mittelpunkt.

Schließlich wurde der Hof aufgegeben und das Ehepaar zog 1986 nach Fröndenberg-Hohenheide.

Hier übernahm Gisela gleich mal die Initiative und organisierte Nachbarschaftsfeste. „Die Idee hat meine Mutter aus ihren gewohnten dörflichen Kreisen übernommen und sie in ihrer neuen Heimat eingeführt“, freut sich Klaus auch heute noch über die Tatkraft seiner Mutter. „Die Leute in Hohenheide kannten diese Tradition bis dahin nicht.“

Zum Ehrentag am Samstag war sogar der Posaunenchor Frömern unter der Leitung von Gerald Herrmann erschienen und brachte nicht nur den Bewohnern des Hauses, sondern auch dem Geburtstagskind ein Ständchen.ben

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