Gegenantrag: Hindenburghain soll seinen Namen behalten

dzDebatte um Umbenennung

Um den Hindenburghain entbrennt eine neue Debatte: Nach dem Antrag der Jusos, den Park umzubenennen, liegt nun ein Gegenantrag vor: Kritisiert wird „mangelhaftes Geschichtswissen“.

Fröndenberg

, 26.10.2018, 13:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fröndenberger Jungsozialisten hatten in der vergangenen Woche einen Bürgerantrag gestellt, in dem sie die Rückbenennung der Grünanlage in „Ruhrpark“ fordern. Im Kern begründen die Jusos um ihren Vorsitzenden Sebastian Kratzel ihr Verlangen mit der „antidemokratischen“ und „monarchischen“ Gesinnung des früheren Reichspräsidenten, der Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt hatte. Der Rat der Stadt Fröndenberg hatte den ehemaligen Ruhrpark ebenfalls 1933 in Hindenburghain umbenannt.

Vorwurf: „Antrag der Jusos offenbart mangelhaftes Geschichtswissen“

In dem jetzt veröffentlichten zweiten Bürgerantrag heißt es, der Antrag der Jusos offenbare „mangelhaftes Geschichtswissen“. So habe die Wiederwahl Hindenburgs zum Staatsoberhaupt „massiv die (von ihm allerdings ungeliebte) SPD“ unter anderem gegen den Gegenkandidaten Adolf Hitler unterstützt. Hindenburg habe zudem Hitler „nur sehr unwillig zum Reichskanzler“ ernannt. Der Antragsteller schreibt weiter: „Selbst - oder gerade bei - sehr kritischer historischer Bewertung der Person Hindenburgs halte ich es für das völlig falsche Signal, dunklen Zeiten in der deutschen Geschichte damit zu begegnen, indem man die Namen problematischer Persönlichkeiten jener Zeit aus dem Straßenbild tilgt. Sie sollten gerade als Erinnerung und Mahnung bleiben.“

Bei Rückbenennung Verwechslungen mit Ruhrpark Bochum möglich

Nach Ansicht des von der Stadtverwaltung aus Datenschutzgründen namentlich nicht genannten Antragstellers beschwöre die von den Jusos geforderte Umbenennung in „Ruhrpark“ Verwechslungen mit dem Ruhrpark Bochum herauf. Zudem, so ein weiteres Argument, sei der Name „Hindenburghain“ in den Tourismuskonzepten der Stadt verankert und habe einen hohen Bekanntheitsgrad sowie großen Individualitäts- und Wiedererkennungswert. Vorgeschlagen wird stattdessen, eine „kurze erklärende Zusatzbeschilderung“ anzubringen, wie sie Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht auch in Unna erfolgreich erwirkt habe.

Antrag wird voraussichtlich erst im Fachausschuss debattiert

Die Stadtverwaltung wird beide Anträge nun dem Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung vorlegen. Erwartet wird hier noch keine Entscheidung. Üblich sei eine Verweisung an den zuständigen Fachausschuss, in diesem Fall den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU), war aus dem Rathaus zu erfahren. Eine Debatte über den Namen Hindenburghain sei daher voraussichtlich frühestens im ASU zu erwarten. Weil sich die beiden Anträge auf denselben Gegenstand beziehen, wird nach der Geschäftsordnung des Rates über den weitergehenden Antrag, also hier die Umbenennung des Hindenburghains, in Ausschüssen und Rat zuerst abgestimmt.

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Die Verwaltung gibt die beiden Bürgeranträge zum Hindenburghain dem Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 7. November, 16.30 Uhr im Sitzungssaal des Stiftsgebäudes. Die Verwaltung rechnet damit, dass beide Anträge lediglich zur Kenntnis genommen werden und an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt verwiesen werden. Dort könnten sie frühestens in dessen nächster Sitzung am 22. November behandelt werden.
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