Gegen Eichenprozessionsspinner und Raupendermatitis packt Fröndenberg biologische Keule aus

dzGefährliche Giftraupe

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners sucht in diesem Jahr auch das Stadtgebiet von Fröndenberg heim. Die Verbreitung der gesundheitsschädlichen Härchen will die Stadt nun möglichst stark eindämmen.

11.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner soll sich nicht stärker als bislang schon geschehen in Fröndenberg ausbreiten. Die Stadtverwaltung will den Nestern daher auf unterschiedliche Weise zu Leibe rücken – auch mit einer biologischen Keule.

Im Grünflächenamt geht man beim Kampf gegen den Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner derzeit förmlich generalstabsmäßig vor: In einem Baumkataster sind sämtliche Standorte der 1736 Eichen im Stadtgebiet eingezeichnet.

»Ich möchte noch nicht in eine chemische Bekämpfung einsteigen.«
Bauamtsleiter Martin Kramme

Die Lagekarte wird ständig aktualisiert um die Fundorte von neuen Nestern. Welche Nester beseitigt werden, macht die Verwaltung laut Bauamtsleiter Martin Kramme davon abhängig, ob die Umgebung der Bäume stark von Menschen frequentiert wird.

Brennhaare der Larven reizen Atemwege

Larven verlieren feine Brennhaare, die sich in Kleidung festsetzen können und auf der Haut starke Reizungen bis hin zur Raupendermatitis auslösen können.

Mund- und Nasenschleimhäute können so stark gereizt werden, dass sie Bronchitis, schmerzhaften Husten und sogar Asthma auslösen.

„An den Hotspots“, so Kramme, werde man die Nester mit Sauggeräten absaugen, vor allem die Bäume an Kinderspielplätzen und die Gebiete um Kindergärten und Schulen will man von den Raupen befreien.

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Kleine Raupe aber großer Ärger: Die Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich jetzt offenbar auch in Fröndenberg aus.

Kleine Raupe aber großer Ärger: Die Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich jetzt offenbar auch in Fröndenberg aus. © picture alliance / dpa

Dagegen werden an wenig von Fußgängern genutzten Wirtschaftswegen Warnschilder aufgestellt. Die Brennhaare sind fast unsichtbar; bei vermutetem Kontakt mit Nestern sollte man daher die Kleidung sehr vorsichtig säubern.

Der Nachtfalter legt seine Eier bevorzugt in Eichen und hier besonders in Stieleichen ab; die Traubeneiche ist nach Angaben von Martin Kramme weniger stark betroffen.

Nistkästen für Meisen am Ruhrtalradweg

Im Zuge der geplanten Aufforstung eines Klimawandels werde man sich hieran orientieren und die Traubeneiche sicherlich favorisieren, so Kramme.

In der Literatur findet sich indes auch der Hinweis, dass der Eichenprozessionsspinner auch die Hainbuche befällt.

Eine weitere Maßnahme bei der Bekämpfung soll das Aufhängen von Nistkästen am Ruhrtalradweg sein: Diese sollen Meisen anlocken, die als natürlicher Fressfeind des Schmetterlings und seiner Raupen gelten.

Dieses biologische Gegenmittel fand im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ebenso Gefallen wie eine weitere Ankündigung Martin Krammes: „Ich möchte noch nicht in eine chemische Bekämpfung einsteigen.“

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