Gedenken 80 Jahre nach der Pogromnacht und 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs

dzAusstellung in Frömern

Ganz im Zeichen geschichtlicher Ereignisse steht das Wochenende in Fröndenberg und in Frömern: Gedacht wird der Opfer der Pogromnacht sowie der Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Fröndenberg

, 07.11.2018, 10:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ortsheimatpfleger von Frömern und von Ostbüren, Alfred Leider und Gerd Höneise, haben anlässlich des Weltkriegsendes vor 100 Jahren recherchiert und bislang nicht bekannte Namen von Gefallenen aus den beiden Dörfern ausfindig gemacht. Der Opfer des Krieges will die Evangelische Kirchengemeinde Frömern genau einhundert Jahre nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 in einem Gottesdienst gedenken. Um die Mittagszeit trat der Waffenstillstand zwischen der Entente, also Frankreich und Großbritannien, sowie dem Deutschen Reich in Kraft. „Die Waffen schwiegen endlich“, so Alfred Leider. Etwa 10 Millionen Soldaten kamen in den viereinhalb Jahren des Krieges ums Leben, mehr als 20 Millionen wurden verletzt oder waren zum Teil schwer traumatisiert. „Da es in Kriegen immer nur Verlierer gibt, soll dieser Opfer am Sonntag, 11. November, um 9.30 Uhr in der Johanneskirche in Frömern mit einem Gedenkgottesdienst gedacht werden“, kündigt Alfred Leider an. In Zeiten des wieder aufflammenden Nationalismus, des sich ausbreitenden Rassismus und einer Krise des Kapitalismus sei ein Innehalten wichtig, findet Pfarrer Philipp Reis: „Es gibt Situationen, die zur Wachsamkeit aufrufen.“

Ausstellung im Turmraum der Johanneskirche

Zudem wird ab sofort, stellvertretend für alle Opfer, der Gefallenen und Umgekommenen aus dem Kirchspiel Frömern mit einer kleinen Ausstellung gedacht. An einer Gedenktafel im Turmraum der Johanneskirche sind dazu 45 Personen, die im Sprengel Frömern geboren sind oder hier gelebt haben, kurz dargestellt, um ihrer zu gedenken.

Gedenken 80 Jahre nach der Pogromnacht und 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs

Im Turmraum hat Alfred Leider eine kleine Ausstellung mit Lebensläufen der Opfer des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel Frömern aufgebaut. © Privat

In der kleinen Ausstellungsvitrine der Johanneskirche finden sich dazu Asservaten, die an die schlechte Ernährungslage in dieser Zeit, an die Trost- und Hoffnungslosigkeit und an die Trauer der Hinterbliebenen erinnern. Die Ausstellung wird bis zum Ewigkeitssonntag aufgebaut bleiben und kann nach den Gottesdiensten oder nach Terminabsprache unter Tel. (0 23 78) 40 29 angesehen werden.

Einen Tag zuvor, am Samstag, 10. November, gedenkt die Stadt Fröndenberg der jüdischen Opfer der Pogromnacht von vor 80 Jahren. Das Gedenken beginnt um 18.30 Uhr mit Beteiligung der jüdischen Gemeinde Unna auf dem Kirchplatz vor der Stiftskirche. Stadtarchivar Jochen von Nathusius lädt alle Fröndenbergerinnen und Fröndenberger dazu ein, an einer Veranstaltung „gegen das Vergessen und Verdrängen“ teilzunehmen. Sie setzten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein friedliches Miteinander aller Menschen jeglicher Herkunft und Konfession in der Stadt. Nach Ansprache und Gebeten besteht die Möglichkeit, am Fuße der Stiftstreppe Steine des Erinnerns auf der Gedenktafel niederzulegen.
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