Jürgen Malchus, Seniorenberater der Polizei, – hier mit Sabine Banaczak vom Fröndenberger Allee-Café – hat in der Vergangenheit schon häufiger über die Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter" informiert. © Archiv/ Marcus Land
Kreispolizeibehörde

„Frustriert und irritiert“: Seniorenberater fühlen sich von Polizei vernachlässigt

„Senioren helfen Senioren“ ist ein erfolgreiches Projekt der Polizei. Der Fröndenberger Jürgen Malchus ist nun irritiert: Die ehrenamtlichen Helfer seien monatelang nicht mehr eingesetzt worden.

Bei Kriminalprävention unterstützen Senioren seit 25 Jahren die Polizei bei der Beratung von Menschen aus ihrer eigenen Generation. Die ehrenamtlichen Helfer sehen sich nun vernachlässigt. Das Projekt stehe „offensichtlich auf der Kippe“.

»Die Seniorenberater sind vollkommen frustriert und irritiert.«

Jürgen Malchus, Seniorenberater

Die geschulten Kräfte des Projekts „Senioren helfen Senioren“ (ShS) halten regelmäßig Vorträge zu vorbeugenden Maßnahmen gegen Betrug oder Diebstahl, sie gehen mit den Polizeibeamten auch gemeinsam auf Wochenmärkte und sprechen Bürger in ihrer Altersklasse direkt an. Senioren helfen Senioren ist eine Variante von Bürger helfen Bürgern.

Seit Monaten keine Kommunikation

Laut Jürgen Malchus, viele Jahre schon als Seniorenberater der Polizei in Fröndenberg aktiv, kritisiert, dass „seit Monaten“ seitens des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz bzw. der Kreispolizeibehörde keine Kommunikation mit den Ehrenamtlichen stattgefunden habe.

Malchus folgert: Nach internen Umstrukturierungen und personellen Veränderungen innerhalb der Kreispolizeibehörde habe man die Seniorenberater wohl „vergessen“. Er geht noch weiter: „Nun steht das Projekt Senioren helfen Senioren offensichtlich auf der Kippe.“

Auch die Absolventen des neuen Seminars vom März seien vollkommen alleine gelassen worden, so Malchus weiter, „und sind nun, genau wie die langjährigen ShS-Mitstreiter, vollkommen frustriert und irritiert“.

Polizei beschwichtigt: Projekt wird gestärkt

Erst auf mehrfache Intervention der Betroffenen habe man nach Monaten eine Nachricht seitens der Kreispolizeibehörde bzw. des zuständigen Kommissariats erhalten.

»Im Gegenteil: Wir werden das Projekt noch weiter stärken.«

Christian Stein, Polizei-Pressesprecher

Polizei-Pressesprecher Christian Stein beschwichtigt. Das Senioren-Projekt stehe „alles anderes als auf der Kippe“, so Stein auf Nachfrage. Und weiter: „Im Gegenteil: Wir werden das Projekt noch weiter stärken.“

Durch die Coronakrise seien sowohl die eigenen Beratungsmöglichkeiten der Polizeibehörde eingeschränkt worden (etwa Sprechstunden des Bezirksdienstes oder die Öffnung der Bezirksaußenstellen) als auch jene von „Senioren helfen Senioren“.

Seniorenberater beratschlagen sich

Stein: „Wir kehren mehr und mehr zur verantwortungsvollen Normalität zurück.“ Dies sei auch ein großes Anliegen von Landrat Michael Makiolla als Leiter der Kreispolizeibehörde Unna.

Auch Kriminalhauptkommissar Volker Timmerhoff, neuer Betreuer des Projekts, bekräftigt, dass ihm das Projekt „eine Herzensangelegenheit“ sei.

Die Fröndenberger Gruppe und danach auch die Kreis-Gruppe der Senioren werden sich in den nächsten Tagen treffen und beratschlagen. Volker Timmerhoff hat bereits signalisiert, an diesen Treffen gern teilnehmen zu wollen.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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