Frust oder Geldgier? Unbekannte entfernen in der Innenstadt mehrere Regenrohre aus Kupfer

dzDreister Kupfer-Diebstahl

Am Bruayplatz und an der Winschotener Straße fehlen an einigen Gebäuden große Teile der Regenrohre. Dass diese aus Kupfer bestehen, führt zu dem Verdacht, dass wohl dreiste Diebe am Werk

Fröndenberg

, 05.11.2018, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich weiß nicht, was in den Köpfen dieser Leute vorgeht“, sagt Ute Schmidt. Am Wochenende wurden Teile von Regenfallrohren ihrer Immobilien gestohlen. Freitag fehlten bereits Teile an der Winschotener Straße 14, am Montag stellte die Hauseigentümerin fest, dass auch der Bruayplatz 8 und 12 betroffen sind. Sie erstattete sofort Anzeige für die Tat, die sich in der Zeit zwischen Freitag und Montagmorgen ereignet haben soll. Auch am Herrenmodegeschäft Reichenbach und Neithart haben sich die Täter am Rohr zu schaffen gemacht. Die Besitzerin Gerda Korte hat den Diebstahl ebenfalls zur Anzeige gebracht. Manuel Korte, der Sohn der Eigentümerin, hofft, dass die Polizei Glück hat und appelliert an die Menschen, aufgeweckt zu sein, damit der Täter gefasst wird.

Frust oder Geldgier? Unbekannte entfernen in der Innenstadt mehrere Regenrohre aus Kupfer

An der Winschotener Straße stimmt etwas ganz offensichtlich nicht. Diebe haben sich an den Regenfallrohren zu schaffen gemacht. © Pott

„Es ist nicht unüblich, dass Rohre abgesägt werden, wenn es sich um Kupferrohre handelt“, sagt Thomas Röwekamp, Pressesprecher der Kreispolizei Unna. Die Täter würden dafür auf Märkten noch Geld bekommen. Über die Anzeigen von Schmidt und Korte hinaus sind bei der Kreispolizei Unna am Montag keine weiteren Fälle eingegangen. Metalldiebstähle gebe es immer mal wieder, erklärt auch Sprecherin Vera Howanietz. Auch Grabfiguren oder Buchstaben aus Metall oder Kupferlampen werden zu Diebesgut. Die Kupferrohre an Häusern seien für Diebe erst attraktiv geworden, als die Metallpreise angestiegen seien. Die Fälle in Fröndenberg sind im Kreis Unna noch Einzelfälle. Zeugen oder Hinweise gibt es laut Polizei nicht.

Warum es in Fröndenberg ausgerechnet ihre Immobilien getroffen hat, weiß Ute Schmidt nicht. Entweder seien die Täter auf das Geld aus oder hätten die Rohre aus Frust zerstört. Erst während der Fliegenkirmes Mitte September habe man ihren Postkasten eingetreten - und auch mit Graffiti-Sprühereien hätten sie und anderen Hausbesitzer schon oft Probleme gehabt. Man dürfe das Eigentum fremder Leute nicht einfach beschädigen, so Schmidt, die sich zudem fragt, ob die Täter Spaß am Zerstören haben.

Schaden in vierstelliger Höhe

Der Schaden belaufe sich auf sicherlich 1000 Euro, schätzt Schmidt. Sie hat sofort den Auftrag erteilt, neue Rohre anbringen zu lassen. Es dauere zwar etwas, das Material zu besorgen, aber in den nächsten Tagen sollen die fehlenden Teile ersetzt werden. Dieses Mal werden sie angepunktet, damit sie nicht so leicht zu entfernen sind. Aus Kupfer werden die neuen Rohre jedoch wieder sein, da die Anschlussrohre auch aus diesem Material gefertigt sind, erklärt Schmidt. Die einzelnen Abschnitte müssten die gleiche Beschaffenheit aufweisen. Auch Korte hat sich unverzüglich mit der Versicherung in Verbindung gesetzt, um den Schaden schnellstmöglich zu beheben.

Die Nachbarn an der Winschotener Straße haben indes nichts bemerkt – eher im Gegenteil. „Ich habe gedacht, dass die Hausverwaltung die Rohre einfach austauscht“, sagt die Besitzerin eines benachbarten Hauses. Als sie erfährt, dass das nicht der Fall ist, sondern Diebe bares Geld aus den Kupferrohren machen möchten, schüttelt sie ungläubig den Kopf. „Wahrscheinlich, weil bald Weihnachten ist.“

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