Frühlingsmarkt könnte zum Herbstmarkt werden

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Das Coronavirus schlägt nun auch beim Frühlingsmarkt zu: Das bunte Treiben in der Innenstadt im April mit mehreren hundert Besuchern hat die Stadt abgesagt. Es gibt aber bereits Ideen für Ersatz.

Fröndenberg

, 12.03.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Fröndenberg teilte am Donnerstagmittag mit, dass sie den für Sonntag, 5. April, in der Innenstadt geplanten Frühlingsmarkt vorsorglich absagt.

In den vergangenen Jahren waren bei gutem Wetter stets mehrere hundert Besucher, auch aus Nachbarstädten und darüber hinaus, zwischen Himmelmannpark und Bruayplatz gezählt worden.

Verkaufsoffener Sonntag wird ebenfalls nicht stattfinden

Die weiter zu befürchtende Ausbreitung des Coronavirus habe allerdings leider keine andere Entscheidung zugelassen, teilt die Stadtverwaltung mit. Umgekehrt will man mit einer Massenveranstaltung der potenziell höheren Infektionsgefahr auch nicht Vorschub leisten.

Die zeitgleich vom Werbering Fröndenberg zum verkaufsoffenen Sonntag geplanten Aktivitäten werden ebenfalls nicht stattfinden und damit bleiben auch die Geschäfte am 5. April geschlossen, wie Vorsitzender Wolfgang Hüttner bestätigte.

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Stadt behält sich weitere Entscheidungen vor

  • Das Allee-Café, das in städtischer Trägerschaft ist, wird ab Montag, 16. März, bis zunächst Ostern geschlossen, teilte die Verwaltung mit.
  • Die Seniorenbegegnungsstätte wird vor allem von älteren Mitbürgern genutzt, die bei einer Viruserkrankung als besonders gefährdet gelten.
  • Ob oder inwieweit weitere städtische Veranstaltungen abgesagt werden müssen, entscheidet sich laut Verwaltung in den nächsten Tagen.

Das Bedauern bei den Verantwortlichen ist groß, man hat aber Verständnis für die Absage. Am Mittwoch waren Stadt und Werbering gemeinsam zu dem Entschluss gekommen.

Immerhin 36 verschiedene Stände waren für den Frühlingsmarkt angemeldet, das Mendener Autohaus Rosier wollte eine Autoschau präsentieren. Geschäfte hatten außerdem zum Beispiel Modenschauen und andere Aktivitäten geplant.

Alle Marktteilnehmer sollen in den nächsten Tagen über die Absage auch persönlich oder telefonisch informiert werden.

Es gibt nun bereits die Überlegung, ob der Frühlingsmarkt im Mai oder Juni nachgeholt werden könnte – sofern das Coronavirus bis dahin abgeebbt ist und das Ansteckungsrisiko damit geschwunden.

Frühlingsmarkt könnte auch in den Herbst verlegt werden

Für diesen Fall müsste der Rat der Stadt Fröndenberg dann per Verordnung einen weiteren flexibel zu terminierenden verkaufsoffenen Sonntag beschließen; dieser ist immer an eine publikumsträchtige Veranstaltung geknüpft.

Die Einkaufssonntage hatte die Stadt auf Antrag des Werberings im vergangenen Jahr eigens verschoben: Statt zur Fliegenkirmes im September waren 2019 erstmals zum Bauernmarkt im Oktober die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet, weil bei dieser beliebten Veranstaltung in den vergangenen Jahren ein viel größeres Publikum erreicht wurde.

Nun könnte sich Mechthild Wittmann vom Werbering wegen des Ausfalls des Frühlingsmarktes eine Verschiebung der Stände und Aktivitäten auf die nächste „Fliege“ vorstellen, die zuletzt unter Besuchermangel litt.

Denkbar sei aber auch eine Zusammenlegung mit dem Bauernmarkt Anfang Oktober; auch dort könnten dann eventuell zumindest die von Vereinen bereits für den Frühlingsmarkt vorbereiteten Artikel verkauft werden.

Viele Vereine nutzen den Frühlingsmarkt auch schlicht dazu, ihre Arbeit zu präsentieren oder Förderer zu werben wie zum Beispiel die Katzenstreunerhilfe.

Zumindest die entstandene Enttäuschung könnte dann ein wenig aufgefangen werden; der Werbering wird in den nächsten Wochen mit seinen Mitgliedern über diese Möglichkeiten beraten.

Regressansprüche von Schaustellern an den Werbering sind dagegen laut Wolfgang Hüttner nicht zu befürchten. So sei beispielsweise einem Karussellbetreiber im Vorfeld lediglich angeboten worden, eine frei verfügbare Fläche zu nutzen; Verträge, die etwa einen Mindestumsatz garantieren, bestehen insoweit jedoch nicht.

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