Frühjahrsputzer aus Frömern finden ganzes Schlafzimmer im Wald

dzUmweltverschmutzung

Auf einiges waren die Teilnehmer beim Frömeraner Frühjahrsputz schon vorbereitet, als sie sich auf die Runde machten, aber dass ein ganzes Schlafzimmer gefunden wurde, hat sie doch verblüfft.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 08.03.2020, 07:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gruppe, die sich vor der Schreinerei Lange in Ibbingsen am Samstag um 9 Uhr eingefunden hatte, war etwas kleiner als in den Jahren zuvor. Organisator Heinrich Lange als Vorsitzender des Heimatvereins hatte dafür eine Erklärung: „Leider gab es mit dem Väter-Stammtisch eine Termin-Kollision. Aber alle Bereiche waren besetzt.“

Absprachen untereinander bildeten routinierte Teams. Müllsäcke und Greifer stellte der Heimatverein, dann die Mahnung: „Achtet auf den Straßenverkehr, die Wege sind eng und die Fahrzeugführer nicht gewohnt, am Rand so viel Bewegung zu sehen.“ Deshalb die gelben Leibchen, Sicherheit geht vor.

Flaschen sind ein grundsätzliches Problem

Weil es sich 2019 bewährte, Glas vom konventionellen Müll zu trennen, wurde auch diesmal so verfahren. Es ist eine Gewichtssache: Da sind die Säcke zum Teil nur halb voll, das Material aber schon zum Zerreißen gespannt. Und Flaschen sind zahlreich vertreten: „An den Ausfallwegen Richtung Kessebüren und Ostbüren scheinen die Autofahrer den Graben mit einer Müllkippe zu verwechseln.“

An der Straße Richtung Golfplätze waren Thomas Wegler mit Sohn Sebastian und Wilhelm Schuldt unterwegs und auch hier klirrte es deutlich in den Plastikbeuteln: „Ja, auch bei uns auf der Strecke scheint das Motto, Fenster auf und raus damit, die Gedanken zu bestimmen.“ Dabei wird zum Teil sogar richtiges Geld weggeworfen, denn viele der Flaschen bringen Pfand.

„Am Ende waren es 80 Kilogramm Glas, dass zeigt, dass in diesem Bereich das Umweltbewusstsein nicht vorhanden ist“, führte Heiner Lange genau Buch.

Die Möbel erhöhen das Gewicht

An normalen Tagen fallen etwa 450 Kilogramm an, diesmal schlug die Waage nach oben aus. „Das Schlafzimmer ist schon eine Frechheit“, ereiferten sich die Sammler. Gefunden wurde die Wohnungseinrichtung im Steinbruch Backenberg zwischen Frömern und Ostbüren. Abgerechnet wurde am Ende zu Lasten der Stadt Fröndenberg: „Diejenigen, die dieses Zeug in die Natur kippen, denken nicht mal darüber nach, dass am Ende die Allgemeinheit bezahlt.“ Unverständnis ebenfalls beim Fund eines Fünfliter-Altölkanisters.

Am Ende lockt das „Kesseltreiben“

Den größten Teil der Truppe bildeten Stammkräfte, aber der ein oder andere Neuling macht sich doch auf, Engagement zu zeigen, etwa Wilhelm Schuldt.

Am Ende gab es das berühmte „Kesseltreiben“ im Keller Lange, wo frische, schmackhafte Suppe zur Stärkung als Abschluss wartete.

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