Während sich bei la Rucola die Terrasse füllt, kann die Pizzeria Milano bisher nur liefern. So geht es den vier Pizza-Bäckern im Fröndenberger Zentrum nach dem Corona-Lockdown.

Fröndenberg

, 28.05.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Italienisches Essen ist nicht nur lecker, sondern ein Lebensgefühl. Obwohl Pizza-Lieferungen äußerst beliebt sind, kommt das Gefühl von „bella italia“ und „dolce vita“ doch eher beim Stammitaliener um die Ecke als sonntags im Jogginganzug auf der heimischen Couch auf. Wer im Fröndenberger Zentrum ein passendes Ambiente für Pizza und Pasta sucht, hat eigentlich vier italienische Restaurants zur Auswahl. Doch in der Zeit nach dem Corona-Lockdown können noch nicht alle Betriebe Gäste vor Ort empfangen.

Die Pizzeria la Rucola am Markt hat ein kleines Biergärtchen. Und das war am Mittwochabend schon gut gefüllt. Erst hatte der Betrieb ganz geschlossen, dann durfte er wieder liefern, Speisen zur Abholung anbieten. Jetzt kehren die Gäste nach und nach zurück, vor allem die bekannten. „Die Gäste, die kommen, fühlen sich sicher“, sagt Betreiberin Vincenza Salpetro. Drinnen im Restaurant ist es am frühen Mittwochabend allerdings noch leer.

Jetzt lesen

So groß die Freunde über die Rückkehr zur Normalität auch ist: Die Pizzeria la Rucola läuft wie alle anderen gastronomischen Betriebe nur eingeschränkt und unter strengen Auflagen. Die Hälfte der Tische fehlt. Kunden, die Essen abholen, dürfen den Gastraum nicht betreten, sie erhalten ihre Bestellung an einem dafür eingerichteten Fenster am Eingang.

„Die Fröndenberger essen gerne im Restaurant.“
Vincenza Salpetro, Pizzeria la Rucola

Es gilt Mundschutz-Pflicht bis zum Tisch und alle Besucher müssen ihre Daten angeben: „Zwei Kunden machten deshalb Ärger“, berichtet Vincenza Salpetro. Aus diesem Grund bittet sie nun immer direkt zu Beginn um Namen und Kontaktdaten. Wer anonym speisen möchte, muss das Restaurant direkt wieder verlassen. „Am Ende fällt das auf uns zurück“, möchte die Betreiberin auf gar keinen Fall Ärger mit dem Ordnungsamt riskieren.

Im Ristorante la Rucola kommen die Gäste offenbar wegen des Ambientes: „Die Fröndenberger essen gerne im Restaurant“, sagt Vincenza Salpetro, die auch einen Lieferdienst anbietet. Während des Lockdowns sei die Nachfrage nach dem Lieferservice gestiegen, inzwischen rückt das Pizza-Taxi aber schon wieder seltener aus.

Gäste sind noch vorsichtig

In der Pizzeria Calabria ist die Stimmung bisweilen etwas gedämpfter. Das Restaurant hat eine klasse Lage und einen schönen großen Außenbereich zum Sitzen. „Die Leute sind aber noch sehr vorsichtig“, sagt Liridona Abazi, die mit ihrem Mann Arben Abazi die Pizzeria direkt am Himmelmannpark betreibt.

Arben und Liridona Abazi betreiben die Pizzeria Calabria. Der Betrieb nach den schlimmsten Wochen der Corona-Pandemie laufe noch lange nicht so wie vorher.

Arben und Liridona Abazi betreiben die Pizzeria Calabria. Der Betrieb nach den schlimmsten Wochen der Corona-Pandemie laufe noch lange nicht so wie vorher. © Hornung

Liridona Abazi ärgert es ein wenig, dass in den ersten Tagen der Ausgangsbeschränkungen von der Stadt Fröndenberg zunächst auch das Liefern untersagt war – offenbar ein Missverständnis. Von einem Tag auf den anderen seien Lieferdienste dann wieder erlaubt gewesen, ohne dass man vorbereitet war. So konnten Gäste in der Pizzeria Calabria erst verspätet Speisen abholen – oder sich Pizza und Pasta wieder liefern lassen.

Jetzt lesen

Auch das Restaurant am Park hat eine einmalige Soforthilfe erhalten. Geholfen habe das Geld. Mit Blick auf den nur langsam anlaufenden Betrieb sei die Unterstützung allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin: „Unsere Stammkunden haben uns gut unterstützt“, freut sich die Gastronomin. Zurzeit kann die Pizzeria Calabria nur abends öffnen. Der Betrieb auch am Mittag würde sich noch nicht wieder lohnen.

Zu viele Auflagen für kleine Lokale

Salvatore Grado betreibt die kleine Pizzeria Milano an der Alleestraße in Fröndenberg. Seine Gäste können noch nicht wieder bei ihm sitzen. Auch der Biergarten ist noch geschlossen. Es gebe zu viele Regeln und wenig Platz, die Vorschriften könne er nicht einhalten. Salvatore Grado arbeitet an Lösungen, hofft aber auch auf weitere Lockerungen. Auf seine Gerichte muss allerdings keiner verzichten: Mittags und abends wird geliefert und abgeholt.

Wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Fröndenbergs Pizza-Bäcker haben weiter mit dem Coronavirus zu kämpfen. Normalität ist in der Gastronomie noch nicht eingekehrt.

Wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Fröndenbergs Pizza-Bäcker haben weiter mit dem Coronavirus zu kämpfen. Normalität ist in der Gastronomie noch nicht eingekehrt. © dpa

Nur wenige Meter entfernt befindet sich die Pizzeria Pronto Salvatore. Ebenfalls ein kleines Lokal, das sich nach den schlimmsten Wochen der Corona-Krise noch nicht richtig berappeln konnte, wie Mitarbeiter Natale Taterno berichtet. Drinnen können Gäste ebenfalls noch nicht sitzen. Zuviel Umstände würde es machen – für nur wenige Kunden, die dann tatsächlich Platz nehmen dürften. Draußen gibt‘s drei Tische. Der Lieferdienst laufe seit Beginn der Corona-Pandemie unverändert gut, das Geschäft im Restaurant, auch mit den Getränken, könnten die Bestellungen aber nicht ausgleichen. Auch die Tagesangebote, für die Fröndenberger gerne kamen, fallen zunächst aus. Zwar sei Soforthilfe geflossen. Kurzarbeit musste dennoch angemeldet werden.

Hoffnung auf Normalität

So bleibt dem Team bei Pronto Salvatore sowie allen anderen Gastronomen nur zu hoffen, dass Fröndenberg irgendwann zu einer gänzlich coronafreien Normalität zurückkehrt.

Restaurants, Kneipen, Cafés und Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen. Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort in Fröndenberg ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft. In loser Folge stellen wir heimische Lokale vor.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Digitales Schützenfest
Schützenverein Kirchspiel Bausenhagen: Von ungewollten und flüchtigen Schützenkönigen
Hellweger Anzeiger Gastronomie in Fröndenberg
„Mit Spuckschutz schmeckt doch kein Bier“: Christel Püttmann lacht das Coronavirus weg
Hellweger Anzeiger Kunst in Fröndenberg
Fröndenberger Kinder lernen umstrittene Kunstform: „Graffiti ist mehr als eine Schmiererei“