Beim Baden trotz Corona waren Fröndenbergs Freibäder ganz vorne mit dabei. Freibad Dellwig und Löhnbad waren so gut aufgestellt, dass sogar Kollegen aus Berlin Rat in der Ruhrstadt suchten. TV-Teams begleiteten die Saison.

Fröndenberg

, 28.08.2020, 13:26 Uhr / Lesedauer: 3 min

In Fröndenberg geht in diesem Jahr nicht irgendeine Badesaison zu Ende, sondern eine, die durch das Coronavirus eigentlich unter keinem guten Stern stand. Auch das – vor allem im Vergleich zu den Vorjahren – durchwachsene Wetter – dürfte neben Corona-Beschränkungen den Badespaß getrübt haben. Und dennoch: Fröndenbergs Freibäder gehörten zu den ersten bundesweit, die in diesem Sommer öffnen durften. Trotz aller Widrigkeiten, da sind sich Dirk Weise vom Freibad Dellwig und Dirk Jürgens von den Stadtwerken einig, habe sich die Badesaison gelohnt.

Wer im Freibad Dellwig noch einmal seine Bahnen ziehen möchte, sollte sich sputen. Letzter Öffnungstag sei Stand heute der 6. September, kündigt Geschäftsführer Dirk Weise an. Zwar könnte das Wetter noch mal etwas besser werden, der Betrieb der Becken lohne aber nicht mehr.

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Einen ersten Strich unter Besucherzahlen und Finanzen möchte der Geschäftsführer des Bürgerbads noch gar nicht ziehen. Der Betrieb habe sich aber trotz des verspäteten Saisonstarts und aller Einschränkungen durch das Coronavirus gelohnt. „Dieses Jahr haben wir enorm am Image des Freibads gearbeitet.“ Als Vorreiter in Sachen Corona sei das kleine Dellwiger Bad weit über die Ortsgrenzen hinaus in aller Munde gewesen.

Mit einem Youtube-Video, das tausende Nutzer schauten, machte das Team auf die Situation der Badbetreiber aufmerksam, mehrere TV-Sender wie WDR, ARD und Kabel Eins haben im Freibad gedreht.

Gute Kooperation mit Stadt und Stadtwerken

Immer gut funktioniert habe auch die Kooperation mit der Stadt und den Stadtwerken, die das Löhnbad betreiben. Mit Blick auf Konzept und Besucherzahlen standen die Bäder in engem Austausch. Von der Kompetenz aus Fröndenberg wollten sogar Kollegen aus Berlin profitieren und baten das Freibad Dellwig um Hilfe, sagt Dirk Weise nicht ohne Stolz.

Dirk Weise, Geschäftsführer der gemeinnützigen Betriebs-GmbH, wurde für die Sendung "livenachneun" der ARD und später noch etliche weitere TV-Formale interviewt.

Dirk Weise, Geschäftsführer der gemeinnützigen Betriebs-GmbH, wurde für die Sendung "livenachneun" der ARD und später noch etliche weitere TV-Formale interviewt. © Marcus Land

„Viele Badegäste waren glücklich, dass wir auf hatten“, resümiert er. Und dabei denkt Weise auch an die Sportschwimmer, die anders als etwa Familien, bei Wind und Wetter und eben auch während der Corona-Pandemie so ihren Sport ausüben konnten. Vor allem zu Beginn der Saison kamen viele Gäste von Außerhalb, weil es an ihren Wohnorten noch nicht die Möglichkeit gab, im Freibad zu schwimmen.

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So habe der Verein sogar Nicht-Fröndenberger als neue Vereinsmitglieder gewinnen können. Daneben hätten sich Firmen gemeldet, die Kooperationen mit dem Freibad eingehen möchten. „Stolz sein“, könne das Team auch auf die erste Saison, in der der Kiosk vom Verein betrieben wurde. Weil es in Dellwig nicht mehr viele Alternativen gebe, kamen einige Anwohner auch einfach mal so für Pommes mit Currywurst ins Bad.

Tamina (8 Jahre) und ihre Eltern zogen dieses Sommer im Löhnbad ihre Bahnen. Das Bild entstand am ersten warmen Badetag der Corona-Saison.

Tamina (8 Jahre) und ihre Eltern zogen dieses Sommer im Löhnbad ihre Bahnen. Das Bild entstand am ersten warmen Badetag der Corona-Saison. © Udo Hennes

Auch die Saison im Löhnbad sei trotz Corona und trotz Starkregenschäden überraschend positiv verlaufen, bestätigt Badleiter Dirk Jürgens. Bis Ende August kamen 29.550 Besucher ins Löhnbad, im Vorjahr waren es 47.500. Saisonende ist am 13. September.

„Für uns war der etwas spätere Start vorteilhaft, weil sich die Badegäste inzwischen schon an Maskenpflicht und Abstandsregeln gewöhnt hatten.“ Dirk Jürgens,
Bäderchef der Stadt Fröndenberg

„Für uns war der etwas spätere Start vorteilhaft, weil sich die Badegäste inzwischen schon an Maskenpflicht und Abstandsregeln gewöhnt hatten“, sagt Jürgens zum durch das Coronavirus verspäteten Saisonstart. Dementsprechend ruhig lief auch der Badebetrieb. Die selbst gesetzte Obergrenze von 750 Badegästen die zeitgleich im Löhnbad anwesend sein dürfen, wurde während des gesamten Sommers drei Mal erreicht.

Den geforderten Abstand auf der Liegewiese von 1,50 Metern hätten alle Badegäste ohne zu murren eingehalten. „Selten musste unser Aufsichtspersonal mal einen freundlichen Hinweis geben. Probleme gab es in diesem Punkt überhaupt nicht.“ Das Löhnbad-Team war positiv überrascht vom teils vorbildlichen Verhalten der Badbesucher.

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Überrascht wurden Gäste und Personal vom Starkregen am 3. Juli. Die Wassermengen drückten in einen Schmutzwasserkanal, der von der Hohenheide kommend unter der Löhnbadwiese verläuft und in die Straße Am Wiesengrund weiterführt. Durch einen Revisionsschacht des Kanals drückte das Wasser nach oben und verschlammte große Teile der Wiese und des Kinderspielbereichs. Nach fünf Tagen Aufräum- und Reinigungsarbeiten konnte das Schwimmbad am 8. Juli wieder öffnen.

Das Löhnbad hofft, dass die Saison 2021 „unter normalen Umständen“ am 1. Mai starten kann.

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