Fröndenbergs BVB-Fans gelassen am Gleis: „Wir kommen eine Bierlänge vorher im Stadion an“

dzNach Sonderzug-Streichung

Einige BVB-Fans gingen am Samstagmittag auf Nummer sicher und brachen früher Richtung Fußballstadion Dortmund auf. Der wichtigste Zug ab Fröndenberg Bahnhof war indes so voll wie immer.

Fröndenberg

, 02.11.2019, 13:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie würden die BVB-Fans auf die Mitteilung der Deutschen Bahn reagieren, ab sofort keine Sonderzüge mehr zu den Heimspielen des BVB einzusetzen? Darunter der RE 57 vom Sauerland über Fröndenberg nach Dortmund.

„Der Zug aus dem Sauerland ist ja in Fröndenberg immer schon voll.“
BVB-Fan Janik Demmer

Der Zug um 11.53 Uhr ist schon gut gefüllt, viele Passagiere, darunter jede Menge Anhänger von Borussia, stehen im Eingangsbereich. Weil eine Lichtschranke blockiert wird, schließt die Tür nicht, weiter geht es erst mit Verspätung.

Dominic Bingen und Janik Demmer wollen den nächsten Zug um 12.19 Uhr nehmen und in Schwerte umsteigen. „Das ist nicht optimal“, sagt Dominik Bingen. Die beiden Kumpel fahren extra eine Stunde früher als üblich nach Dortmund, weil sie nicht wissen, wie voll die Züge nun werden.

Fröndenbergs BVB-Fans gelassen am Gleis: „Wir kommen eine Bierlänge vorher im Stadion an“

Dominic Bingen (r.) und Janik Demmer sind sicherheitshalber früher als üblich vom Fröndenberger Bahnhof Richtung Fußballstadion nach Dortmund aufgebrochen. © Marcus Land

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„Der Zug aus dem Sauerland ist ja in Fröndenberg immer schon voll“, weiß Janik Demmer. Die beiden Fröndenberger hoffen, nun rechtzeitig im Stadion zu sein.

Dass ab Bestwig keine Sonderzüge mehr fahren sollen, wenigstens aber keine zusätzlichen Waggons angehängt, „finden wir ganz schrecklich“, sagt Tim Preuß, der aus Menden-Lendringsen ab dem Fröndenberger Bahnhof fährt.

„Ob der Zug am Signal Iduna Park hält, wissen wir nicht.“
Tim Preuß und Daniel Thomas, BVB-Fans

Mit einem Freund, Daniel Thomas aus Altendorf, nimmt er den Zug um 12.53 Uhr nach Dortmund. „Ob der Zug am Signal Iduna Park hält, wissen wir nicht“, sagt Daniel Thomas. Regulär ist dort kein Halt, meistens wird aber schon gestoppt, „aber wenn der Zugführer ein Schalker ist ...“, befürchtet Tim Preuß und winkt grinsend ab.

Wenn die Sonderzüge als Direktverbindungen bis ins Sauerland wegfallen, müsse man künftig immer irgendwo umsteigen. Das schmeckt den beiden Borussen nicht.

Fröndenbergs BVB-Fans gelassen am Gleis: „Wir kommen eine Bierlänge vorher im Stadion an“

Tim Preuß (l.) aus Menden-Lendringsen und Daniel Thomas aus Altendorf halten nichts davon, dass die Deutsche Bahn die Sonderzüge zu den Heimspielen von Borussia Dortmund gestrichen hat. © Marcus Land

Zehn Minuten vor dem Eintreffen des 12.53-Uhr-Zuges wird es am Bahnsteig immer voller, die Farben Schwarz und Gelb dominieren. Es wird der für die Fans aus Fröndenberg wichtigste Zug erwartet.

„Ich halte am Signal Iduna Park. Was raus ist, ist raus!“
Lokführer des RE 57

Recht entspannt warten Manuel Schnieder und Sebastian Schmidt an der Bahnsteigkante. Es habe schließlich nie richtige Sonderzüge gegeben, sondern nur einen Sonderhalt am Signal Iduna Park, so Sebastian Schmidt.

„Wir kommen eine Bierlänge vor dem Spiel am Stadion an“, meint Manuel Schnieder. Selbst ohne den nicht regulären Halt, den die Zugführer im Grunde nur aus Kulanz am Signal Iduna Park einlegen, und man am Dortmunder Hauptbahnhof umsteigen müsste.

Doch der Lokführer des RE 57 beruhigt und ruft aus seinem Fenster: „Ich halte dort! Was raus ist, ist raus!“

Fröndenbergs BVB-Fans gelassen am Gleis: „Wir kommen eine Bierlänge vorher im Stadion an“

Sebastian Schmidt (l.) und Manuel Schnieder warteten am Fröndenberger Bahnhof ganz entspannt auf den RE 57 nach Dortmund. Einzige Ungewissheit in ihren Augen: Der Lokführer könnte nicht wie üblich außerplanmäßig am Signal Iduna Park halten. © Marcus Land

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