Fröndenbergs Bonsai-Garten: Bei Willi Hellmann dreht sich alles um Bäumchen in Schalen

dzBonsai in Ardey

Als Willi Hellmann vor mehr als zehn Jahren nach Fröndenberg gezogen ist, hat er den Garten des neuen Zuhauses so umgestaltet, dass es für jeden seiner rund 80 Bonsais ein würdiges, schönes Plätzchen gibt.

Fröndenberg

, 19.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer zieht es nicht nur die Menschen vor die Tür. Auch Pflanzen müssen raus. Selbst diejenigen, von denen viele Menschen denken, dass sie hinter der Scheibe eigentlich ganz gut aufgehoben sind. Das weiß kaum einer besser, als der Fröndenberger Willi Hellmann, in dessen Alltag rund 80 Bonsais die Hauptrolle spielen. Jetzt im Sommer stehen sie in seinem tollen kleinen Garten, in dem sich Besucher ein bisschen so fühlen, als wären sie in Japan.

Zum ersten Mal haben wir Willi Hellmann im Winter besucht. Zu dieser Jahreszeit sind seine Bäume im Wintergarten oder im Gewächshaus untergebracht. Je nachdem, mit welcher Temperatur die jeweilige Pflanze überwintern kann. Im Frühjahr hieß es dann: Raus vor die Tür.

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Bei den ganz großen alten Bonsais hat die Nachbarschaftshilfe Ardey wieder tragen geholfen. Die kleinen wandern im Frühjahr tatsächlich mehrmals rein und raus. „Einen Tag wird es im Gewächshaus zu heiß, am nächsten gibt es wieder Nachfrost“, erklärt der Bonsai-Gärtner Willi Hellmann. Und beides schadet den Miniatur-Bäumchen in Schalen. „Es gibt Tage, da verfluch ich die Bonsais.“

„Das aktuelle Wetter tut den Pflanzen gut - und uns auch.“
Willi Hellmann

„Das aktuelle Wetter tut den Pflanzen gut - und uns auch“, sagt Hellman über die bisher ungewohnt kühlen und feuchten Sommerwochen. „Wir brauchen weniger zu gießen.“ Bei der Ausnahmehitze der vergangenen zwei Jahre seien er und seine Frau gar nicht mit dem Gießen hinterher gekommen. Denn in den kleinen Schalen war die Erde - kaum gegossen - schon wieder trocken. „Da musste man genau planen, wann man das Haus verlässt.“

Wenn der Fröndenberger Willi Hellmann durch seinen kleinen Garten spaziert, wird jedes Bäumchen genau unter die Lupe genommen. Ganz nach dem Motto: Es gibt immer etwas zu tun.

Wenn der Fröndenberger Willi Hellmann durch seinen kleinen Garten spaziert, wird jedes Bäumchen genau unter die Lupe genommen. Ganz nach dem Motto: Es gibt immer etwas zu tun. © Hornung

Nun wässert Hellmann die Bäume rund eine Stunde am Tag. Auch wenn es regnet. Mit dem Gießen komme Sauerstoff an die Wurzeln. Dank des durchlässigen Substrats aus Vulkanerde ist Wurzelfäule kein Thema.

Große Platane dient als Sonnenschirm

Mitten im Garten steht eine Platane mit dichtem Blätterdach. Für die ganz empfindlichen Bonsais dient der Baum als Sonnenschirm. Bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass die Bonsai unterm Blätterdach weniger „Verbrennungen“ aufweisen, als diejenigen, die ungeschützt in der Sonne stehen.

Willi Hellmann hat seinen Garten passend zum ungewöhnlichen Hobby gestaltet.

Willi Hellmann hat seinen Garten passend zum ungewöhnlichen Hobby gestaltet. © Hornung

Willi Hellmann sieht jedes braune Blatt sofort, sammelt im Vorbeigehen noch schnell ein paar verwelkte Blüten ein, bevor er sich zurück auf der Terrasse an den Tisch setzt. Auch hier stehen kleine Bonsais. Eigentlich sind es Levisia - Steingartenpflanzen. „Die blühen herrlich“, sagt Willi Hellmann. Beim ihm wachsen sie, wie fast alles, in kleinen Schälchen.

Stelen und Regale für die Bonsais

Das hält die Bonsais, selbst diejenigen, die schon mehrere Jahrzehnte alt sind, klein. Wer auf der Terrasse der Hellmanns steht, weiß zunächst gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte. Es gibt einen Teich mit asiatischem Touch. Dahinter stehen die Bonsais auf extra dafür angefertigten Stelen und in Regalen. Man erblickt sie aber auch auf Fensterbänken und vor dem Gartenschuppen.

Für die Bonsais stehen im Garten von Willi Hellmann Stelen und Regale. Jeder kleine Baum hat seinen optimalen Platz.

Für die Bonsais stehen im Garten von Willi Hellmann Stelen und Regale. Jeder kleine Baum hat seinen optimalen Platz. © Hornung

Im Prinzip eigne sich so gut wie jede Pflanze dafür, ihr Dasein in einer Schale zu fristen, erklärt Willi Hellmann. Bei einigen Exemplaren hat er sich besonders kreativ ausgetobt. Wie etwa mit dem Stamm einer über 100 Jahre alten Eugenie, die zwar starb, jetzt aber so von einem japanischen Ilex bewachsen wird. So, dass man denken könnte, die Blätter gehörten zum Stamm. Es wird deutlich, warum die großen Bonsai-Meister wir Künstler verehrt werden.

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