Fröndenbergerin vor Gericht: Ein Internet-Kommentar mit Folgen

dzÜble Nachrede

Üble Nachrede in den Sozialen Medien ist eine Straftat. Das zeigt nun wieder ein Urteil, das ein Richter am Amtsgericht Unna gefällt hat.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 19.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einem Internet-Forum fand eine 53-Jährige für die Wohnung eines Fröndenbergers deutliche Worte. Offenbar zu deutliche Worte, die ihr nun ein Verfahren wegen übler Nachrede vor dem Unnaer Amtsgericht bescherten.

Als freundschaftlich kann die Beziehung zwischen der Fröndenbergerin und dem Tierschützer ganz bestimmt nicht beschrieben werden. Zwei Mal holte sie ihren Hund vor etwa fünf Jahren bei ihm ab, nachdem das Tier ausgebüxt war. Geld für die Mühe wollte die 53-Jährige augenscheinlich nicht zahlen. Offenbar waren sich die beiden alles andere als sympathisch.

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Als es nun Ende Oktober in einem Forum um die Tierhaltung und die Nachbarn des Mannes ging, hatte auch sie etwas beizusteuern. In einem Kommentar verwies sie auf eine „verdreckte, stinkende Messie-Wohnung“ voller Tiere. Er erstattete daraufhin Anzeige. Kurz darauf erhielt die Fröndenbergerin einen Strafbefehl, sollte 600 Euro Geldstrafe zahlen. Das sah sie nicht ein. Sie legte Einspruch ein.

Beide Parteien trafen im Prozess aufeinander

Im Prozess trafen die beiden Parteien nun aufeinander und die Gräben waren tief. Die Angeklagte verteidigte ihren Post: „Ich habe das so wahrgenommen.“ Und: „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Dieser Gestank. Das kann man gar nicht erklären. Ich war schockiert.“ Ihr Gegner wollte davon nichts wissen, mutmaßte einen Racheakt und betonte: „Es ist niemals etwas bei uns bemängelt worden.“

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Letztlich redete der Richter Tacheles. Das Problem für die Angeklagte sei, dass sie ihre Behauptungen nicht beweisen könne. Deshalb: „Um den Vorwurf der üblen Nachrede kommt man meines Erachtens nicht herum.“ Das sah sie ein und beschränkte ihren Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Höhe der Geldstrafe, da ihr Einkommen geringer war, als angenommen. Aus dem Grund reduzierte sich die Geldstrafe auf 200 Euro.

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