Fröndenbergerin startet Spendenaktion für ihre schwerbehinderte Tochter

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Einen Rehabilitationsjogger, mit dem die 18-jährige Alina und ihre Mutter sportlich unterwegs sein könnten, zahlen die Kassen nicht. Jennifer Reich hat deshalb eine Spendenaktion gestartet.

Fröndenberg

, 07.08.2019, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Alina Reich viel zu früh geboren wurde, standen ihre Überlebenschancen gar nicht gut. Doch jetzt ist sie entgegen aller Prognosen 18 Jahre alt, bereitet ihren Eltern und Mitmenschen jede Menge Freude. Alina ist geistig und körperlich behindert. „Mal ist sie sehr vernünftig, mal freut sie sich aber auch über Sponge Bob und Co. wie eine Dreijährige“, sagt ihre Mutter Jennifer Reich. Ein Zustand, der für immer so bleiben wird.

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Dennoch ist Alina kommunikativ: Sie zupft in der Kassenschlange den Menschen vor ihr an der Jacke und spricht sie an – besonders gerne mag sie Kinder. Und während die auf dem Spielplatz im Sand toben, hat Alina ein Problem. Ihr Rollstuhl, der sehr teuer war und speziell für ihre schiefe Wirbelsäule angepasst wurde, ist nur für den Asphalt geeignet. Auf dem Spielplatz bleibt sie Zaungast.

Alltagsrollstuhl ist nicht für den Spielplatz oder den Wald geeignet

Für den Sand ist er mit 35 bis 40 Kilo zu schwer, die Reifen sind zu kurz und zu klein. Hinzu kommt das Gewicht der erwachsenen Tochter. Dabei merkt Alinas Mutter, dass das Mädchen gerne mit anderen Kindern im Sandkasten spielen würde. Wenn es matschig ist, kommt Jennifer Reich auch auf Feldwegen und im Wald nicht weit. Dabei braucht Alina ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm – seit kurzer Zeit ganz besonders.

Denn auch wenn die 18-Jährige niemals richtig arbeiten wird, ist die Schulzeit für sie beendet und sie wird im Förderbereich einer Behindertenwerkstatt in Kamen weiter betreut. Während in der Schule viel physisches Programm wie Bewegung in der Schaukel oder auf der Matte auf dem Stundenplan stand, gibt es das bei der Arbeit nicht mehr. Alina Reich ist ab Mittag zuhause und dann muss Mutter Jennifer das mit ihr nachholen, was früher in der Schule passiert ist.

Der Rehabilitationsjogger ließe sich sogar an ein Fahrrad hängen

Eine Art Sportrollstuhl, ein sogenannter Rehabilitationsjogger, den Krankenkassen nicht bezahlen, könnte der Familie helfen, mit Alina durch Wälder und Felder zu spazieren, sie in einen Sandkasten zu fahren. Und das Modell, das sich ihre Mutter ausgesucht hat, könnte sie sogar an ein Fahrrad hängen. Dann mache ich selber wieder Sport, sagt Jennifer Reich, die – bevor ihre Tochter in ihr Leben trat – Eishockey gespielt hat. Für Alina wäre der Wind im Gesicht wahrscheinlich eine tolle Erfahrung, träumt Jennifer Reich von dem vielseitigen Rollstuhl, den sie im Winter sogar zum Schlitten umfunktionieren könne.

Um den Traum für sich und ihre Tochter wahr werden zu lassen, hat die Fröndenbergerin über die Internetplattform „gofundme.com“ eine Spendenaktion für ihre Tochter gestartet.

Spenden über Internetplattform

  • Wer für Alinas Rollstuhl spenden möchte, kann das im Internet unter www.gofundme.com.
  • gofundme ist eine Crowdfunding-Plattform, die Gewinn mit ihrem Angebot macht.
  • Jennifer Reich hat den Weg über die Plattform gewählt, weil der Weg über das Konto der Plattform für die Spender sicher ist.
  • Das Spendenziel sind 4.700 Euro. Wie viel Geld noch fehlt, kann auf der Internetseite verfolgt werden.
  • Jennifer Reich wird im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten einen Teil des Rollstuhls selbst finanzieren.

In der Vergangenheit hat Jennifer Reich bereits mehrmals von Stiftungsgeld und privaten Spenden profitiert. Zum Beispiel, als sie ein rollstuhlgeeignetes Fahrzeug mit Rampe anschaffen wollte. 100 Stiftungen hatte Jennifer Reich dafür angeschrieben. Ein Teil davon meldete sich tatsächlich zurück. Und zusammen mit einer privaten Spende und Eigenanteil konnte die Fröndenbergerin das Auto anschaffen, das es ihr ermöglicht, alleine mit Alina Ausflüge zu machen.

Wer andere Menschen um Geld bittet, überlegt vorher dreimal

„In Deutschland sind wir gut versorgt“, weiß die Mutter aus Ardey. Durch die Krankheit ihrer Tochter hat sie Eltern mit ähnlichen Schicksalen rund um den Globus kennengelernt. Sogar in Peru. Sie traue sich kaum, den Menschen dort ein Bild von dem jetzigen Rollstuhl ihrer Tochter zu zeigen. Denn andernorts ist die Versorgung für Menschen mit Behinderung wesentlich schlechter. „Da überlegt man sich dreimal, ob man einen Spendenaufruf startet.“ Doch andererseits lebe sie ja in Deutschland und möchte, wie wohl jede Mutter, nur das Beste für ihre Tochter.

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