Fröndenberger Weißstorch-Nachwuchs: Erste erfolgreiche Brut im Ruhrtal

dzNaturschutzgebiet Kiebitzwiese

Es gibt gute und schlechte Nachrichten vom Horst auf der Kiebitzwiese: Zwar ist ein Jungstorch tot, der andere aber hat das Nest verlassen und erkundet fröhlich die Kiebitzwiese.

Fröndenberg

, 31.07.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die erste Brut von Weißstörchen im Ruhrtal ist erfolgreich“, freut sich der Fröndenberger Vogelexperte Gregor Zosel. Seine Beobachtungen teilt er mit anderen Ornithologen im Internet. Auf den Bildern, die Zosel vor einigen Tagen geschossen hat, folgt das Jungtier seinen Eltern durchs Feuchtgebiet und pickt sich ab und an etwas aus dem Wasser. Vor einigen Wochen noch ein graues Federknäuel, gleicht der Körperbau des wenige Monate alten Storchs nun stark dem seiner Eltern.

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Freud und Leid lagen im Hort nah beieinander

Doch die Freude über das Überleben des ersten auf der Kiebitzwiese ausgebrüteten Jungstorchs wird getrübt. Denn wie der Vogelexperte bereits befürchtet hatte, ist eines der Jungtiere verstorben. Möglicherweise war es die Rekordhitze der vergangenen Woche, die dem kleinen, schmächtigeren und jüngeren der beiden Vögel zu stark zusetzte. Gregor Zosel beobachtet die Störche, seit sie begonnen haben, ihr Nest in Fröndenberg zu bauen. Dass ein Teil der Brut weniger Kraft hat, war ihm schnell aufgefallen. Während der ältere, stärkere Vogel mit seinen Eltern bereits fleißig die Nahrungsaufnahme trainiert, fehlt ein Teil der Familie und es gibt keine Lebenszeichen mehr aus dem Nest.

Die Weißstörche verteidigten ihr Nest gegen Besetzer.

Die Weißstörche verteidigten ihr Nest gegen Besetzer. © Greogor Zosel

Dennoch ist das überlebende Jungtier, zumindest für Vogelliebhaber, eine kleine Sensation. Denn Versuche der Weißstörche, auf der Kiebitzwiese Nachwuchs auszubrüten, nahmen in der Vergangenheit nie ein gutes Ende. 2014 und 2016 gab‘s zwar Nachwuchs, doch in beiden Jahren überlebten die Jungtiere nicht. Damals war es zu nass und zu kalt.

Die kleinen Weißstörche hatten mit Wetterextremen zu kämpfen

Auch in diesem Jahr hatten die kleinen Weißstörche mit Wetterextremen zu kämpfen. Zwar war es nie außergewöhnlich kalt – dafür gab es ein paar kräftige Unwetter und Hitze. Beidem waren die Jungvögel im Nest schonungslos ausgesetzt. Und so musste Gregor Zosel auch das erste Mal zittern, als es nach einem Unwetter stundenlang kein Lebenszeichen der damals erst wenige Wochen alten Vögel gab.

Etwa Anfang Juni hatte der Doppel-Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Bis zum Ende hoffte Zosel, dass beide durchkommen. Auch der starke Regen am 20. Juli konnte ihnen nichts mehr anhaben. Doch dann folgte die Hitzewelle.

Dem Jungvogel, der inzwischen selbstständig ist, geht es gut. Wenn die Kiebitzwiese ausgiebig erkundet ist, wird er seine erste große Reise antreten: mit den anderen Störchen nach Afrika.

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