Fröndenberger Unternehmen kämpfen gegen Unglauben und Vorurteile bei Plastik-Alternativen

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Dem Plastik zum Verwechseln ähnlich, aber eben umweltfreundlich: Fröndenberger Unternehmen sind bei ihren alternativen Plastik-Produkten zu besonderen Maßnahmen gezwungen.

Fröndenberg

, 01.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sieht aus wie Plastik, es fühlt sich an wie Plastik, aber es ist keins. Das Klimabewusstsein und der Wunsch nach Veränderung werden stärker, gleichzeitig stellt es die Unternehmen jedoch auch vor Herausforderungen. Denn: Nicht alles, was auf den ersten Blick wie Plastik aussieht, ist auch welches. Trotzdem fällen viele potenzielle Kunden ihr Urteil schnell.

Gegen Vorurteile hilft nur klare Kennzeichnung

Die Fröndenbergerin Katrin Thiede ist Teil eines Duos, das sich die Seifenschwestern nennt. Sie machen handgemachte Seife. Für ihren Stand auf verschiedenen Märkten haben sie ihre Seife schon mal liebevoll eingepackt. Mit Schleifchen und durchsichtiger Verpackung. Natürlich kein Plastik, versichert sie. Aber es sieht eben ähnlich aus.

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Das habe sie auf den Märkten auch zu spüren gekommen. „Manche haben die Seifen angeguckt und die Nase gerümpft“, erzählt sie. „Igitt, das ist ja mit Plastik.“ Dann wären die Leute schnell weitergegangen. Eine Chance zur Erklärung habe sie gar nicht bekommen.

Katrin Thiede von den Seifenschwestern aus Fröndenberg sind mittlerweile von Plastikalternativen auf Papiertütchen umgestiegen.

Katrin Thiede von den Seifenschwestern aus Fröndenberg sind mittlerweile von Plastikalternativen auf Papiertütchen umgestiegen. © Lisa Dröttboom

Auch Marcel Suffian und Sabine Rother von dem Fröndenberger Unternehmen Biobiene kennen das Problem. Sie haben sich auf die Herstellung umweltfreundlicher Alternativen zu Plastikverpackungen spezialisiert. „Das Problem begegnet einem oft“, sagt Rother. Helfen würde dabei nur eins: „Es muss klar ausgezeichnet sein.“

Mit Plakaten Hinweise geben

Deshalb ist auf jede ihrer plastikähnlichen Verpackungen ein Aufdruck drauf, der dem Kunden zeigt: Das hier ist plastikfrei. „Es ist unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen.“

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Sie empfiehlt, auf Ständen dazu noch mit Plakaten auf die Plastikfreiheit hinzuweisen. „Es muss von Weitem ersichtlich sein. Der Endverbraucher kann die Produkte nicht voneinander unterscheiden.“

Die Welt sei derzeit im Wandel, viele würden verstärkt auf so etwas wie Plastikverpackungen achten. Deshalb sei es umso wichtiger, plastikfreie Alternativen klar zu kennzeichnen. Einige ihrer Kunden gingen dabei sogar auf Nummer sicher und würden zusätzlich zum Biobiene-Aufdruck noch eigene Aufkleber anbringen.

Marcel Suffrian und Sabine Rother vom Fröndenberger Unternehmen Biobiene drucken auf jedes Produkt den Hinweis, dass dieses plastikfrei ist.

Marcel Suffrian und Sabine Rother vom Fröndenberger Unternehmen Biobiene drucken auf jedes Produkt den Hinweis, dass dieses plastikfrei ist. © Lutz Sternstein

Beständige Aufklärungsarbeit erforderlich

Aber auch dann würden Kunden des Öfteren mit Unglauben reagieren, wie die Unternehmer von Biobiene aus eigener Erfahrung von Messen wissen. „Die Leute glauben, das ist ein Fake“, sagt Suffrian. Eben, weil es dem ursprünglichen Plastikprodukt so ähnlich sehe. „Da hilft nur eins: Aufklärungsarbeit. Immer und immer wieder.“

Die Seifenschwestern haben sich mittlerweile von den plastikfreien Verpackungen verabschiedet. Sie verpacken ihre Seifen nun in kleinen Papiertüten.

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