Nicht zuletzt bei der Planung des neuen Radwegs von der GSF nach Frömern wäre der ADFC gerne mit einbezogen worden. Die Stadt will es bei der Umsetzung weiterer Maßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan nun besser machen.

Fröndenberg

, 08.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fröndenberg liegt am Ruhrtalradweg, war Austragungsort bedeutender Fahrradrennen, bekommt bald ein Rennradmuseum und möchte Fahrradstadt sein. Doch immer wieder bemängeln Bürger, Politik und ADFC die Fahrradfreundlichkeit der Stadt. Nach jüngsten Anträgen und Vorschlägen erklärt die Verwaltung nun, was sie im Rahmes des Verkehrsentwicklungsplans 2030 noch vor hat.

Viele Fröndenberger besitzen noch nicht einmal ein Rad

Eine Erhebung des Radverkehrsanteils hat ergeben, dass in Fröndenberg nur rund drei Prozent der Bewohner regelmäßig das Rad als Verkehrsmittel nutzen. Dieser Wert liege laut Stadtverwaltung deutlich unter dem bundesdeutschen Schnitt von zehn Prozent und dem Durchschnitt im Kreis Unna von zwölf Prozent. Nicht einmal ein Viertel der Haushalte habe überhaupt ein eigenes Fahrrad.

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„Ein Grund dafür ist sicherlich die Entfernung zwischen den Ortsteilen sowie die meist bewegte Topografie“, vermutet die Stadtverwaltung. Im Rahmen der Arbeit am Verkehrsentwicklungsplan (VEP) fanden zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen statt. In den Jahren 2014 und 2015 hatten Bürgerinnen und Bürger zuletzt die Möglichkeit, sich aktiv an der Arbeit am Verkehrsentwicklungsplan zu beteiligen.

Und bei dieser Bürgerbeteiligung wurden tatsächlich die vielen steilen Anstiege im Stadtgebiet als Grund genannt, das Auto auch auf kürzeren Strecken zu bevorzugen. Gleichwohl bewerteten die Bürger die Höhenunterschiede allerdings nicht als Ausschlusskriterium für den Radverkehr – mit Blick auf die Verbreitung von E-Bikes, die inzwischen noch beliebter sind.

„Noch zahlreiche Lücken im Netz“: Fröndenberger soll radfahrfreundlicher werden

„Beste Aussichten! Schüler fahren bergauf“: Mit diesem Projektname wird aktuell an einer Nord-Süd-Verbindung gearbeitet. Aus Sicht einiger Bürger ist die Strecke zu steil. Die Stadt spricht von einem moderaten Anstieg. 70 Prozent der Kosten übernimmt der Bund. © Marcel Drawe

Unterschiedliche Anforderungen an Infrastruktur

Je nach Bedeutung der Radroute formulierten die Bürger unterschiedliche Anforderungen an ihre Rad-Infrastruktur:

  • Alltagswege sollten möglichst umweglos, schnell und komfortabel sein.
  • Bei Freizeitwegen zähle der Erlebniswert und ein ansprechendes Umfeld.

Der Stadtverwaltung ist klar: Damit mehr Bürger aufs Rad umsteigen, müsse das Wegenetz in der Ruhrstadt praktischer, sicherer und attraktiver werden. Als Grundgerüst bestehe ein Routennetz, das „noch zahlreiche Lücken hat“.

„Noch zahlreiche Lücken im Netz“: Fröndenberger soll radfahrfreundlicher werden

Im Fröndenberger Radwegenetz befinde sich einige Radrouten und der Ruhrtalradweg. Die mit Punkten markierten Wege müssen entweder noch beschildert werden oder werden aktuell ausgebaut. © Stadt Fröndenberg

Ziel sei ein Netz, „das als Rückgrat für den alltäglichen Radverkehr dient, innerstädtische Verbindungs- und Anknüpfungspunkte an die Umlandgemeinden sowie ans regionale Netz schafft.“

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Um die Situation für Radfahrer zu verbessern habe die Stadt bereits Tempo-30-Zonen eingeführt, den Marktplatz gesperrt, zum Teil den Lkw-Verkehr gelenkt und mit Durchfahrtverboten reguliert, Einbahnstraßen für den Radverkehr freigegeben, und an der „Nationalen Klimaoffensive“ teilgenommen. Ergebnis daraus ist der „Schülerradweg“, der aktuell gebaut und auch kritisiert wird. Die neue Route schafft erstmals eine Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Ruhrtal und dem Haarstrang.

Auf der Agenda stehen im Rahmen des VEP:

  • der Ausbau des vorhandenen Radverkehrsnetzes im Stadtgebiet
  • der Ausbau zwischen Stadtmitte und den Ortsteilen Frömern, Hohenheide und Ostbüren im nördlichen Stadtgebiet
  • der Ausbau zwischen Stadtmitte und den Ortsteilen Dellwig, Langschede und Ardey im westlichen Stadtgebiet
  • der Ausbau zwischen der Stadtmitte und den Stadtteilen im Osten des Stadtgebietes
  • die Neuanlage einer Nord-Süd-Verbindung
  • die Beschilderung neuer Streckenabschnitte im Stadtgebiet

Geplante weitere Maßnahmen:

  • Der Bau und Verkehrsausschuss hat sich bereits in seiner Sitzung im Mai des vergangenen Jahres mit einem Antrag der Frauen Union befasst, der eine Erweiterung des geplanten Radweges im Stadtgebiet zwischen Ardey und Frömern vorsieht. Wenn der Thabrauck 2021 auf gesamter Länge saniert wird, könnte die Feldstraße anschließend umgewidmet und somit nur noch für den Fußgänger-, Rad- und Anliegerverkehr genutzt werden.
  • Es sind zwei neue überdachte Fahrradabstellanlagen im Bereich der Gesamtschule (100 Stellplätze mit Baubeginn 2020) und im Eingangsbereich zur Innenstadt an der Ruhrstraße (zwölf Stellplätze mit Baubeginn für 2021) geplant.

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Aus Sicht der Verwaltung bedürfe es keiner Überarbeitung des aktuellen Verkehrsentwicklungsplan 2030, wie es der ADFC gefordert hatte. Die Mitglieder ADFC sollen nun aber verstärkt mit einbezogen werden, wenn es an die Umsetzung der zahlreichen geplanten Maßnahmen geht.

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