Fröndenberger Ratskandidaten: 70 Prozent Männer – und die Hälfte im Rentenalter

dzKommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl 2020 bewerben sich genau 100 Direktkandidaten in Fröndenberg um einen Sitz im Stadtrat. Herkunft, Alter und Berufe der Frauen und Männer geben Erstaunliches preis.

Fröndenberg

, 12.08.2020, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den 17 Fröndenberger Wahlbezirken kandidieren zur Kommunalwahl 2020 am 13. September 100 Bewerberinnen und Bewerber von fünf Parteien sowie einer Wählergemeinschaft. Die Wählerinnen und Wähler dürften sich nur bedingt repräsentiert fühlen.

Stärkster Beleg dafür, dass die Ratskandidaten nicht die Fröndenberger Stadtgesellschaft wiederspiegeln, ist die Verteilung der Geschlechter: 70 Prozent der Bewerber sind Männer, nur 30 Prozent Frauen.

Auch das Alter der Bewerber ist kein Spiegelbild der durchschnittlichen Verteilung in der Stadt: So gehören 48 Prozent der Frauen und Männer, die sich um ein politisches Mandat bewerben, den Jahrgängen 1955 und älter an, sind also bereits im Rentenalter oder kurz davor; nur zehn Personen haben bei Beruf aber ausdrücklich Rentner/Pensionär genannt. Der Anteil der 65-Jährigen plus an der Gesamtbevölkerung betrug zum Stichtag 31. Dezember 2017 in Fröndenberg nur 23,8 Prozent.

Dagegen sind nur sechs Kandidaten im Alter 18 bis 25 Jahre, immerhin 13 zwischen 26 und 35 Jahre alt. Sehr schwach ist auch die Altersgruppe zwischen 36 und 45 abgebildet: Auch hier stehen nur sechs Frauen und Männer auf dem Stimmzettel; zwischen 18 und 45 sind dies insgesamt also nur 25 Prozent aller Kandidaten. 35,5 Prozent der Einwohner Fröndenbergs sind aber tatsächlich zwischen 18 und 49 Jahre alt.

Der älteste Kandidat gehört dem Jahrgang 1936 an, die drei jüngsten Kandidaten sind im Jahr 2000 geboren. Apropos, junge Leute: Auch vier Studierende befinden sich unter sämtlichen 100 Lokalpolitikern in spe.

Das Berufsbild, das die Kandidaten abgeben, ist insgesamt sicherlich ebenfalls nicht repräsentativ für Fröndenberg. 20 Kandidaten, die in kaufmännischen Berufen arbeiten, kommen dem Anteil an der berufstätigen Bevölkerung vermutlich noch am nächsten.

Zur Sache

Geburtsorte von Bentrop bis Strickherdicke

  • Von den 100 Wahlbezirkskandidaten geben als Geburtsort 16 Unna, 13 Menden, 12 Fröndenberg und 5 Wickede/Ruhr an.
  • Die in Fröndenberg Geborenen geben zum Teil auch den Ortsteil an, in dem sie geboren worden sind; sie sind demnach offenbar nicht im Fröndenberger Krankenhaus zur Welt gekommen.
  • So stammt jeweils ein Kandidat der Geburt nach aus Bentrop, Langschede, Strickherdicke und Dellwig.
  • Drei Wahlbezirkskandidaten haben einen Geburtsort im Ausland.

Dagegen entsprechen 16 Bewerber, die im Öffentlichen Dienst arbeiten, also 16 Prozent aller Kandidaten, nicht dem Durchschnitt in der Bevölkerung. Bundesweit sind elf Prozent in der öffentlichen Verwaltung tätig. Die Tätigkeiten sind allerdings breit gestreut und reichen von Polizeibeamten über Lehrer bis hin zu Verwaltungsfachangestellten.

Schließlich zeigen die Herkunftsangaben, dass mehr als die Hälfte der Wahlbezirkskandidaten ursprünglich nicht aus Fröndenberg oder benachbarten Kommunen wie Unna, Menden oder Wickede stammen. Nur 20 Prozent der Kandidaten stammen aber von außerhalb von NRW.

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