Den Technik-Check samt Schirmchen gab es bereits: Die Poller sind einsatzbereit und der befahrbare Markt ist für den Durchgangsverkehr Geschichte. Trotzdem bleiben die Poller die meiste Zeit über unten. © Hornung
Marktquerung

Fröndenberger Marktplatz: Wenn die Poller hochfahren, endet ein jahrelanger Streit

Nachdem er seit einem Jahr nicht mehr befahren werden darf, wird der Markt bald offiziell mit Pollern geschlossen. Dann gibt‘s auch für diejenigen kein Durchkommen mehr, die die neuen Regeln bisher ignorieren.

Eigentlich ist die Durchfahrt über den Fröndenberger Marktplatz schon seit Dezember 2019 dicht. Doch während Bauamtsleiter Martin Kramme die Fortschritte auf dem so gut wie fertig umgebauten Marktplatz begutachtet, passiert es wieder: „Ja ist es denn wahr?“ Ein gelber Pkw flitzt, sich ob der menschenleeren verregneten City wohl in Sicherheit wiegend, verbotenerweise schnell über den Platz.

Unter anderem Rettungsfahrzeuge müssen die Elektronik der versenkbaren Poller ansteuern können. Deshalb ist es wichtig, dass mit der neuen Technik alles stimmt. © Hornung © Hornung
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Die jüngste Entwicklung auf einen Blick.

  • Die Schließung des Marktplatzes wurde am 26. September 2018 in einer geheimen Abstimmung vom Rat der Stadt Fröndenberg beschlossen. Dem vorausgegangen waren jahrelange Diskussionen.
  • Im November 2018 trat der Fröndenberger Lars Köhle mit einem Bürgerbegehren auf den Plan. Sein Ziel war es, dass der Marktplatz doch für Fahrzeuge geöffnet bleibt.
  • Ende Januar 2019 hatte das Bürgerbegehren gegen die Schließung des Marktes ausreichend Unterschriften erreicht, um in der Politik Gehör zu finden. Es hätte einen Bürgerentscheid geben können.
  • Doch im Februar 2019 teilte die Stadtverwaltung mit, dass das Bürgerbegehren nach rechtlicher Prüfung unzulässig sei. Als Grund gab die Stadtverwaltung Formfehler im Text an.
  • Am 6. März 2019 stimmte der Rat der Stadt Fröndenberg für die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens.
  • Nachdem später noch eine Klage gegen die Ratsentscheidung scheiterte, ist er seit dem 27. November 2019 offiziell für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Klar ist: Wenn sich die Poller erheben, schließt sich ein kleines Kapitel Fröndenberger Stadtgeschichte. Nämlich das über die jahrelange Diskussion zur Marktquerung, das Hin- und Her zwischen Verwaltung, Politik und Werbering, und ein Bürgerbegehren das an Formalitäten scheiterte.

Mit den Umbauplänen kam auch die Schließung

Obwohl es sich Umbau und Sperrung des Marktes um zwei politisch unabhängig voneinander getroffene Entscheidungen handelte, war es wohl die angestrebte Weiterentwicklung und Umgestaltung des Marktplatzes, die der befahrbaren Querung endgültig den Garaus machte.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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