Fröndenberger Marktplatz: Jetzt müssen Stadt und Polizei durchgreifen

dzMarktplatzschließung

Autofahrer können sich noch nicht so recht mit der Neuregelung des Verkehrs an Marktplatz und Karl-Wildschütz-Straße in Fröndenberg anfreunden. Doch das kann gefährlich werden.

Fröndenberg

, 06.12.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gut eine Woche nachdem der Marktplatz endgültig für Fahrzeuge geschlossen wurde, ist die Durchfahrt bei Händlern, Anliegern sowie der Stadtverwaltung weiter im Gespräch. Diejenigen, die von außerhalb kommen, nur mal kurz etwas in der City regeln wollen, fahren weiter über den Platz – und parken falsch.

Christoph Börger vom Ordnungsamt der Stadt und seine Mitarbeiter hatten in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun. Im Bereich Karl-Wildschütz-Straße sind Parkplätze weggefallen – und auf dem Marktplatz, über den eigentlich gar nicht mehr gefahren werden darf, ist das Parken auch verboten. Wer sein Auto jetzt nicht richtig abstellt, erhält ein Knöllchen.

Stadt hatte Verkehrssündern eine gewisse Karenzzeit eingeräumt

„Zunächst haben wir uns großzügig verhalten“, sagt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Autofahrer wurden freundlich darauf hingewiesen, wo sie parken dürfen und wo nicht. Doch nach einer gewissen Karenzzeit habe die Stadt inzwischen begonnen, Strafzettel mit Verwarngeldern zu verteilen.

Dabei ist es keineswegs nur Schikane, wenn die Stadt die neue Parkregelung kontrolliert. Denn seit die Karl-Wildschütz-Straße keine Einbahnstraße mehr ist, werden die aufgelösten Parkbuchten benötigt, damit Gegenverkehr gegebenenfalls ausweichen kann.

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Während die Stadt nur für den ruhenden Verkehr zuständig ist, sei die Polizei inzwischen für die Durchfahrtsproblematik sensibilisiert worden. Denn für Fußgänger, die sich nun achtloser über den Markt bewegen, kann das wenig umsichtige Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.

Polizei soll nun intensiver kontrollieren und Präsenz zeigen

Bis die Poller im Zuge der Marktplatzumgestaltung tatsächlich kommen, werde die Polizei nun „intensiver gucken“, kündigt Christoph Börger an. Er hofft darauf, dass schon die erhöhte Präsenz der Polizei den einen oder anderen Verkehrssünder vom Marktplatz fern hält.

Fröndenberger Marktplatz: Jetzt müssen Stadt und Polizei durchgreifen

Wolfgang Hüttner kann in der Marktplatz-Frage nur für die Händler sprechen. Aus seiner Sicht hat die Politik eine falsche Entscheidung getroffen. © Freyth / Archiv

Während Stadt und Polizei also darum kämpfen, dass der Marktplatz tatsächlich gesperrt bleibt, haben Bürgerinnen und Bürger ihn im Internet, dem virtuellen Marktplatz, schon quasi für tot erklärt – oder zumindest zum Stillleben. Wobei einige Vertreter der Netzgemeinde der Ansicht sind, dass die gute Stube auch vor der Schließung des Platzes schon ausgestorben war.

Werberingsvorsitzender nimmt kein Blatt vor den Mund

Wolfgang Hüttner, Vorsitzender des Werberings, nimmt nach der aktuellen Entwicklung gefragt kein Blatt vor den Mund: „Die Kunden ärgern sich, weil viele Knöllchen verteilt werden, die Parkplätze fehlen“, sagt er. Eines Nachmittags in der Markt-Apotheke, das Geschäft war brechend voll, habe sich ebendieses schlagartig geleert, nachdem ein Kunde die anderen warnte, dass draußen gerade Knöllchen verteilt werden, berichtet Hüttner.

Für die Händler, die Hüttner vertritt, sei die Marktschließung eine „mittlere Katastrophe“. Der Vorsitzende des Werberings hätte es wie viele seiner Kollegen besser gefunden, wenn der Markt zunächst für eine Probezeit gesperrt worden wäre. Um so vorzufühlen, ob die Sperrung vorwiegend positive oder negative Auswirkungen hat.

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Verkehrstechnisch sei in der Karl-Wildschütz-Straße noch nichts Schlimmes passiert. Hüttner hat aber beobachtet, wie ein Rollstuhlfahrer aus dem Haus Hubertia nur noch knapp ausweichen konnte, weil ein Pkw aus unerwarteter Richtung kam. „Die Idee war und ist hirnverbrannt“, sagt Hüttner.

Café-Betreiberin freut sich auf den neuen Marktplatz

Das Café Melange liegt direkt am Markt und Betreiberin Oya Soyyigit kann jeden Tag durch die großen Fenster beobachten, was draußen los ist. Auch sie kann bestätigen, dass weiterhin rege Verkehr über den Marktplatz rollt – und fleißig parkt.

Fröndenberger Marktplatz: Jetzt müssen Stadt und Polizei durchgreifen

Oya Soyyigit verkauft am Marktplatz Kaffee und Torten. Ihr Café ist beliebt und sie hofft, dass es bald noch besser besucht wird. © Archiv

Die Café-Betreiberin ist guter Dinge, dass der Marktplatz, erst einmal umgebaut, ein neues, schöneres Bild abgibt, für Bürger attraktiver und sicherer ist. Und das wirke sich dann, so hofft Oya Soyyigit, auch auf die anliegende Gastronomie positiv aus.

Bei den Kunden im Café sei die Schließung kein großes Thema mehr. Nur einer ärgere sich, dass er nun nicht mehr zu seinem Lieblingsparkplatz kommt. Aber er parke nun brav hinter dem Café – wie die meisten Kunden des Melange. Im übrigen kann Oya Soyyigit nicht verstehen, warum Fröndenberg von vielen Bürgern der Stadt so tot geschrien wird. Selbstverständlich gebe es Tage, wie etwa den Mittwochnachmittag, an denen es im Zentrum leer sei. Doch das gebe es auch in anderen kleinen Städten.

Ihr Umsatz bleibt auch nach der Marktschließung gleich – steige jetzt eher noch ein wenig, wenn es draußen knackig kalt ist.

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