Fröndenberger Kolpingsfamilie gibt brasilianischen Kindern eine Stimme

dzEine-Welt-Marsch

Gute Bildung - und damit auch Chancen im Berufsleben - sind für deutsche Kinder festgelegter Standard. Gleichaltrige Kinder in Brasilien können von solchen Rechten nur träumen. Hilfe aber naht.

von Dominik Pieper

Fröndenberg

, 24.03.2019, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grundschule, weiterführende Schule, Ausbildung oder Studium, Beruf: Während Bildung in Deutschland festgelegten Standards folgt und unabhängig vom gesellschaftlichen Stand ist, sieht der Alltag brasilianischer Kinder anders aus: Nicht jeder kommt in den Genuss von Schulbildung, vielen wird die Möglichkeit auf eine Arbeit genommen. Armut ist die Folge.

50 Teilnehmer beim Eine-Welt-Marsch

Auch wenn diese Probleme viele tausend Kilometer entfernt sind, rückt die Fröndenberger Kolpingsfamilie sie ins lokale Bewusstsein. Die diesjährige Eine-Welt-Aktion gibt brasilianischen Kindern eine Stimme und möchte einen Teil dazu beitragen, die Nöte der Kinder zu lindern.

Knapp 50 Unterstützer des Eine-Welt-Gedankens kamen am Sonntag zum 28. Eine-Welt-Marsch. Mit ihrer Teilnahme und einem damit verbundenen Obulos halfen sie mit, Geld für das Schaffen einer Perspektive zu sammeln. Vom Platz vor der Sparkasse aus zog der Marsch durch die Innenstadt und weckte das Interesse vieler Spaziergänger und Besucher.

Fröndenberger Kolpingsfamilie gibt brasilianischen Kindern eine Stimme

Mittels Smartphone bekamen die Kinder der eigens angebotenen Kinderrallye ihre Aufgaben übermittelt. Sie erfuhren dabei, dass brasilianische Kinder in ihrem Alter längst nicht die gleichen Chancen haben wie sie selbst. © Marcel Drawe

Schnitzeljagd per Smartphone

Mit dabei war in diesem Jahr auch eine Kindergruppe. Eine Schnitzeljagd hatten Hans Brauckmann und seine Mitstreiter vom Eine-Welt-Kreis eigens für sie organisiert, um sie zum einen für den Eine-Welt-Gedanken zu begeistern, andererseits aber auch für die Sorgen und Nöte Gleichaltriger in Brasilien zu sensibilisieren. Per Smartphone bekamen die Schnitzeljäger Aufgaben übermittelt, die alle im Kontext des diesjährigen Mottos „Kindern und Jugendlichen in Brasilien eine Zukunft geben“ standen. Auch die Kindergruppe tummelte sich im Innenstadtbereich, etwa am Haus Hubertia, löste Aufgaben und erfuhr dabei, dass das, was für sie alle alltäglich ist - nämlich das Recht auf Bildung -, in Brasilien keineswegs Normalität ist.

Hilfe kommt direkt an

Ganz besonders betroffen seien Kinder in den großen Metropolen Brasiliens, erklärten die Organisatoren. Sie leben in speziellen Armenvierteln - Schuldbildung können sich ihre Eltern oft nicht leisten. Oftmals müssen die Kinder schon in jungen Jahren mit für den Unterhalt der Familie sorgen. Ein unbeschwertes Aufwachsen mit der Chance auf beruflichen Erfolg ist kaum möglich.

Das Kolping-Projekt setzt bereits in frühen Kindertagen an. Schon im Kindergarten sollen die Kinder Förderung erfahren, später dann die Möglichkeit zum Schulbesuch haben. Die Hilfe aus Fröndenberg ist dabei sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein - aber sie macht aufmerksam und kommt vor allem direkt an.

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