Fossilien und historische Waffeln: Heimatverein will die Jugend begeistern

dzHeimatpreis 2019

Wenn es nach den Mitgliedern des Fröndenberger Heimatvereins geht, sollte der Begriff Heimat bei Kindern und Jugendlichen Interesse wecken. Dafür entwickelt der Vereine neue Angebote.

Fröndenberg

, 26.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Albert Hardebusch wird im kommenden Jahr 70 – und gehört im Fröndenberger Heimatverein sozusagen „zur Jugendgruppe“ wie er selber scherzt. Bei der Bewerbung für den ersten Fröndenberger Heimatpreis belegte sein Verein zusammen mit dem Förderverein Kulturzentrum den zweiten Platz. Vor allem auch, weil sich die Preisträger Gedanken darüber gemacht haben, wie sie die Jugend für ihre Heimat begeistern können.

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Heimat sei ja an sich ein Begriff, mit dem junge Leute wenig anfangen können. Zuletzt war es unter Umständen sogar ein verpönter Begriff, sagt Hardebusch. Der zweite Vorsitzende der Heimatvereins weiß gar nicht so recht, wie er es auf den Punkt bringen soll: „Nachfolger des braunen Gesindels von damals“, würden den Heimatbegriff für ihre Zwecke einspannen. Und auch, dass es jetzt auf einmal ein Heimatministerium gibt, möge wohl für den einen oder anderen zunächst befremdlich geklungen haben.

Geschichte bewahren und zugänglich machen

Der Fröndenberger Heimatverein, mit seinem kleinen Heimatmuseum, versucht vor allem Stadtgeschichte zu bewahren und für die Bürger von heute zugänglich zu machen.

Die üblichen Führungen nun einfach für Kinder anbieten? Vorträge für Schulklassen halten, die Kinder durch das Heimatmuseum schleifen? Nein, so sind die Mitglieder des Vereins überzeugt: Das sei nicht mehr zeitgemäß und auch nicht der richtige Weg, Kinder für Stadtgeschichte zu begeistern.

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Vielmehr plane der Verein nun ein niederschwelliges Angebot, das die Kinder aktiv mit einbezieht: So könnten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Heimatverein beispielsweise Eiserkuchen und Waffeln in 100 Jahre alten historischen Eisen backen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Familien, denen sie anschließend von den Erlebnissen berichten. Sie erleben Geschichte sozusagen praktisch und mit allen Sinnen – und können etwas von ihrer Begeisterung weitertragen.

Für einen Tag Archäologe oder Geologe werden

Daneben könnten die Kinder und Jugendlichen selbst zu Wissenschaftlern werden und sich mit Spitzhacke in das Gebiet hinter der alten Ziegelei an der Ardeyer Straße begeben. Dort wurden in der Vergangenheit einige Fossilien gefunden, über die die Mitglieder des Heimatvereins bisher nur Vorträge hielten.

Weitere Angebote würden im Idealfall mit den Kindern und Jugendlichen zusammen entwickelt: Indem man sie selbst einfach mal fragt: „Was interessiert euch an Fröndenberg?“

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