Zum Jubiläum der TU Dortmund verschenkt der Förderverein GdF ein Gästehaus für Gastwissenschaftler. Der Vorstandsvorsitzende Guido Baranowski wohnt in Fröndenberg – und ist auch dort aktiv.

Fröndenberg

, 19.12.2018, 16:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit 42 Jahren lebt Guido Baranowski nun schon in Fröndenberg. Oft zu Hause ist er allerdings nicht. Sein Hauptjob im Technologiezentrum Dortmund nimmt schon mal 24 Stunden in Anspruch, erzählt er. Wenn er dann aber doch mal Zeit in der Ruhrstadt verbringt, fährt er leidenschaftlich gerne Rennrad – oder schreibt Briefe an den Bürgermeister. Denn auch politisch mischt er mit, hat er doch eine klare Meinung zu aktuellen Gesprächsthemen – wie der Marktquerung oder dem zukünftigen Gewerbegebiet Schürenfeld.

Ein Haus für Gäste der Technischen Universität Dortmund

Baranowski „übergab“ am Montag als Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Freunde (GdF) – ein Förderverein, der Projekte und Aktivitäten der TU Dortmund auf verschiedenen Wegen fördert – ein besonderes Geburtstagsgeschenk. Zum 50-jährigen Bestehen der Universität verschenkt die Freundegesellschaft ein neues Gästehaus. Derzeit gibt es 14 Wohnungen, in denen Gastwissenschaftler unterkommen können. Hinzu kommen nun 20 neue Wohnungen, die jeweils 50 bis 60 Quadratmeter groß sein sollen. Um die drei Millionen Euro koste das Projekt, erklärt Baranowski. Die GdF möchte damit die internationale Ausrichtung der Universität fördern, die immer mehr Fortschritte macht. Zusätzliche Wohnungen bieten Platz für internationale Gäste, die für zwei oder drei Jahre bleiben. Sie halten in Dortmund Vorlesungen oder arbeiten an Projekten.

„Die Stadtentwicklung liegt mir am Herzen.“
Guido Baranowski,
Geschäftsführer, Technologiezentrum Dortmund

Baranowski ist in Unna aufgewachsen und arbeitet seit 1985 in Dortmund im Technologiezentrum – das er mitaufgebaut hat. Auch den Förderverein, den es schon länger gibt als die Uni selbst, führt er an. Zehn Jahre vor der Eröffnung der Technischen Universität hatten sich Persönlichkeiten der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus Dortmund und der Region zur GdF zusammengeschlossen, um sich für die Errichtung einer Technischen Hochschule in Dortmund einzusetzen. Das erreichte sie auch und wuchs immer weiter. Mittlerweile hat sie rund 500 Mitglieder. Besonders der internationale Austausch liegt dem Verein am Herzen. Er ist mit seinen Einrichtungen weltweit vertreten und unterstützt hiesige Studierende mit Stipendien. Auch den Bau des Internationalen Begegnungszentrums, in dem sich beispielsweise multikulturelle Gruppen treffen, Sprachkurse angeboten werden und viele Informationsveranstaltungen stattfinden, hat der Förderverein unterstützt.

Ein Herz für die Stadtentwicklung Fröndenbergs

Baranowski setzt sich aber nicht nur für die Universität in Dortmund ein – die mit ihrer Nähe zu Fröndenberg natürlich auch für die jüngeren Bewohner der Ruhrstadt von Bedeutung ist. „Die Stadtentwicklung liegt mir am Herzen“, sagt Baranowski, der einige Mietshäuser in der Ruhrstadt besitzt. Leistungen bezieht er soweit möglich lokal – wie beispielsweise Handwerksleistungen. Nicht selten hält Baranowski Reden und mischt mit – und zwar nicht nur auf offizieller Ebene: „Wir haben uns auch schon mal ein BVB-Spiel zusammen angeschaut“, sagt er über seine Beziehung zu Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. Baranowski hat zudem bei dem ein oder anderen jährlichen Ehrenamtstag das Wort ergriffen, um den Freiwilligen zu danken und Anregungen zu geben. In diesem Jahr war er außerdem zu Gast beim Jahresempfang der Fröndenberger SPD. Er vertrat die ehemalige Bundesvorsitzende der JuSos Johanna Uekermann, die in Bonn am Sonderparteitag teilnehmen musste, auf dem die Bundes-SPD über einen möglichen Koalitionsvertrag mit der CDU abgestimmt hatte.

Wie die meisten Fröndenberger hat auch Baranowski Wünsche und Visionen für seine Heimatstadt. Fröndenberg könnte beispielsweise wieder Rennradstadt werden – mit einer eigenen Radtourenfahrt (RTF). Dafür sei die Stadt durchaus geeignet, so Baranowski. Auch zur viel diskutierten Marktplatzsperrung hat er eine deutliche Meinung. Er sei für die Sperrung, da das den Markt als Zentrum aufwerten würde. Auch die Tourismusinititative tue Fröndenberg gut. Die Stadt müsse vom Tourismus Gebrauch machen und Ankerpunkte setzten: „Die Radfahrer sollen nicht nur durchfahren, sondern zwischendurch anhalten, um sich etwas anzuschauen.“

Fröndenberger Guido Baranowski setzt sich für die TU ein – und für seine Heimatstadt

Guido Baranowski hält gerne Reden – wie auch im Jahr 2014 als die SPD zu einer Diskussionsrunde über das Thema Stadtentwicklung eingeladen hatte. © Udo Hennes

Technologiezentrum als Kooperationspartner für Fröndenberg

Auch zu dem künftigen Gewerbegebiet Schürenfeld hat der Geschäftsführer des Technologiezentrums Dortmund Guido Baranowski eine klare Meinung. Und noch mehr als das. Er habe Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe eine Liste mit Ideen zukommen lassen. So könne er sich etwa eine Kooperation mit dem Technologiezentrum vorstellen – anstelle von Logistikunternehmen auf dem Schürenfeld. Zunächst seien es nur inhaltliche Ideen, die gut zu Fröndenberg passen würden, so Baranowski. Genaueres sagt er nicht – und auch die Stadt hält sich auf Anfrage bedeckt, äußert aber zumindest eine erste Meinung zu Baranowskis Vorschlägen. „Baranowski hat eine Menge gute Ideen, mit denen wir uns auch befassen werden“, sagt der Erste Beigeordnete Heinz-Günter Freck.

Derzeit ist die Stadt noch in Gesprächen mit Landwirten, die ihre Grundstücke auf dem Schürenfeld der Stadt zur Verfügung stellen müssen, bevor dort Unternehmen ansiedeln können. Seit zwei Jahren laufen die Grundstücksverhandlungen, die sich als komplex herausstellten. Einige Grundstücke gehören zwar mittlerweile der Stadt, doch über andere müsse noch verhandelt werden, weil etwa Bauern Tauschgrundstücke bekommen müssen. Dieser Tausch von Flächen sei ein „Puzzlespiel“, sagte Martin Kramme vom Fachbereich 3 Anfang November dieses Jahres.

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