Fröndenberger erlebt Kapriolen in der Hönnetal-Abenteuer-Bahn

dzDB räumt Fehler ein

Drei Stunden zu spät zur Arbeit kommen – das machen nicht viele Arbeitgeber lange mit. In den letzten Wochen erlebte Heinz Weber abenteuerliche Fahrten mit der RB 54 nach Neuenrade.

Fröndenberg

, 23.11.2018, 11:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am frühen Morgen macht sich Heinz Weber täglich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle nach Neuenrade. Die Hönnetalbahn fährt auf direktem Weg vom Fröndenberger Bahnhof in die Stadt im Märkischen Kreis – eigentlich. In den letzten Tagen erlebte der Neimener derart viele Kapriolen mit dem Zug, dass er nur noch von der „Hönnetal-Abenteuer-Bahn“ spricht. Der Gipfel war für ihn am Donnerstag vergangener Woche erreicht: Als er in den Zug, der um 5.06 Uhr, den Bahnhof Fröndenberg verlassen soll, sitzt, tut sich erst einmal nichts. „Die Bremsen standen fest“, erfuhr Weber vor Ort. Nur ein Zugabteil konnte schließlich Richtung Hönnetal abfahren. Aber nur bis Balve, wo alle Fahrgäste aussteigen mussten. „In Balve gibt es am frühen Morgen aber keine Busse, die nach Neuenrade fahren“, berichtet Weber.

Am Ende häuften sich drei Stunden Verspätung auf

Am Ende häuften sich drei Stunden Verspätung auf. Nicht die einzige Odyssee, die Heinz Weber erlebte. Auf einer Heimfahrt standen in Garbeck erneut die Bremsen des Zuges fest. Mehrmals kam es vor, dass die Teilung des Zuges im Bahnhof Balve nicht funktionierte und er erneut verspätet auf seinem Arbeitsplatz eintraf. Probleme mit der digitalen Anzeige, die die Haltepunkte asynchron anzeigt, einem häufig defekten Fahrscheinautomat und einem eiskalten Abteil hier und einem „mollig warmen“ nebenan schildert er auch beiläufig. Da er in einem hochmodernen Pesa-Link-Zug sitzt, der erst kürzlich aufs Gleis gesetzt wurde, wunderten ihn die Widrigkeiten auf seinen Fahrten umso mehr.

Die Deutsche Bahn räumt ein: Es gibt noch „Kinderkrankheiten“ bei den Zügen

Die Deutsche Bahn nahm auf Anfrage unserer Zeitung ausführlich Stellung zu den Problemen. „Es gibt tatsächlich einige Kinderkrankheiten, die die Züge noch haben“, sagte ein Bahnsprecher. Die Lokführer müssten sich noch an den Umgang mit der neuen, veränderten Technik der Züge gewöhnen. Das gelte vor allem für die Zugteilung in Balve. „Den Lokführern fehlt noch die Routine, manchmal sind es schlichte Bedienfehler“, so der Sprecher. Die fehlerhaften Anzeigen der Haltepunkte seien bei der Deutschen Bahn bekannt. „Wir sind dort noch intensiv auf der Fehlersuche.“ Die Probleme mit den Bremsanlagen sei vermutlich eine technische Störung gewesen, es sei keine Auffälligkeiten bekannt. „Insgesamt gesehen fahren die neuen Pesa-Züge im Vergleich sehr zuverlässig“, hieß es weiter bei der Bahn. Heinz Weber wird auch weiterhin mit der RB 54 fahren, weil er auf den Zug angewiesen ist. „Lobend muss man erwähnen, dass sich die Zugführer und Zugbegleiter jedes Mal tausend Mal entschuldigen“, sagt er – und hofft, dass die Entschuldigungen auf der Strecke nicht zur Routine werden.

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