FWG: CDU führt Leute beim Karl-Wildschütz-Parkplatz „hinters Licht“

dzRathaus-Neubau

„Kein Rathaus-Neubau auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz“ – so hatte die CDU kürzlich ihre Position zur Zukunft der Brache formuliert. Die FWG findet, die Partei führe die Leute damit „hinters Licht“.

Fröndenberg

, 19.02.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wen die Fröndenberger CDU mit ihrer Klarstellung „beschwichtigen oder hinters Licht führen“ wolle, fragt die FWG-Fraktion mit Blick auf die kürzlich erfolgte Positionierung der Partei zur Zukunft des Karl-Wildschütz-Parkplatzes.

Der CDU-Stadtverband hatte sich auf einer Klausurtagung am vergangenen Wochenende gegen einen Rathaus-Neubau auf der Brache ausgesprochen und dies als „Klarstellung“ bezeichnet, weil in Teilen der Öffentlichkeit ein anderer Eindruck entstanden sei.

»Dieses Vorgehen ist, selbst bei sachlichster Betrachtung, schon vor dem ‚zweiten Blick‘ verwirrend.«
Lars Köhle, FWG-Fraktionsgeschäftsführer

FWG-Fraktionsgeschäftsführer Lars Köhle kritisiert nun in einer Stellungnahme, es sei gerade der CDU-Fraktionsvorsitzende gewesen, der im vergangenen Jahr in einer Ratssitzung vehement an der Machbarkeitsstudie für einen Rathaus-Neubau habe festhalten wollen.

FWG und SPD wollten Machbarkeitsstudie im Juli 2019 beerdigen

In der Ratssitzung am 10. Juli war unter anderem ein Antrag der FWG beraten worden. Die Freien Wähler hatten sich für den Verzicht auf die Machbarkeitsstudie und stattdessen für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus an dieser Stelle ausgesprochen.

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Tatsächlich hatte CDU-Fraktionschef Gerd Greczka ein Nein seiner Fraktion zu diesem Antrag angekündigt, sollte denn abgestimmt werden. Das Ergebnis, dass die Fläche am Harthaer Platz auch für einen neuen Feuerwehrstandort Mitte geeignet sei, führe nicht automatisch dazu, dass auf die Machbarkeitsstudie für den Bau eines Bürgerhauses auf dem Karl-Wildschütz-Platz verzichtet werden könne, zitiert das Protokoll der Sitzung Greczka an dieser Stelle.

Zudem wandte sich Greczka grundsätzlich gegen „sozialen“ Wohnungsbau als Alternative an dieser Stelle.

Wie die FWG wollte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Sabina Müller die Machbarkeitsstudie für einen Neubau des Rathauses beerdigen, weil ein geplanter Flächentausch mit dem Feuerwehrgelände am Harthaer Platz erledigt war.

SPD bringt Ideenwettbewerb für die Fläche wieder ins Gespräch

Stattdessen war von der SPD erneut der im Rahmen der Innenstadtentwicklung bereits einmal geplante Ideenwettbewerb wieder ins Gespräch gebracht worden. Hierüber wurde letztlich in der Ratssitzung aber gar nicht mehr formal abgestimmt.

Nach Ansicht der FWG, so unterstrich Lars Köhle auf Nachfrage, habe die CDU „trotz erheblicher Unmutsbekundungen aus der Bevölkerung, erheblichen Widerständen der heimischen Feuerwehr und der restlichen Politik weiter an einem möglichen Abriss der Rathäuser, einer Umlegung der Feuerwache an die Bahnhofstraße und einem Neubau eines Bürgerhauses festgehalten“.

Die jüngste Äußerung der CDU zum Karl-Wildschütz-Parkplatz sei daher keine „Klarstellung“, sondern eine „180-Grad-Wende“.

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